Die Redaktion des ProudMag.com hatte das Privileg, den BMW M440i xDrive Cabrio ausgiebig zu testen. Wobei sich herausgestellt hat, wie vielschichtig das Fahrzeug ist. Das M440i Modell steht auf der einen Seite für das Reisen mit Style und M-Power. Auf der anderen Seite erweist sich das Auto als ungemein sportlich, agil und dynamisch. Ich habe den BMW auf dem Flüelapass dem Härtetest unterzogen. Wobei meine Körperchemie arg aus den Fugen geraten ist. In meinem Erlebnisbericht schildere ich, was der Spross aus der BMW-Ahnengalerie für ein erhabenes Lebensgefühl zum Vorschein bringt. Und welchen Fahrspass seine Eigenschaften als Athlet mit dem Prädikat “M” entfalten.
Von Claudio Prader
Bevor wir in den Erlebnisbericht zum BMW M440i xDrive Cabrio einsteigen, müssen wir eines vorweg nehmen. Wir sind uns wohl alle darin einig, dass wir Schweizer und Schweizerinnen unseren nördlichen Nachbarn in Deutschland etwas neidlos zugestehen müssen. Nämlich, dass sie qualitativ hochwertige Autos bauen können. Ausserdem müssen wir wohlwollend anerkennen, dass deutsche Ingenieurskunst mitunter zum Besten gehört, was dieser Wissenschaftszweig hervorgebracht hat und bis zu diesem Tag hervorbringt. Soweit, so gut.
Der BMW M440i xDrive Cabrio ist der Spross aus einer langen Ahnengalerie
Und nun wollen wir einmal genauer hinschauen.
Am 7. März 1916 – vor nunmehr über einhundertundzehn Jahren, sind in München die Bayerische Motoren Werke AG gegründet worden. Zu Beginn hat BMW vorwiegend Hubraum starke 12- und 14-Zylinder Flugzeugmotoren gebaut. Im Jahr 1923 kamen die Motorräder hinzu. Mit dem Automobilbau hat das Unternehmen fünf Jahre später begonnen – demnach vor beinahe einhundert Jahren. Ein knappes Jahr danach entstand das erste Automobil – der 3/15, auch Dixi genannt. Das Jahr 1972 bedeutet ein weiterer Meilenstein in der BMW-Geschichte. In dem Jahr hat das bajuwarische Traditionsunternehmen die BMW M GmbH gegründet. Wobei das M selbstredend für Motorsport steht. Seitdem sind wiederum über fünfzig Jahre verstrichen.
Noch Fragen? Gut, dann können wir “fortfahren”.
Sollten wir an den Grundfesten der Marke BMW, die bis zum heutigen Tage Dutzende ikonische und technisch ausgereifte Motoren, Motorräder sowie Automobile hervorgebracht hat, rütteln? Naja, wir können es versuchen. Doch erschüttern können wir die vielen BMW-Enthusiastinnen und Enthusiasten da draussen wohl kaum. Schlussendlich hat sich BMW im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt einen exzellenten Ruf erarbeitet. Das Akronym BMW steht global für Qualität, Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit. Wer etwas auf sich hält, fährt ein Gefährt aus München. Punktum.
Wir Schweizer sind Weltmeister in der Disziplin 5000 Meter “Dauernörgeln”
Aus dieser Perspektive betrachtet fällt es uns leidlich schwer, am M440i xDrive Cabrio herum zu nörgeln. Wohlgemerkt, wir Schweizer sind die ungeschlagenen Weltmeister im Nörgeln. Darin sind wir sogar derart gut, dass wir über die Kurz- und Mittelstrecken bis hin zum Hürden- und Staffellauf seit Urzeiten jeweils die ersten drei Podestplätze erringen. Dass tun wir mit der beinahe ungestümen Leichtfüssigkeit eines Usain Bolt. Und wie es sich für einen echten Schweizer gehört, werde ich mir im Rahmen dieses Erlebnisberichtes grösste Mühe geben, dem uns Eidgenossen vorauseilenden Ruf gerecht zu werden.

Ist der BMW M440i xDrive Cabrio ein Wolf im Schafspelz oder eher das schwarze Schaf der BMW-Familie?
