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Der Bundesrat will noch diesen Sommer über das neue System zur bodengestützten Luftverteidigung entscheiden. (Bild: VBS)

System zur Luftverteidigung soll in Europa beschafft werden

Wie das Bundesamt für Rüstung armasuisse gestern mitgeteilt hat, befindet sich der Aufbau einer effektiven Verteidigung des Schweizer Luftraums auf gutem Wege. Die vier kontaktieren Hersteller aus Deutschland, Frankreich, Israel und Südkorea hätten nun die letzten Unterlagen eingereicht. Weil es bei der Auslieferung des US-amerikanischen Patriot-Systems zu Verzögerungen kommt, sah sich das Bundesamt dazu veranlasst, sich bei anderen Herstellern für ein System zur bodengestützten Luftverteidigung umzusehen. Die Neuanschaffungen werden aus dem laufenden Armeebudget bezahlt. Der Bundesrat will seinen Entscheid noch diesen Sommer fällen. Das System soll bevorzugt in Europa beschafft werden, lässt die Regierung verlauten.

Bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite: Informationen der angefragten Anbieter eingetroffen

Das Bundesamt für Rüstung armasuisse hat gestern die letzten Unterlagen der angefragten Hersteller aus vier Ländern für ein zusätzliches System zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite erhalten. Die eingegangenen Informationen werden nun analysiert und dienen als Grundlage, damit der Bundesrat noch im Sommer über das weitere Vorgehen befinden kann.

Angesichts der angespannten geopolitischen Lage und der zunehmenden Bedrohung durch Distanzwaffen will der Bundesrat die Luftverteidigung gezielt stärken. Aufgrund der mehrjährigen Verzögerung bei der Auslieferung des US-Patriot-Systems hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 6. März 2026 das VBS beauftragt, die Beschaffung eines zusätzlichen Systems zu prüfen, das vorzugsweise in Europa produziert wird.

Vier Nationen angefragt

In der Folge hat das Bundesamt für Rüstung armasuisse bei vier Nationen mittels eines „Request for Information” (RFI) zusätzliche Informationen zu Systemen zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite eingeholt. Die angefragten Hersteller aus Deutschland, Frankreich, Israel und Südkorea haben bis heute die Unterlagen fristgerecht eingereicht.

Die Rückmeldungen werden nun aus militärischer, technischer und kommerzieller Sicht ausgewertet. Auf Basis dieser Informationen und weiteren Abklärungen im Zusammenhang mit dem System Patriot wird der Bundesrat voraussichtlich noch im Sommer über das weitere Vorgehen befinden.

Ein allfälliges zusätzliches System soll vorzugsweise in Europa produziert werden. Dabei kann es sich entweder um ein europäisches System oder um ein aussereuropäisches System handeln, das in Europa hergestellt wird. Damit sollen einerseits Abhängigkeiten von einzelnen Lieferketten beziehungsweise einzelnen Staaten reduziert und andererseits die Verfügbarkeit besser abgesichert werden.

Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung sind in naher Zukunft alternativlos

Für ihre Sicherheit will die Schweiz ihren Luftraum überwachen, schützen und im Fall eines Angriffs verteidigen. Als neutraler Staat will sie dafür so wenig wie möglich von anderen Staaten oder Organisationen abhängig sein.

Zum Schutz und zur Verteidigung des Luftraums ist eine Kombination aus Kampfflugzeugen und bodengestützter Luftverteidigung notwendig. Die heutigen Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung kurzer Reichweite sind veraltet oder werden es bald sein. Eine bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite ist nicht vorhanden.

Zu Kampfflugzeugen und bodengestützter Luftverteidigung gibt es auch in Zukunft keine tauglichen Alternativen: Drohnen, Helikopter und leichte Kampfflugzeuge fliegen zu langsam und zu wenig hoch.

Die neuen Kampfflugzeuge und bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite werden aus dem Armeebudget bezahlt. Sie sind eine Investition für mindestens 30 Jahre.

Weiteres Vorgehen

Am 16. Februar 2022 hat der Bundesrat im Rahmen der Armeebotschaft 2022 dem Parlament die Verpflichtungskredite zur Beschaffung der Kampfflugzeuge F-35A und des bodengestützten Luftverteidigungssystems Patriot sowie je die damit verbundenen baulichen Massnahmen beantragt.

Am 15. September 2022 hat das Parlament die Armeebotschaft 2022 verabschiedet. Bezüglich der Beschaffung der F-35A hat das Parlament den Bundesrat explizit beauftragt, den Kaufvertrag bis Ende März 2023 (Ablauf der Gültigkeit der Offerten) zu unterzeichnen. Am 19. September 2022 hat die Schweiz den Beschaffungsvertrag mit der US-Regierung unterzeichnet. Gleichzeitig unterzeichnet wurde die Offsetvereinbarung mit dem Hersteller Lockheed Martin.

Die Auslieferung der Kampfflugzeuge F-35A und des Systems der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite Patriot erfolgt voraussichtlich ab 2027 bis 2030.

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