verteidigung sicherheit politik schweiz armee militär finanzen rüstung ausgaben 2025
Das Parlament verweigert der Schweizer Armee die nötigen finanziellen Mittel zum Kauf von Munition zur Fliegerabwehr. Im Bild die 35mm Fliegerabwehr Kanone 63/12 M Flab (Bild: VBS)

Armee erhält keine Munition zur Fliegerabwehr

Der Entscheid des Parlaments gleicht einem Schildbürgerstreich. Nationalrat und Ständerat beschliessen in der laufenden Herbstsession 2025, der Armee nicht die finanziellen Mittel zu bewilligen, damit das Militär Munition zur Fliegerabwehr kaufen kann. Die dafür notwendige zusätzliche Milliarde Franken hat nach dem Nationalrat nun auch der Ständerat abgelehnt. Der Entscheid wird mit den knappen finanziellen Ressourcen, die dem Bund zur Verfügung stehen, begründet. Der Entscheid ist gegen den Willen von SVP und Die Mitte gefällt worden. Jedoch mit der Zustimmung der FDP. Die Freisinnigen begründeten ihren Entschluss, die Gelder für den Erwerb von Fliegerabwehr-Munition nicht zu sprechen damit, dass die Schweiz bereits die 13. AHV-Rente sowie den Kampfjet F-35 finanzieren müsse. Damit fällt die FDP der bürgerlichen Allianz im Parlament einmal mehr in den Rücken. Damit schwächen die Liberalen die Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee und gefährden die souveräne Wehrfähigkeit unseres Landes.

Zusätzliche Milliarde für Munitionskäufe der Armee ist vom Tisch

Die Schweizer Armee erhält vom Bund keine zusätzliche Milliarde Franken für den Kauf von Fliegerabwehr-Munition. Nach dem Nationalrat hat am Mittwoch auch der Ständerat Nein gesagt zu einer Aufstockung des Rüstungsprogramms 2025 um diesen Betrag. Damit setzte sich in den beiden Räten jene Ratsmitglieder durch, die auf die knappen Bundesfinanzen hinwiesen. Die Gegner argumentierten auch, es sei besser, wenn der Bund die Munitionsbestände kontinuierlich und in kleinen Schritten erhöhe.

Die Befürworterinnen und Befürworter sagten, angesichts der Bedrohungslage und der Engpässe auf dem Rüstungsmarkt sei es nötig, dass der Bund rasch Verträge für den Kauf von Munition abschliesse und sich so Lieferungen sichere.

Der Ständerat stimmt gegen die Milliarde Franken zum Kauf von Fliegerabwehr-Munition

Im Ständerat stimmten am Mittwoch 13 Ratsmitglieder für die “Munitionsmilliarde” und 30 dagegen. Das Rüstungsprogramm 2025 ist Teil der Armeebotschaft 2025, über welche der Ständerat debattierte.

Der Antrag, das Rüstungsprogramm 2025 aufzustocken, kam von der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerats (SiK-S). Präsidentin Andrea Gmür-Schönenberger (Mitte/LU) sagte, es gelte, die Durchhaltefähigkeit der Armee zu vergrössern und eine Lücke zu schliessen. Landesverteidigung ohne verlässliche Vorräte zu betreiben, sei “geradezu absurd”.

SVP und Die Mitte wollen die Milliarde sprechen, FDP verweigert die Zustimmung

Auch Brigitte Häberli-Koller (Mitte/TG) und Werner Salzmann (SVP/BE) sprachen sich für die Zusatzausgabe aus: Sie sei zur Sicherung des Landes nötig. Die finanziellen Bedenken verstehe er, sagte Salzmann.

Pascal Broulis (FDP/VD) sagte hingegen, die Schweiz müsse bereits Mehrkosten für den Kampfjet F-35 und die 13. AHV-Rente finanzieren. Der Weg, diese “Munitionsmilliarde” über das Rüstungsprogramm einzufordern, sei falsch, sagte Josef Dittli (FDP/UR). Auch Bundesrat Martin Pfister sagte, der finanzielle Handlungsspielraum fehle.

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Das Parlament verweigert der Schweizer Armee die nötigen finanziellen Mittel zum Kauf von Munition zur Fliegerabwehr. Im Bild die 35mm Fliegerabwehr Kanone 63/12 M Flab (Bild: VBS)