BMW war so zuvorkommend, und hat mir den M440i xDrive für acht Tage ausgeliehen. Damit ich mich eingehend mit dem Automobil auseinander setzen und mir ein Bild machen kann. Dabei tritt das mir überlassene Medienfahrzeug ein bedeutendes Erbe an. Schlussendlich wissen wir alle um die Genealogie der M-Modelle. Welche so legendäre Ikonen wie den M1, M3 und den M5 hervorgebracht hat. Vor dieser Ahnengalerie steht auch der jüngste Spross aus Bayern. Nun wollen wir sehen, ob dieser den Erwartungen gerecht wird. Ob es ein veritabler Wolf im Schafspelz oder eher das schwarze Schaf der Familie ist.
Gefertigt wird der M440i xDrive Cabrio übrigens im BMW Werk in Dingolfing. Dem grössten Produktionsstandort des Automobil-Herstellers in Europa. Nebst den M4-Modellen wird dort auch der Luxus-Sportwagen der 8er Reihe produziert. Die Cabriolet-Variante des BMW M440i xDrive spielt selbstredend im Premium-Segment mit.
Der M440i xDrive Cabrio ist das Fenster zur Welt der M-Athleten von BMW
Von aussen betrachtet erscheint das Fahrzeug mit seinem dezent sportlich-eleganten und puristischen Design eher zurückhaltend. Die Frontansicht offenbart den für BMW-Modelle charakteristischen, nierenförmigen Frontgrill. Einmal abgesehen von den grossen Lufteinlässen und den kecken LED-Scheinwerfern, den scheinbar schwebenden Aussenspiegeln und der leicht gewölbten Motorhaube, weisen kaum Akzente auf den wahren Charakter des Autos mit dem M hin. Von der Seite her betrachtet fällt mir ausser der minimalistischen Linienführung nichts weiter auf.
Wobei, bei genauerem Hinschauen weisen die athletischen zweifarbigen 19-Zoll Doppelspeichen-Felgen sehr wohl auf die sportliche Auslegung des M440i xDrive Cabrio hin. Bloss war ich derart mit Torheit und Blindheit geschlagen, dass ich es zu Beginn gar nicht erkannt habe. Einmal abgesehen von der Tatsache, dass das Automobil einfach atemberaubend schön gezeichnet ist. Und so kommen wir abschliessend noch zum Heck. Wo’s bereits anders aussieht. Dort stechen einem die formschönen Laserlicht-Heckleuchten unvermittelt ins Auge. Der in glänzendem Schwarz gehaltene mächtige Diffusor und die beiden 100mm-Endrohre sowie der subtil angedeutete Spoiler, bieten ein offenes Fenster zur Welt der M-Athleten aus dem Hause BMW.
Vor diesem Hintergrund müssen wir dem Designer des M440i xDrive Cabrio ein dickes Lob zusprechen. Das chinesische Ausnahmetalent Seungmo Lim hat hier ganze Arbeit geleistet. Ihm ist es gelungen, ein Auto zu zeichnen, dass bereits auf den ersten Blick Emotionen zu erwecken vermag. Dabei in uns das Verlangen auslöst, uns ins Fahrzeug zu setzen und den Startknopf zu betätigen. Zu den Ingenieuren kommen wir später noch. Auch ihnen gebührt unsere Anerkennung und Wertschätzung. Eben diese haben es auf meisterliche Art und Weise verstanden, die Emotionen, die der Designer in uns hineingepflanzt hat, zum erblühen und zum erglühen zu bringen.
Wir müssen den BMW M440i xDrive Cabrio mit dem Herzen anstatt mit den Augen betrachten
Ich habe vorhergehend erwähnt, ich sei mitunter mit Torheit und Blindheit geschlagen. Was ich an dieser Stelle ehrlich eingestehen muss. Wie schreibt der französische Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry in seinem Buch “Der kleine Prinz” so vortrefflich: “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.” Dem Verdikt dieses mutigen Mannes folgend, will ich demzufolge den BMW M440i xDrive Cabrio mit dem universellen Auge des Herzens betrachten.
