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Die Schweizerische Post hat auch im Berichtsjahr 2025 wiederum weniger Briefe transportiert. (Bild: Schweizerische Post)

Grundversorgung durch die Post ist gefährdet

Wie die Eidgenössische Postkommission (PostCom) mitteilt, steht die Post vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Wegen dem stetig sinkenden Briefvolumen bekundet die Post immer mehr Mühe, die Grundversorgung zu finanzieren. Trotz dem positiven Konzernergebnis sind sodann weitere einschneidende Massnahmen nötig, damit die Post auch in Zukunft die Grundversorgung garantieren kann. Die Zahl der Poststellen ist auch im Berichtsjahr 2025 gesunken. Und obschon neue Agenturen, welche alternativ die Dienstleistungen der Post anbieten, hinzugekommen sind, sinken real die Zahl der bedienten Poststellen.

Wandel auf dem Postmarkt und Finanzierungsdruck auf der Grundversorgung

Der Schweizer Postmarkt wurde 2025 von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen geprägt. Er verzeichnete einen leicht sinkenden Gesamtumsatz von 4,3 Milliarden Franken bei einem Sendungsvolumen von 2,5 Milliarden Stück. Die stetig abnehmenden Briefmengen gefährden die Finanzierung der Grundversorgung zunehmend. Die mit den Briefsendungen der Grundversorgung erzielten Erträge im Jahr 2025 vermochten die damit verbundenen Kosten erstmals nicht mehr zu decken. Trotzdem konnte die Post insgesamt ein positives Konzernergebnis erwirtschaften.

Entwicklung der Postmärkte

Der Schweizer Postmarkt verzeichnete im Jahre 2025 einen Gesamtumsatz von 4,3 Milliarden Franken bei einem Sendungsvolumen von 2,5 Milliarden Stück.

Der leichte Rückgang des Umsatzes im Berichtsjahr (-0.3 %) lässt sich durch den anhaltenden Volumenrückgang des Briefgeschäftes bei gleichzeitig weitgehend stabilen Briefpreisen erklären.
Mit 1,5 Milliarden Sendungen im Jahre 2025 ist das Briefvolumen seit 2021 rund um einen Fünftel gesunken.

Auf dem KEP-Markt (Pakete, Express, Kurier) stiegen hingegen der Umsatz und die Sendungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 4 %. Diese positive Entwicklung des Paketgeschäfts wurde vor allem vom grenzüberschreitenden Versandhandel getragen: Bei Importsendungen stiegen Umsatz und Menge um rund 12 %.

Im internationalen Vergleich entwickelte sich der Schweizer Postmarkt zuletzt unterdurchschnittlich. Während der Branchenumsatz in Europa zwischen 2020 und 2024 im Durchschnitt um rund 6 % pro Jahr wuchs, war das Postgeschäft in der Schweiz leicht rückläufig. Der Hauptgrund liegt in der Struktur des Schweizer Postmarktes: Das im internationalen Vergleich weiterhin aussergewöhnlich hohe, zugleich aber sinkende Briefvolumen kann durch das Wachstum im Paketgeschäft nur teilweise kompensiert werden.

Der Postmarkt in der Schweiz hinkt der Entwicklung im Ausland hinterher

Auch im Fünfjahresvergleich zeigt sich ein rückläufiger Trend. Seit 2021 sanken die Umsätze im Postsektor durchschnittlich um 0,3% pro Jahr, während die Sendungsmengen jährlich um 4,7% abnahmen. Diese Entwicklung verdeutlicht den strukturellen Rückgang der Briefpost, deren wirtschaftliche Bedeutung seit Jahren kontinuierlich abnimmt. Im Jahr 2025 entfiel auf das Briefgeschäft – einst die wichtigste Ertragssäule des Postmarktes – nur noch rund ein Drittel des gesamten Branchenumsatzes.

