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Der deutsche Automobil-Hersteller AUDI eröffnet in den USA ein neues Werk und plant dafür Gesamtinvestitionen von rund 4 Milliarden Dollar. (Bild: Audi)

AUDI-Chef Döllner steht wegen Trump-Auftritt in der Kritik

Der deutsche Automobil-Hersteller Audi hat angekündigt, in den USA für 4 Milliarden Dollar ein eigenes Werk zu bauen. Dadurch werden im US-Bundesstaat Georgia rund 4500 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit diesem Entscheid hat Audi die Flucht nach vorne ergriffen. Audi-Chef Gernot Döllner hat das Engagement während der Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump am vergangenen Samstag in Georgia angekündigt. Seitdem wird er in Europa mit Spott und Häme überzogen. Er habe sich von Trump instrumentalisieren und zur Marionette machen lassen, lautet die Kritik zahlreicher Medien. Womit der eigentliche Befreiungsschlag von Audi zum veritablen Schlag ins Wasser geworden.

Im Mai hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass er die Zölle auf in der Europäischen Union (EU) produzierten Autos auf 25 Prozent erhöht. Für Marken wie Porsche und Audi, die ihre Fahrzeuge ausschliesslich in Deutschland fertigen lassen, bedeutet dieser Schritt eine empfindliche finanzielle Mehrbelastung. Alleine Audi bezifferte die jährliche Mehrbelastung auf über 1 Milliarde Dollar. Die EU protestierte zwar gegen den Entscheid von Trump, ist jedoch am Ende des Zollstreits mit den USA kläglich gescheitert. Audi und der Mutterkonzern VW stehen Zuhause unter massivem finanziellen Druck. Rigorose Sparmassnahmen, Massenentlassungen und Werksschliessungen stehen bevor.

Der AUDI-Boss Gernot Döller hat sich zur Marionette von Donald Trump machen lassen

Auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump kurz vor den amerikanischen Zwischenwahlen hat der Audi-Chef Gernot Döllner die Milliarden-Investitionen und den baldigen Bau des Werkes angekündigt. Dabei bedankte sich Döllner überschwänglich bei Trump für dessen Unterstützung. Für Trump, der unter grossem politischen Druck steht, den Rückhalt innerhalb seiner republikanischen Partei sowie bei einem Teil der Wählerschaft verloren hat und deshalb um seine Wiederwahl bangen muss, war der Auftritt des Audi-Chefs ein willkommenes Wahlkampf-Geschenk. Trump braucht dieses Narrativ dringend. Zumal seine rigorose Zollpolitik dazu geführt hat, dass sich die Konsumenten in den USA mit massiv gestiegenen Preisen konfrontiert sehen. Hingegen sind die zehntausenden zusätzlichen Jobs, die Donald Trump immer wieder grossmundig angekündigt hat, bisweilen ausgeblieben.

Mit seinem devoten Auftritt in Georgia ermöglichte Döllner dem angeschlagenen US-Präsidenten, dass sich dieser als Retter der US-Wirtschaft inszenieren konnte. Frei nach dem Motto: “Sieht her, meine Zoll- und Wirtschaftspolitik schafft in den USA neue Investitionen und Arbeitsplätze”. Während dessen der US-Präsident Donald Trump sich einmal mehr als Held und Retter der Nation inszenieren kann, sieht sich der Audi-Boss Döllner in Europa mit massiver Kritik konfrontiert. Medien wie die FAZ, Die Welt, das Handelsblatt, Die Zeit und die NZZ monieren, Döllner habe sich von Trump für dessen Wahlkampf instrumentalisieren lassen.

In der jüngsten Medienmitteilung zeichnet Audi das Bild von einem sicheren Hafen in Mitten des globalen Hurrikans

Audi plant ersten US-Produktionsstandort in Georgia / USA

Audi schlägt ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte auf. Erstmals plant die Marke ein eigenes Werk in den USA. Audi beabsichtigt, rund 4 Milliarden US-Dollar zu investieren und etwa 4.500 Arbeitsplätze zu schaffen. Der Baubeginn des Werks mit einer geplanten jährlichen Produktionskapazität von 200.000 Fahrzeugen ist für 2027 vorgesehen. Der Produktionsstart erfolgt für Anfang der 2030er Jahre.

Mit Premium-SUVs, die gezielt für die Anforderungen nordamerikanischer Kundinnen und Kunden entwickelt und vor Ort gefertigt werden, will Audi seine Position in einem der wichtigsten Premiummärkte der Welt grundlegend stärken. Die geplante Investition ist ein langfristiges Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten und macht Nordamerika neben Europa und China zur dritten tragenden Säule des globalen Audi- Produktionsnetzwerks.