Zum besseren Verständnis: Das ProudMag.com ist ein Online-Magazin mit den Schwerpunktthemen Politik, Automobil und Lifestyle. Wir sprechen primär nicht von Test- oder Fahrberichten. Stattdessen bemühen wir bevorzugt den Begriff Erlebnisbericht. Mal fällt ein solcher Bericht eher zurückhaltend oder sogar enttäuschend aus. Hin und wieder jedoch erweist sich ein solcher Bericht regelrecht als enthusiastisch und schwärmerisch. Wie im Fall des hier präsentierten BMW M440i xDrive Cabrio. Einige Testfahrzeuge gebe ich freimütig wieder dem Hersteller respektive Importeur zurück. Doch wenige würde ich am liebsten behalten. Das aufregende und schöne BMW-Cabrio hätte ich tatsächlich gerne in meine Garage gestellt. In genau dieser Konfiguration. Und in präzise dieser so betörend grün-blau schimmernden Farbe, von BMW Arctic Race Blue Metallic, genannt.

Die Verarbeitung der Materialien im Cockpit ist auf bayerisch ausgedrückt “sakrisch guad”
Das Cockpit im BMW Cabriolet wirkt zeitgemäss und übersichtlich. Es ist nicht überbetont futuristisch oder gar revolutionär. Dafür ist das Armaturenbrett mit dem Curved Display intuitiv gestaltet. Bewusst hat der Hersteller auf eine Heerschar von Knöpfen verzichtet. Damit wir uns nicht im Tasten-Chaos verirren. Und damit wir uns bei der Suche nach der gewünschten Funktion nicht allzu lange vom Geschehen auf der Strasse ablenken lassen. Klimaanlage, Sitzeinstellungen und vieles mehr lassen sich über den Personal Assistent mittels Sprachbefehl steuern. Das BMW iDrive mit der Schnellgriff-Funktion “QuickSelect”, sorgt zusätzlich für eine einfachere Bedienung.
Das auf dem Curved Display erscheinende Navigationssystem BMW Maps gehört mitunter zu den akkuratesten Wegbegleitern, die ich bisweilen gesehen habe. Ein im Display erscheinende Pfeil erleichtert das richtige Navigieren ungemein. Damit verpasst man an einer Kreuzung oder im Kreisverkehr garantiert keine Ausfahrt. Kleines Detail: Auf der digitalen Landkarte erscheinen mitunter sogar die von den Tankstellen ausgeschriebenen Benzinpreise. Die kartographische Übersicht, die Zielführung und auch die Erkennung der Geschwindigkeitstafeln respektive der Verkehrszeichen ist erstklassig.
Der Driving Assistant Professional lenkt den M440i xDrive souverän durch den Verkehr
Kommen wir zum automatisierten Fahren. Oder wie es BMW nennt, zum Driving Assistant Professional. Eines vorweg: Das im M440i xDrive verwendete Fahrassistenz-System gehört zum Besten, was ich in den letzten Jahre getestet habe. Auch Abseits der Autobahnen führt das FAS das Fahrzeug souverän durch den Verkehr. Abstände werden konstant eingehalten, Tempolimiten unverzüglich erkannt. Und das Abbremsen sowie Beschleunigen erfolgt auf sanftmütige Weise. Die Lenk- und Bremseingriffe gestallten sich fliessend und harmonisch. Die Spurerkennung funktioniert auch bei Autobahn-Baustellen tadellos. An Ausfahrten, die mit einer niedrigeren Tempolimite beschildert sind, fährt der BMW souverän mit Tempo 120 vorbei. Die orange-roten Baustellen-Markierungen und/oder die Überschneidungen der beschilderten Geschwindigkeiten auf der Autobahn sind Herausforderungen, bei denen bisweilen so mancher Hersteller kläglich gescheitert ist.
Die Verarbeitung der im Cockpit verwendeten Materialien ist unbestritten von einer hochwertigen Qualität. Und dass vom Armaturenbrett hin über die Ledersitze, das Stoff-Verdeck bis hin zu Details wie den Galvanik-Applikationen an den Türgriffen und Fensterhebern. Erwähnenswert ist in dem Kontext auch das leistungsstarke Surround Sound System von Harman/Kardon. Der Innenraum des BMW 440i xDrive ist wirklich toll und solide gestaltet. Oder wie man in Bayern sagen würde: “sakrisch guad”.