Seit mehreren Jahren stellt die PostCom fest, dass sich der Schweizer Postmarkt im internationalen Vergleich schwächer entwickelt. Die jüngsten Zahlen deuten sogar auf eine zunehmende Divergenz hin: Während die in der ERGP-Studie zu den Postindikatoren erfassten Länder zwischen 2020 und 2024 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 5,6% verzeichneten, lag das Wachstum in der Schweiz im selben Zeitraum bei lediglich 0,8 % pro Jahr. Auch bei den Sendungsmengen zeigt sich europaweit ein rückläufiger Trend (-2,7 % pro Jahr), der in der Schweiz mit -4,0 % jedoch deutlich ausgeprägter ausfällt. Vieles spricht dafür, dass diese Entwicklung anhalten könnte. In mehreren europäischen Ländern bestehen im E-Commerce weiterhin bedeutende Wachstumspotenziale, während der Schweizer B2C-Paketmarkt bereits einen hohen Reifegrad erreicht hat. Zudem prägt das im internationalen Vergleich weiterhin hohe Briefaufkommen die Geschäftsentwicklung hierzulande noch immer stark.

Umsatz

Im Mai 2026 waren bei der Eidgenössischen Postkommission PostCom 198 Postdiensteanbieterinnen registriert (- 9 / 2024). Davon unterstanden 53 Unternehmen (- 7) der ordentlichen und 145 (- 2) der vereinfachten Meldepflicht. Der jüngste Rückgang der Zahl registrierter Anbieterinnen ist in erster Linie auf die fortschreitende Konsolidierung im Postmarkt zurückzuführen.

Grundversorgung: Post weiterhin über den Vorgaben

Gemäss Postverordnung müssen 97 % aller inländischen Briefe der Grundversorgung am darauffolgenden Werktag bzw. innerhalb von drei Werktagen nach Aufgabe zugestellt werden.

Bei den E+1-Briefen erreichte die Post eine Pünktlichkeit von 97,30 % und erfüllte somit die Laufzeitvorgabe. Im Vergleich zum Vorjahr sank dieses Resultat jedoch geringfügig.
Bei den E+3-Briefen übertraf die Post die regulatorischen Anforderungen mit den gemessenen 98,70 % deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr sank dieses Resultat jedoch geringfügig.

Gemäss Postverordnung müssen 95 % aller inländischen Pakete der Grundversorgung am darauffolgenden Werktag bzw. innerhalb von drei Werktagen nach Aufgabe zugestellt werden.

Bei den E+1-Paketen konnte die Post mit 96,10 % die Laufzeitvorgabe klar übertreffen. Im Vergleich zum Vorjahr resultierte jedoch ein leicht tieferes Resultat. Auch bei den E+3-Paketen schnitt die Post mit den gemessenen 99,60 % deutlich über der Vorgabe ab. Dieses Resultat ist gleich hoch wie im Vorjahr.

Abonnierte Zeitungen müssen grundsätzlich bis spätestens 12.30 Uhr an alle Haushalte zugestellt werden, wenn in einer Region keine Frühzustellung angeboten wird.
Für das Jahr 2025 stellte die PostCom fest, dass die gesetzliche Vorgabe von 95 % mit einem schweizweit erreichten Jahreswert von 97,8 % deutlich übertroffen wurde. In Bezug auf die Erreichbarkeit übertraf die Post in sämtlichen Kantonen den Zielwert von mindestens 90 % (inkl. Hausservice). Auf nationaler Ebene ergab sich ein Jahreswert von 96,87 % (inkl. Hausservice). Der Jahreswert ist geringfügig höher als im Vorjahr mit 96,73 %, was hauptsächlich auf die Ausweitung der Hausservicegebiete zurückzuführen ist.

Postnetz: weniger Zugangspunkte bedient

Ende 2025 bestand ein Netz von 718 eigenbetriebenen Poststellen und 1 264 Postagenturen. Insgesamt verfügt die Post somit über ein Netz von 1 982 bedienten Zugangspunkten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr gingen die Anzahl der Poststellen zurück (- 47) und die Anzahl der Agenturen nahm zu (+ 34). Insgesamt war per Ende 2025 eine Abnahme von 13 bedienten Zugangspunkten zu verzeichnen (im Vorjahr: – 11).

