Nicolas A. Rimoldi, Präsident von MASS-VOLL, will juristische Schritte gegen die FDP Schweiz einleiten. Sofern die Findungskommission der FDP seine Kandidatur für das Amt als Parteipräsident nicht berücksichtigen sollte. “Die Partei versucht gezielt meine Kandidatur zu verhindern”, poltert Rimoldi im Interview mit dem Schweizer Online-Magazin für Politik, ProudMag.com. Die Delegiertenversammlung der FDP hätte das Recht auf eine echte Wahl. Von einem freisinnigen Co-Präsidium hält Rimoldi nichts. Mit den beiden EU-Befürwortern Susanne Vincenz-Stauffacher und Benjamin Mühlemann würde die FDP auf direktem Weg in den Abgrund fahren, ist dieser überzeugt.
Von Claudio Prader
Am 3. Juni 2025 hat der Aargauer Ständerat Thierry Burkart seinen Rücktritt als Präsident der FDP Schweiz bekannt gegeben. Seitdem suchen die Freisinnigen eifrig nach geeigneten Papabili für seine Nachfolge. Offiziell hält sich die Findungskommission der FDP noch bedeckt. Schlussendlich geht es auch beim Freisinn darum – so wie bei der Papstwahl auch, den “modus operandi” zu wahren. Und sei es bloss “pro forma”. Deshalb wird die Kommission unter der Leitung vom Zürcher Nationalrat Beat Walti an der Konferenz der Parteipräsidenten am kommenden Freitag zuerst einmal ihren Bericht vorlegen. Anschliessend wird die FDP-Delegiertenversammlung am 18. Oktober 2025 die Nachfolge des abtretenden Präsidenten designieren. Offiziell ist also noch nichts entschieden. Zumindest offiziell, wie es scheint.
Mit Susanne Vincenz-Stauffacher und Benjamin Mühlemann soll ein Co-Präsidium die FDP leiten
Und nun zum inoffiziellen Teil der Geschichte. Um es mit den Worten des Römischen Kaisers Gaius Julius Caesar zu sagen: “alea iacta est”. Die Würfel sind gefallen. Oder um einen anderen historischen Aphorismus zu bemühen. Es macht ganz den Anschein, als sei der segensreiche Ausspruch “habemus papam” bereits verkündet worden. Bekanntlich sollen an der Delegiertenversammlung gleich zwei Päpste den Heiligen Stuhl besteigen. Naja, genau genommen sind es ein Papst und eine Päpstin. Denn so wie es die Spatzen von der Kuppel des Bundeshauses herab pfeifen, wird ein Duo die Führung der FDP Schweiz übernehmen. Ein Co-Präsidium soll es demnach werden. Bestehend aus der St.Galler Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher und dem Glarner Ständerat Benjamin Mühlemann.
Der Glarner Ständerat Benjamin Mühlemann ist ein politisches Leichtgewicht
Benjamin Mühlemann ist ein politisches Leichtgewicht. Er sitzt erst seit Dezember 2023 im Ständerat. Vor seinem Wechsel aufs nationale Politik-Parkett sass er für die Freisinnigen im Glarner Regierungsrat. Bevor seinem Einstieg in die Politik amtete Mühlemann als Mitglied der Geschäftsleitung beim Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband suissetec. Für die breite Bevölkerung ist er ein unbeschriebenes Blatt. Erfahrungen als Primus einer Partei kann er nicht vorweisen. Benjamin Mühlemann, einst Journalist für die Glarner Regionalausgabe der Zeitung Die Südostschweiz, bringt damit kaum politisches Profil und Gewicht auf die Waagschale. Trotzdem will ihn die FDP offensichtlich an die Spitze der Partei hieven.