Wachstum in Amerika, für Amerika

Als zweitgrößter Premiummarkt der Welt bieten die USA erhebliches Wachstumspotenzial für Audi. Eine lokale Produktion ist ein zentraler Baustein einer umfassenden Wachstumsstrategie, die gezielt auf Kundenbedürfnisse, ein überzeugendes Produktportfolio und ein wettbewerbsfähigeres Geschäftsmodell ausgerichtet ist. Die geplante Investition ist Teil einer langfristigen Strategie für profitables Wachstum.

Gernot Döllner, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG, sagt: „Wir wollen in den USA dauerhaft wachsen. Die Vereinigten Staaten sind einer der wichtigsten Premiummärkte der Welt, in dem wir unser Potenzial heute noch nicht voll ausschöpfen. Das wollen wir ändern – mit Premiumprodukten, einer stärkeren Marke und einer wettbewerbsfähigen lokalen Produktion. Für uns geht es darum, das Audi-Geschäft in den USA nachhaltig zu stärken – eine eigene Fertigung ist der Schlüssel dazu.“

Erster US-Produktionsstandort für Audi

Mit Georgia setzt Audi auf einen Standort mit hervorragenden Voraussetzungen: Er verbindet ein gut erschließbares Areal und eine leistungsfähige Logistikinfrastruktur mit qualifizierten Fachkräften und einem etablierten Netzwerk von Automobilzulieferern. Die Middle Georgia Mega Site bietet zudem Flexibilität und Raum für mögliche künftige Erweiterungen.

Bei Fertigstellung wird das Werk bereits auf mögliche zukünftige Produktionsanforderungen ausgerichtet sein. Der Fokus liegt dabei klar auf Effizienz, Flexibilität und der Fähigkeit, schnell und angemessen auf Kundenbedürfnisse und Marktnachfrage zu reagieren.

Gerd Walker, Vorstand für Produktion und Logistik der AUDI AG, sagt: „Ein Greenfield- Werk gibt uns die Chance, unsere Fertigung von Beginn an neu zu denken. Wir können hocheffiziente und flexible Strukturen schaffen, modernste Technologien integrieren und ein starkes lokales Lieferantennetzwerk aufbauen. Unser Anspruch ist, einen Maßstab für Premiumfertigung zu setzen, der das weltweite Produktionsnetzwerk von Audi stärkt.“

Gouverneur Brian P. Kemp spricht von einer gemeinsamen Chance

Über die rund 4.500 geplanten Arbeitsplätze hinaus kann die Investition auch Zulieferern, Dienstleistern und Ausbildungspartnern in der Region zusätzliche Chancen bieten.

Brian P. Kemp, Gouverneur von Georgia, sagt: „Georgia hat sich einen Namen als Standort gemacht, an dem internationale Unternehmen die Zukunft ihrer Branchen gestalten. Die Entscheidung von Audi, hier sein erstes amerikanisches Werk zu errichten, ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg. Wir sind stolz, eine der bedeutendsten Automobilmarken der Welt in Georgia willkommen zu heißen. Gemeinsam haben wir die Chance, dauerhaften wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen, unseren Gemeinden neue Perspektiven zu eröffnen und die nächste Generation der amerikanischen Automobilproduktion mitzugestalten.“

Globale Wettbewerbsfähigkeit von Audi stärken

Eine stärkere Präsenz in Nordamerika hilft, das globale Geschäft von Audi ausgewogener und widerstandsfähiger zu machen, Handels- und Währungsrisiken zu verringern und zusätzliche Chancen für profitables Wachstum zu schaffen.

Deutschland und Europa bleiben mit ihrer Ingenieursexpertise, ihrer technologischen Stärke und ihrer Fertigungskompetenz das industrielle Rückgrat von Audi. Die Expansion in Nordamerika ergänzt das bestehende Produktionsnetzwerk und unterstützt das langfristige Ziel von Audi, seine Wettbewerbsfähigkeit weltweit zu stärken.

Manfred Döss, Aufsichtsratsvorsitzender der AUDI AG, sagt: „Die Zukunft von Audi wird nicht allein durch Kostensenkungen, gesteigerte Effizienz und herausragende Technologie gesichert. Wir brauchen den Mut zu investieren, neue Chancen zu ergreifen und Entscheidungen zu treffen, die unser Unternehmen für die kommenden Jahrzehnte prägen werden. Diese geplante Investition zeigt unsere Entschlossenheit, genau das zu tun.“

Über die Marke Audi

Audi verbindet Premium-Mobilität mit technologischem Fortschritt und wegweisendem Design. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht „Vorsprung durch Technik“ für den technologischen Anspruch von Audi. Audi bietet ein breites Portfolio an Premiumfahrzeugen, das vielfältigen Kundenbedürfnissen und regionalen Anforderungen gerecht wird. Der Audi Konzern ist in mehr als 110 Märkten vertreten, produziert an 21 Standorten in zwölf Ländern und beschäftigt mehr als 88.000 Menschen. Neben der Marke Audi gehören der Sportwagenhersteller Lamborghini, die Luxusmarke Bentley und der Motorradhersteller Ducati zum Audi Konzern.

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