Das Kofferraumvolumen ist eher bescheiden ausgefallen
Wenn ich nun unserem Ruf als “Nörgler” gerecht werden soll, so erscheint mir das Kofferraumvolumen von lediglich 385 Litern sehr knapp bemessen. Auch wenn sich die Rücksitze umklappen lassen und sich damit der Stauraum ein wenig vergrössert, ist der Kofferraum eher kleinräumig ausgefallen. Was mitunter an der Box liegt, worin das Verdeck verstaut ist. Diese hängt in den Kofferraum hinein und erschwert so die Unterbringung von sperrigen Gepäckstücken. Der BMW M440i xDrive Cabrio ist ein so wunderbares Open-Air-Vergnügen. Womit wir gerne gelegentlich eine Tour in die Toskana oder die Côte d’Azur unternehmen möchten. Für die nötigen Dinge ist dort bestimmt Platz genug – der Rest wird zur logistischen Herausforderung. Hier werden von den Mitreisenden definitiv so tugendhafte Charaktereigenschaften wie Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft abverlangt.

Der BMW M440i xDrive Cabriolet verwandelt 98 Oktan Benzin in Emotionen und Lebensfreude
Ich verzichte an dieser Stelle willentlich darauf, Angaben zum Verbrauch zu machen. Weil wir ein Lebensgefühl, eine Leidenschaft oder ein Lachen nicht in Litern oder Millilitern bemessen können. Und erst recht nicht in Kohlenstoffdioxid-Molekülen. Auch betrachte ich die Technik des Testfahrzeugs nicht aus der nüchternen Perspektive des Ingenieurs. Sondern ich verfasse diesen Erlebnisbericht als ein Journalist, der sich seit jeher für Autos begeistert. Und der sich ausserdem seiner eigenen Subjektivität bewusst ist. So ist mir eines gewiss: Der BMW M440i xDrive Cabriolet kann zaubern. Er ist sogar ein ungemein mächtiger Zauberer.
Denn das Fahrzeug wandelt 98 Oktan enthaltendes Superplus Benzin in eine atemberaubende und betörende Geräuschkulisse um. Verwandelt Kraftstoff und Öl in pure, ehrliche Emotionen. Er weckt eine Lebensfreude, die der authentische Ausdruck eines beständigen, tief in unserem Innern empfundenen Verlangen ist. Diese Lust am Leben, diese alle unsere Sinne ansprechende Urgewalt eines Automobils, verkörpert sich im Destillat des BMW M440i xDrive. Ich habe den Himmel gefunden, indem ich intuitiv den Sternen gefolgt bin. Habe meine ureigene Nemesis entdeckt. Weil die ausgleichende Gerechtigkeit dieser Welt im Takt der Zylinder schlägt, den Lauf der Zeit verlangsamt, indem das Fahrzeug unentwegt beschleunigt. Gerade so als löste sich mein Geist vom Körper, damit dieser – befreit von allem irdischen, die wahre Essenz der menschlichen Leidenschaft erkennen kann. Heureka!
Das Handling und die Fahrdynamik des BMW Cabriolet sind atemberaubend gut
Steigen Sie ein, legen Sie die Gurte an, denn wir nehmen Sie nun mit auf eine Fahrt über den berüchtigten Flüelapass bei Davos im Kanton Graubünden. Es ist das ultimative Testgelände und ein gnadenloser Härtetest für ein Fahrzeug. Dass weiss nebst dem Autor dieses Textes, der in dieser Umgebung aufgewachsen ist, auch BMW. Denn das Unternehmen nutzt die fahrerisch anspruchsvolle Strasse jeweils für Winter- und Sicherheitsfahrtests. Das xDrive-System ist auf eben diesem Pass entwickelt und getestet worden. Natürlich ist die Strasse während dieser Zeit für uns, die wir dem niederen Pöbel angehören und unser Dasein fernab der bajuwarischen Exzellenz fristen, gesperrt. Also dann, ich hoffe, Sie sitzen bequem. Und vergessen Sie während der Fahrt nicht zu atmen. Ich will schlussendlich keine hypoxischen Passagiere im edlen BMW wiederbeleben müssen.