Auch sein Leistungsausweis als Ständerat ist eher dürftig. Bisweilen hat er drei Motionen eingereicht. Die eine behandelt die Förderung sicherer und nachhaltiger Chemikalien. Eine andere die Entlastung von Sportvereinen bei der Unfallversicherung. In einer dritten Motion fordert er die rasche Einführung der digitalen Unterschriftensammlung. In seinem einzigen Postulat sorgt sich Mühlemann um den Bundesbeitrag an die AHV. Hinzu kommen zwei Interpellationen. In der einen Interpellation geht es wiederum um die finanzielle Entlastung von Sportvereinen. Und in der anderen um Fördermassnahmen für das Recycling von Kunststoff.
Die St.Galler Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher ist die Busenfreundin der Linken
Susanne Vincenz-Stauffacher sitzt seit 2019 im Nationalrat. Die von ihr eingereichten Motionen, Postulate und Interpellationen weisen darauf hin, dass die Juristin sich mehrheitlich mit zwei Themen befasst: dem Schutz der Umwelt und dem Schutz von Frauenrechten. In ihren Vorstössen im Nationalrat sorgt sie sich mitunter um die Qualität des Grund- und Trinkwassers sowie den Ausbau nachhaltiger Energiekonzepte. Sie zeigt sich um die Vorbildfunktion der Schweiz beim Klimaschutz besorgt. Auch setzt sich Vincenz-Stauffacher für die Schaffung klimafreundlicher Lieferketten oder die Verringerung des Wasserverbrauchs ein.
Auf der anderen Seiten engagiert sich Susanne Vincenz-Stauffacher für Massnahmen gegen sexuellen Missbrauch oder für die Strafverfolgung von Menschenhandel. Ausserdem ist es ihr ein Anliegen, dass die Schweiz bei einem Schwangerschaftsabbruch die menschenrechtlichen Regelungen der WHO einhält. Wer genau hinschaut könnte darin eher das politische Programm einer Nationalrätin der Sozialdemokratischen Partei SP erkennen. Anstatt das politischen Wirken einer FDP-Volksvertreterin. Honi soit qui mal y pense!
Susanne Vincenz-Stauffacher hat sich 2020 in St.Gallen für die Wahl der SP-Kandidatin Laura Bucher eingesetzt
Ihre ideologische Nähe zu den Linken hat Susanne Vincenz-Stauffacher anlässlich der St.Galler Regierungsratswahlen Mitte April 2020 unter Beweis gestellt. Indem sie unter dem Hashtag #forzalaura die SP-Kandidatin Laura Bucher im Wahlkampf tatkräftig unterstützt hat. Die FDP-Nationalrätin empfahl Laura Bucher mit dem Slogan “Weil es in der Regierung unbedingt eine zweite kompetente Frau braucht” zur Wahl. Mit durchschlagendem Erfolg. Die Sozialistin Bucher hat die Wahl zur Regierungsrätin ohne Nebengeräusche gewonnen und amtet seitdem als Vorsteherin des Innendepartements. Die FDP des Kantons St.Gallen hat Vincenz-Stauffacher zuvor über ihre Unterstützung für die linke Kandidatin informiert. Nicolas A. Rimoldi zu diesem Vorgang: “Ich hatte damals den Parteiausschluss von Frau Vincenz-Stauffacher gefordert.” Honi soit qui mal y pense!
Ich hatte damals den Parteiausschluss von Frau Vincenz-Stauffacher gefordert. Nicolas A. Rimoldi, Präsident MASS-VOLL
Die politischen Seilschaften zwischen FDP und SP im Kanton St. Gallen sind eng gestrickt
Die vermeintlichen Seilschaften zwischen der FDP und der SP sind eng verknüpft. Denn Vincenz-Stauffacher hat sich im 2020 nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit für die Sozialistin Laura Bucher verbürgt. Sondern die FDP-Exponentin hat sich damit bei den Sozialdemokraten bedankt. Ein Jahr zuvor ist Vincenz-Stauffacher nämlich mit der Hilfe der Linken in den Nationalrat gewählt worden. Die SP wiederum hat Vincenz-Stauffacher im 2019 auch nicht aus rein philanthropischen Gründen unterstützt. Mitnichten.