Die Anzahl der Gebiete mit Hausservice ist per Ende 2025 auf 1 922 gestiegen. Dies entspricht einem Plus von 11 Gebieten im Vergleich zum Vorjahr. Der Anstieg der Gebiete mit Hausservice ist das Resultat der Netzentwicklung und den damit verbundenen Umwandlungen von Poststellen und Agenturen.

Auch die Anzahl der Haushalte in der Schweiz, denen ein Hausservice angeboten wird, nahm leicht zu und umfasst nun 534 834 Haushalte. Anteilsmässig erhalten 11,4 % aller nationalen Haushalte den Hausservice. Dieser Anteil wächst seit Jahren langsam, aber stetig (2019 betrug dieser Anteil noch 8,9 %). Jedoch erhöht sich auch die gesamte Anzahl der Haushalte in der Schweiz seit Jahren. Per Ende 2025 wies die Schweiz 4 685 504 Haushalte auf, was im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 1,07 % entspricht.

Im Berichtsjahr verschickte die Post 25 Entscheideröffnungen an Gemeinden, die insgesamt 21 Poststellen betrafen. In zwei Fällen verschickte die Post jeweils zwei Entscheideröffnungen (eine Entscheideröffnung an die Standortgemeinde und eine Entscheideröffnung an eine mitbetroffene Gemeinde). In einem weiteren Fall eröffnete die Post – neben der Standortgemeinde – zwei mitbetroffenen Gemeinden einen Entscheid.

Zu sechs Poststellen, zu denen die Post den Gemeinden einen Entscheid eröffnet hatte, gingen keine Eingaben von den 10 betroffenen Gemeinden bei der PostCom ein. Insgesamt gingen bei der PostCom also 15 Eingaben um Abgabe einer Empfehlung ein.

Finanzierung der Grundversorgung

Auf Vollkostenbasis resultiert ein negatives Ergebnis innerhalb der Grundversorgung von – 137 Mio. Franken. Erstmals kann die Grundversorgung – trotz erlaubter Querfinanzierung mit den Transferzahlungen des Nettokostenausgleichs – nicht mehr die vollen Kosten tragen. Somit ist auf Vollkostenbasis die Ertragsfähigkeit der Grundversorgung nicht gegeben. Die Hauptgründe für dieses negative Ergebnis sind, neben der schwindenden finanziellen Ertragskraft des Briefbereichs und dem steigenden Defizit der Zeitungszustellung, hauptsächlich der kostenintensive Zahlungsverkehr der Grundversorgung. Auch der Paketbereich deckt seine Kosten nicht vollumfänglich ab. Ausserhalb der Grundversorgung resultiert ein positives Ergebnis von 28 Mio. Franken. Haupttreiber für dieses positive Ergebnis ist die PostFinance.

Aufsichtsrechtliche Anzeigen und Verfahren

Die Anzahl der Zusendungen im Zusammenhang mit der Post nahm 2025 mit 116 Eingaben gegenüber dem Vorjahr erheblich zu (2024: 73). Angesichts der relativ geringen Anzahl können die Beanstandungen nicht als repräsentativ betrachtet werden. Die Beanstandungen betrafen unter anderem Fehlzustellungen oder verlorene bzw. zu spät zugestellte Sendungen. Ein beträchtlicher Teil der Zusendungen bezog sich zudem auf Dienstleistungen und Bereiche der Post wie die Zustellung nicht adressierter Sendungen oder elektronische Dienstleistungen, die nicht in die Zuständigkeit der PostCom fallen. In Bezug auf die übrigen Anbieterinnen von Postdiensten gingen 2025 fünf Reklamationen ein (2024: 3).