Der Flüelapass ist das ultimative Testgelände für den BMW M440i xDrive Cabriolet
Zu Beginn rollen wir im Comfort-Modus gemächlich durch das Dorf Davos. Wir gleiten am links von uns liegenden AlpenGold Hotel vorbei, um wenig später rechts auf einen Parkplatz einzubiegen. Gleich eingangs zum Vita-Parcours und unmittelbar vor dem Adventure Park. Wir parken, um während der Fahrt das authentische Cabrio-Feeling erleben zu können. Der Parkplatzaufenthalt ist bloss von kurzer Dauer. Denn das das Verdeck lässt sich in nur 18 Sekunden öffnen und schliessen. Bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h, versteht sich.
Es ist spätabends, und wir fahren mit offenem Verdeck in Richtung Passhöhe auf knapp 2’400 Meter über Meer. Wir streifen uns deshalb rasch einen wohlig warmen Kapuzenpullover, einen so genannten “Hoodie” über. Danach stellen wir in Ruhe sämtliche Parameter auf die bevorstehende Herausforderung ein. Bisweilen waren wir gemächlich in den Modi “Comfort” oder “Eco Pro” unterwegs. Nun aber muss der BMW M440i xDrive Cabrio zeigen, was wirklich in ihm steckt – Wolfsgeheul oder Schafsgeblöke. Dafür ist der Sport-Button da. Die Taste gedrückt und die Konfiguration von Motor, Getriebe und Fahrwerk stellt auf maximale Dynamik um. Kurz schaue ich auf dem Display nach, ob sich dort noch weitere Einstellungen verändern lassen.
Alle Parameter stimmen. Das Abenteuer kann beginnen …
Den Start-Button gedrückt, erschallt am Heck unvermittelt ein sonorer Sound. So betörend und ergreifend wie eine Oper von Giacomo Puccini. Der urzeitliche Drache hat sich fauchend und schnaubend jäh aus Morpheus’ Armen befreit. Ein subtiler Tritt aufs Gaspedal und der BMW signalisiert uns, dass er bereit ist für die spektakuläre Arena, die sich uns am Flüelapass auftut. Die Vorfreude, der subtile Geruch der uns umgebenden Fichtenwälder und der auffrischende Wind lassen unversehens Gänsehaut aufkommen. Die Nackenhaare sträuben sich, die Muskulatur versteift sich und die ganze Konzentration ist auf die Strasse gerichtet.
Gentlemen, start your engines …
Im letzten Moment werden noch das Smartphone, Wasserflaschen und alle anderen Gegenstände, die im Auto herumliegen, sicher verstaut. Damit nichts aber rein gar nichts das Fahrerlebnis im BMW M440i xDrive beeinträchtigen kann. Vor uns existiert nun bloss noch das Steuerrad mit der roten Markierung auf der 12 Uhr Position. Rennsport-Feeling à la BMW. Langsam verlassen wir den Parkplatz, blicken nach links in den entgegenkommenden Verkehr. Blicken nach rechts. Weit und breit kein anderes Fahrzeug in Sicht. Kleine Kieselsteine ächzen unter den Reifen (225/45 vorne; 255/40 hinten), als ich den Wagen auf die Passstrasse lotse. Die rote Markierung erscheint nun wieder auf Augenhöhe. Das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt, beschleunigt der Wagen mit der Gewalt einer High-Tech-Schleuder.
Gleich zu Beginn eine Anmerkung der Redaktion: Da auch unsere lieben uniformierten Freunde der “Rennleitung” (umgangssprachlich auch Polizei genannt) unsere Berichte lesen, soll hierbei “an Eides statt” festgehalten werden, dass ich während der ganzen Fahrt das zulässige Tempolimit von 80 km/h brav eingehalten habe. Für die Zweifler unter unseren Freunden der Kapo Graubünden gelte der folgende Ausspruch: “Honi soit qui mal y pense”.