Die Linke hat sich deshalb als Wahlhelferin von Susanne Vincenz-Stauffacher betätigt, weil die FDP-Frau im 2019 zugunsten des SP-Kandidaten Paul Rechsteiner auf ihre Kandidatur für den Ständerat verzichtet hat. Damit hat sich die Anwärterin aufs Co-Präsidium der FDP als erfolgreiche Steigbügelhalterin für die Wahl des Sozialdemokraten Rechsteiner zum Ständerat erboten. Die Freisinnig Demokratische Partei als zuverlässige Wahlhelferin für die Sozialdemokratische Partei. Zumindest ist in diesem Punkt auf den Freisinn noch Verlass.
Das Duo mit den beiden Euro-Turbos Vincenz-Stauffacher und Mühlemann wird die FDP definitiv in den Abgrund schicken. Nicolas A. Rimoldi
Nicolas A. Rimoldi fürchtet um die politische Relevanz der FDP
Der Präsident von MASS-VOLL, Nicolas A. Rimoldi, ist um das politische Überleben der Freisinnigen Demokratischen Partei zutiefst besorgt. Wie er im Interview mit dem Schweizer Online-Magazin für Politik, ProudMag.com, schildert. Rimoldi, der ebenfalls um das Amt als Parteipräsident der FDP Schweiz kandidiert, sieht die Freisinnigen auf einem Irrweg. “Das Duo mit den beiden Euro-Turbos Vincenz-Stauffacher und Mühlemann wird die FDP definitiv in den Abgrund schicken.” Mit einem Co-Präsidium versuche die FDP lediglich den Besitzstand wahren. Die Partei wolle sich gegenüber potentiellen Wählerinnen und Wählern als modern und progressiv positionieren. Was ihr damit bestimmt nicht gelingen werde. “Falls die FDP Schweiz tatsächlich ein Co-Präsidium erwägt, ein EU-höriges Präsidium wohlverstanden, dann ist die Partei tot,” schlussfolgert Rimoldi.
Warum hat der rechte Flügel in der FDP keine eigenen Kandidaten vorgeschlagen?
“Ich finde es absolut beschämend, dass der rechte Flügel der FDP keine eigene Kandidatur bei der Findungskommission eingereicht hat. Dass niemand gegen die Kandidaten aus dem Lager der EU-Befürworter aufgestanden ist und eine eigene Kandidatur einreicht hat. “Weshalb bloss leistet der rechte Flügel in dieser Angelegenheit keinen Widerstand? Dass,ist für mich absolut unverständlich”. Er habe gehofft, er könnte diese Leute mit seiner Kandidatur aufwecken, lässt Nicolas A. Rimoldi verlauten.
Ein Co-Präsidium sei keine Medizin sondern pures Gift für die FDP. Rimoldi ist überzeugt: “Eine Partei braucht eine starke Führungsperson. Was die FDP hier tut, hinterlässt den Eindruck einer völlig verweichlichten und amateurhaften Partei. Eine Partei, die sich selber herunterwirtschaftet und ins politische Abseits manövriert. Dass, was die FDP hier tue, sei das genaue Gegenteil von Führungsstärke. Dabei wäre es nach Ansicht des MASS-VOLL Präsidenten dringend nötig, dass die FDP von harter Hand geführt wird. Damit die Partei wieder zu ihren freiheitlichen Wurzeln zurückfinden könne.
Falls nötig werde ich juristische Schritte gegen die FDP einleiten.
Nicolas A. Rimoldi
Nicolas A. Rimoldi will bis zum Äussersten gehen um das Co-Präsidium zu verhindern
Wie Nicolas A. Rimoldi in seiner Mail an den Präsidenten der Findungskommission der FDP, Beat Walti, schreibt, erwägt dieser juristische Schritte gegen die Freisinnig Demokratische Partei einzuleiten, sofern seine Kandidatur für das FDP-Präsidium nicht in der Findungskommission behandelt werde. Er schreibt: “Gerne erinnere ich Sie daran, dass meine Bewerbung form- und fristgerecht einging. Gemäss ihren Regeln müssen Sie diese behandeln.” Die besagte Mail liegt der ProudMag.com-Redaktion vor. Zu seinen Beweggründen für diese Aussage gefragt, erklärt der Präsident von MASS-VOLL: “Ich bin bereit alles Mögliche und auch alles Unmögliche zu unternehmen, um zu verhindern, dass die FDP mit dem Co-Präsidium den selben Fehler begehen wie die linken Parteien.”
