Der Ständerat hat am Donnerstag eine Motion von Fabio Regazzi (Mitte/TI) angenommen. Der Bundesrat hat bereits am 18. Februar 2026 der Motion zugestimmt. Der Tessiner Ständerat Regazzi fordert darin, dass ein Wolf abgeschossen werden darf, sobald die Wolfspopulation eine zuvor definierte Anzahl erreicht. Das dafür nötige Quorum soll in Absprache mit den Kantonen festgelegt werden. Die territorialen, umweltbedingten und sozioökonomischen Besonderheiten der einzelnen Regionen berücksichtigen, schreibt der Motionär in seinem Vorstoss. Seine Motion rechtfertigt der Tessiner damit, dass die Wolfspopulation in der Schweiz in den letzten Jahren exponentiell auf mittlerweile 300 Tiere und mehr als 30 Rudel angewachsen ist.
Ein so hoher Wolfsbestand vertrage sich nicht mit der schweizerischen Kulturlandschaft. Weil dadurch sowohl die Bevölkerung wie auch Feriengäste zunehmend gefährdet seien. Regazzi fordert einen Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Wolf in der Schweiz. Mit seiner Motion verfolge er mitnichten das Ziel, den Wolf auszurotten. Vielmehr gehe es ihm darum, die Wolfsbestände rasch, effizient und unkompliziert regulieren zu können.
Medienmitteilung Parlamentsdienst
Ständerat verlangt Schwellenwert für die Wolfspopulation
Wölfe sollen geschossen werden dürfen, sobald die Population eine im Voraus festgesetzte Zahl von Tieren erreicht. Der Ständerat hat am Donnerstag einen entsprechenden Vorstoss angenommen.
Der Schwellenwert soll in Absprache mit den Kantonen festgelegt werden, forderte der Tessiner Mitte-Ständerat Fabio Regazzi, der die Motion eingereicht hatte. Dabei sollen territoriale, umweltbedingte und sozioökonomische Besonderheiten der einzelnen Regionen berücksichtigt werden, wie es in der Motion hiess. Der Vorstoss geht nun an den Nationalrat.
Grund für die geforderte Regulierung sei in den letzten Jahren “exponentiell” angestiegene Wolfspopulation, sagte Regazzi. Von rund einem Dutzend Wölfe im Jahr 2010 sei die Anzahl Wölfe bis heute auf über 300 Tiere angewachsen. Dies habe für die Alpwirtschaft immer gravierendere Folgen und gefährde die traditionelle Weidewirtschaft.
Ständerat Fabio Regazzi (Mitte) fordert einen Paradigmenwechsel hin zur proaktiven Regulierung
Das heutige System, das eine einzelfallbasierte Abschussbewilligung vorsehe, erwies aus Sicht des Motionärs als “zu langsam, zu kompliziert und wirkungslos”. Bei Wolfsangriffen müssten die Tierhalterinnen und Tierhalter oft “wochen- oder monatelang” auf eine Antwort der zuständigen Behörde warten.
Nun soll mit der Motion eine Paradigmenwechsel von einem reaktiven zu einem proaktiven Wolfsmanagmement stattfinden. Wenn die Wolfspopulation in einer gegebenen Region einen festgelegten Schwellenwert übersteigt, sollen Einzelwölfe oder Rudel “zügig und unbürokratisch” geschossen werden dürfen.
Mit seiner Motion will Fabio Regazzi den Wolf in der Schweiz nicht ausrotten
Die Motion habe nicht zum Ziel, den Wolf in der Schweiz auszurotten, war weiter in der Begründung zu lesen. Dabei hielt Regazzi gestützt auf dem Konzept Wolf Schweiz, dass zwölf Rudel für den Arterhalt genügten.