Die elektronischen Stabilitätssysteme greifen subtil in das Geschehen ein
In Windeseile schnellen Geschwindigkeits- und Drehzahlanzeige in die Höhe. Der 6-Zylinder Twin-Turbo-Motor mit seinen 3-Liter-Hubraum, vollvariabler Ventilsteuerung sowie variabler Nockenwellensteuerung, setzt nun sein gesamtes Potential frei. Satte 374 PS (bei 5500-6500 U/min.) und ein Drehmoment von 500 Nm (bei 1900-5000 U/min.) liegen jetzt an. Der Allradantrieb, gepaart mit dem 8-Gang Steptronic Getriebe sorgt dafür, dass die Kraft des Motors optimal in den Asphalt übergeht. Auf der längeren Gerade bis zur ersten Kurve stellt sich bereits ein breites Grinsen ein. Es dauert jedoch einen Augenblick, bis ich mich im manuellen Modus an die Schaltvorgänge gewöhnt habe. Und vor einer Kurve intuitiv den richtigen Gang finde. Aber einmal mit dem Getriebe und den Schaltwippen – den sogenannten “Paddles” vertraut, ist das Fahren damit ein Hochgenuss.
Vor den Kurven so spät wie möglich auf die Bremse getreten, beissen sich vorne die belüfteten Vierkolben-Festsättel-Scheibenbremsen und hinten die belüfteten Einkolben-Faustsattel-Scheibenbremsen ins Eisen. Die Verzögerung ist hervorragend. Beinahe mühelos vernichtet die M-Bremsanlage die zuvor aufgebaute Energie. Und lässt den Wagen mit einem Leergewicht von 1’690 kg mühelos verlangsamen. Ein Pluspunkt: Die dadurch freigesetzte Bremsenergie wird vom Hybrid-System zurückgewonnen und dem Fahrzeug für den Betrieb der elektrischen Einheiten wieder zur Verfügung gestellt.
Je mehr Kurven ich bewältige, desto sicherer fühlt es sich im Auto an. Langsam taste ich mich an den Grenzbereich des BMW. Wer nun zu mutig und ungestüm ist, den bringen die Fahrstabilitätssysteme wieder zurück auf die harte Asphaltstrasse der Realität. Diese greifen dort ein, wo zu hohe physikalische Kräfte drohen. Zwar tun sie dies auf subtile Weise, jedoch für jedermann deutlich spürbar. Der Wagen unterstützt mich, aber er bevormundet mich nicht, indem die Systeme zu früh eingreifen. Kompliment an die Ingenieure an dieser Stelle.

Das Sportfahrwerk des BMW M440i xDrive spielt eindeutig in der Champions-League
Das Cabriolet mit dem grossen M im Namen erweist sich als äusserst flink, wieselt sich wendig und agil durch die engen Kurven. Strebt immer höher hinauf, dem kulminanten Punkt entgegen. Die bequemen Sportsitze erweisen sich derweil als sehr robust, fangen die entstehenden Seitenkräfte mit einem Hauch von Nachsichtigkeit auf. Was für ein tolles, agiles und gleichzeitig komfortables Auto, stelle ich angetan fest.
Während dessen sich der BMW M440i xDrive stets nahe am Scheitelpunkt der Kurven bewegt, die verschiedensten Kurvenradien bravourös meistert, setzt pure Begeisterung ein. Der 4,7 Meter lange, knapp 1,9 Meter breite und 1,3 Meter hohe Wagen hat sich wahrnehmlich auf der Strasse festklebt. Unvermittelt schleicht sich ein Gefühl der Leichtigkeit und der Begeisterung in Körper und Seele. Dieses wunderbar sportliche und gleichsam elegante Fahrzeug in einer solch schönen Szenerie wie dem Flüelapass bewegen zu dürfen, ist schlicht und einfach ein Privileg. Das M Sportfahrwerk macht seinem Namen ganze Ehre, trägt einem spurtreu und verlässlich durch die Biegungen. Die Goodyear-Reifen verrichten einen exzellenten Dienst. Keine Spur von Haftungsabrissen soweit. Kein Über- oder Untersteuern. Alles im grünen Bereich.