Sollte die FDP trotz allem seine Kandidatur nicht berücksichtigen, so bliebe ihm nichts anderes übrig, als MASS-VOLL in Hinsicht auf die nationalen Wahlen im 2027 als Alternative zur FDP antreten zu lassen.
Nicolas A. Rimoldi sieht sich im Mittelpunkt einer Intrige
Laut Nicolas A. Rimoldi hat sich der kämpferische Präsident von MASS-VOLL am 5. Juni 2025 – zwei Tage nach der Rücktrittsankündigung von Thierry Burkhart, bei der FDP Sektion Illnau-Effretikon gemeldet und um Aufnahme in die FDP gebeten. Worauf diese habe verlauten lassen, dass sich die Partei in dieser Angelegenheit bis Anfang September bei ihm melden werde. “Mittlerweile sind beinahe drei Monate vergangen und ich habe noch immer keine Antwort von der FDP erhalten. Offensichtlich hat die FDP-Parteiführung gezielt versucht, meine Kandidatur als FDP-Präsidenten zu verhindern.” Und Rimoldi fährt fort: “Ich gehe einmal davon aus, dass Filippo Leutenegger, der Präsident der FDP Zürich, bei der Sektion Illnau-Effretikon interveniert hat. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.”
Die FDP Illnau-Effretikon behandelt den Antrag von Nicolas A. Rimoldi am 3. September
Stefan Fässler, Präsident der FDP Sektion Illnau-Effretikon, bestätigt gegenüber dem Schweizer Online-Magazin ProudMag.com, dass Nicolas A. Rimoldi bei der Ortspartei einen Mitgliederantrag gestellt hat. Wie dieser in seiner Antwortmail schreibt, werde der Sektions-Vorstand den Antrag von Rimoldi für die Aufnahme in die FDP am kommenden Mittwoch, den 3. September 2025, behandeln. Der Vorstand tagt vierteljährlich, wie Fässler weiter ausführt. Dass der Vorstand das Begehren von Nicolas A. Rimoldi behandeln wird, sei sowohl dem Antragsteller wie auch den Medien gegenüber kommuniziert worden. Rimoldi wird sich demnach noch bis am Mittwoch gedulden müssen.
An seiner Kandidatur für das Amt des FDP-Präsidenten will Rimoldi festhalten
Bis zum heutigen Tag habe ihm die FDP-Findungskommission nicht mitgeteilt, weshalb er den Kriterien für eine Kandidatur für das Amt als Parteipräsident nicht erfülle. Und er wisse auch nicht, welche Kriterien er nicht erfüllen würde. “Ich bin ausgewiesen freiheitlich geprägt und motiviert dazu, die FDP zurück auf die Strasse des Erfolges zu führen”, erläutert Rimoldi. Es verstehe sich von selbst, dass er weiterhin an seiner Kandidatur für das Amt festhalte. Und selbstverständlich erwarte er von der FDP Zürich, dass er als Mitglied in die Partei aufgenommen werde.
Die FDP Schweiz wird die Kandidatur von Nicolas A. Rimoldi als Parteipräsident mit Sicherheit nicht berücksichtigen
Die Findungskommission hat die Eingabe von Nicolas Rimoldi an ihrer letzten Sitzung geprüft. Sie hat beschlossen, die Kandidatur des MASS-VOLL Präsidenten nicht zu berücksichtigen. In seiner Antwortmail schreibt der Kommunikationschef der FDP, Matia Demarmels, dass Rimoldi für das angestrebte Amt schlichtweg die Präqualifikationen fehlen. Dass er damit den definierten Kriterien der PPK (Konferenz der Kantonalparteipräsidenten) und der Findungskommission nicht entspreche.