Die Rückmeldung an das Steuerrad ist formidabel
Dass der BMW scheinbar mühelos und leichten Gemütes über die Passstrasse tingelt, ist hauptsächlich dem ausgeklügelten Fahrwerk zu verdanken. Und selbstverständlich der ausgewogenen Verteilung des Gewichts sowie der auftretenden Lasten von jeweils 50 % auf die Vorder- und die Hinterachse. Das M Sportdifferenzial wiederum verteilt das Antriebsmoment geschickt auf die Räder. Was die Fahrdynamik und den Fahrspass nochmals deutlich steigert. Auch in dieser Hinsicht haben die BMW-Ingenieure einen vorzüglichen Job gemacht.
Was mich als Fahrer fast am allermeisten begeistert, ist die unmittelbare Rückmeldung am Steuerrad. Die variable Sportlenkung mit Servotronic Funktion lässt mich auch die kleinste Zuckung des Fahrzeugs deutlich in den Fingerkuppen spüren. Sodass ich jederzeit genau weiss, was der Wagen gerade tut. Jede Unebenheit der Fahrbahn überträgt sich unverzüglich ins Cockpit. Das Einlenkverhalten ist phänomenal. Die Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte sind physisch im M440i xDrive spürbar. Genauso wie die Bewegungen der Radaufhängung – einem Aluminum-Stahl Leichtbau, den direkten Weg über das Sportlenkrad gehen, um nahtlos in meinen Körper einzudringen. Sodass Mensch und Maschine regelrecht miteinander verschmelzen.
Wenn BMW zu verantworten hat, dass unsere Körperchemie völlig aus den Fugen gerät
Ich bin nun der BMW, und der BMW ist ich. Die Chemie meines Körpers spielt bei der Fahrt über den Flüealpass völlig verrückt. Chemische Botenstoffe wie das Adrenalin, Endorphin und Dopamin fluten in Unmengen meinen Leib. Das Adrenalin lässt mein Herz heftig schlagen. Die Endorphine lösen ein unbeschreibliches Glücksgefühl aus. Und das Dopamin versetzt mich in einen Zustand von Euphorie. Es sind Augenblicke, in denen sich das Leben als ungemein polychrom herausstellt. Denn es schimmert in allen erdenklichen Farben. Die Intensität, die Wahrhaftigkeit sowie die Wertigkeit des Lebens spiegeln sich im Moment der Verschmelzung von Körper, Seele und Automobil.
Genau dass habe ich gemeint, als ich vorangehend geschrieben habe, BMW könne zaubern. Die für den M440i xDrive zuständigen Ingenieure haben in der Tat einen mächtigen Zauber über mich gebracht. Just jene Art von Magie, die uns im Alltag trägt und in unseren Träumen beflügelt. Mein aufrechtes Dankeschön an die Leute bei BMW, die mir ein so einzigartiges und prägendes Erlebnis ermöglicht haben. Wie sagt man im bayrischen Dialekt bekanntlich so elegant – “Dankschee Eahna”!
Es gäbe am BMW M440i xDrive Cabrio noch so viele Funktionen, Annehmlichkeiten und Details zu entdecken. Wollten wir diese hierbei allesamt erwähnen, es würde den Textrahmen vollends sprengen. Vielmehr raten wir Ihnen dazu, sich selbst ein Bild zu machen. Kontaktieren Sie dafür den BMW-Händler in Ihrer Nähe. Die entsprechenden Links finden Sie unten stehend.
Die Modellvarianten in der Übersicht:
BMW 420i Coupé & Cabrio: 184 PS / 300 Nm
BMW 430i xDrive Coupé & Cabrio: 245 PS / 400 Nm
BMW M440i xDrive Coupé und Cabrio: 374 PS / 500 Nm
BMW 420d Coupé & Cabrio: 190 PS / 400 Nm
BMW 430d xDrive Coupé & Cabrio: 286 PS / 650 Nm
BMW M440d xDrive Coupé & Cabrio: 340 PS / 700 Nm
Der Preis für den BMW M440i xDrive Cabriolet startet in der Schweiz bei 95’000 Franken.
BMW Schweiz
https://www.bmw.ch/
BMW Museum München
https://www.bmw-welt.com/