Verfahren betreffend Hausbriefkästen: Die Anzahl der formellen Gesuche stieg 2025 leicht an. In 13 Fällen leitete die PostCom ein Verwaltungsverfahren zur Überprüfung des Briefkastenstandorts ein (2024: 10). Die PostCom schloss im Berichtsjahr 11 Verfahren mit einem materiellen Entscheid ab (2024: 7). Dabei wurden ein Gesuch gutgeheissen und 10 Gesuche abgewiesen (2024: 1 Gutheissung und 6 Abweisungen). Drei Verfahren wurden infolge Rückzugs des Gesuchs abgeschrieben (2024: 3).

Verfahren betreffend Hauszustellung: Bei Streitigkeiten über die Hauszustellung zwischen der Post und Empfängerinnen sowie Empfängern von Postsendungen hat die PostCom 2025 zwei neue Verfahren eingeleitet (2024: 1). Die PostCom hat 2025 vier Verfügungen (Endentscheide) betreffend die Hauszustellung erlassen (2024: 0). In zwei Fällen wurden die Gesuche gutgeheissen, zwei weitere Gesuche wurden abgewiesen.

Arbeitsbedingungen

Entscheide der PostCom in Aufsichtsverfahren gegenüber meldepflichtigen Anbieterinnen von Postdiensten: Im Berichtszeitraum erliess die PostCom zwei Verfügungen bezüglich der Einhaltung der branchenüblichen Arbeitsbedingungen, die sich ausschliesslich an vereinfacht registrierte Anbieterinnen richteten. Im Bereich der Auskunftspflichten sanktionierte die PostCom eine ordentlich meldepflichtige Anbieterin, die das jährliche Reporting für das Jahr 2024 nicht fristgerecht und trotz mehrfacher Mahnungen nicht vorgelegt hatte.

Seit Januar 2019 wurden 101 Unternehmen umfassend geprüft, wobei in 29 Fällen Aufsichtsverfahren eingeleitet wurden. Die häufigsten Beanstandungen betrafen die Einhaltung der vertraglich festgelegten Wochenarbeitszeit (maximal 44 Stunden), des Mindeststundenlohns (mindestens 19 Franken) sowie anderer arbeitsrechtlicher Verpflichtungen.

Verwaltungsstrafverfahren: Im Berichtsjahr wurden drei Strafbescheide wegen Verletzung der Meldepflicht erlassen. Der Bussenrahmen reichte dabei von CHF 300 bis CHF 1 800. Einsprachen gegen die Strafbescheide wurden keine erhoben und die Entscheide sind in Rechtskraft erwachsen.

Schlichtungsstelle weiterhin gefragt

Im Berichtsjahr wandten sich insgesamt 276 Personen mit allgemeinen Anfragen sowie konkreten Fällen an die Schlichtungsstelle Ombud-PostCom. Im Berichtsjahr wurden 81 Schlichtungsverfahren eröffnet, was einer Zunahme von rund 3 % entspricht.

Ausblick

Bislang hat die Schweizer Bevölkerung von den tiefgreifenden Veränderungen auf dem Postmarkt relativ wenig gespürt. Dies liegt vor allem daran, dass die Dienstleistungen der Grundversorgung weiterhin in hoher Qualität und zu angemessenen Preisen erbracht werden. Doch diese vermeintliche Schweizer Besonderheit könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Die stetig abnehmenden Briefmengen gefährden die Finanzierung der Grundversorgung zunehmend. Die mit den Briefsendungen der Grundversorgung erzielten Erträge im Jahr 2025 vermochten die damit verbundenen Kosten erstmals nicht mehr zu decken. Mit der Änderung der Postverordnung vom 1.  April 2026 hat der Bundesrat die Qualitätsvorgaben herabgesetzt, um die Finanzierung der Grundversorgung zu verbessern. Da das Briefvolumen weiter zurückgehen dürfte, braucht es eine langfristige Lösung.

Angesichts veränderter Lebensweisen und Konsumgewohnheiten sowie der Ablösung physischer Briefe durch digitale Sendungen stellt sich grundsätzlich die Frage, ob die postalische Grundversorgung in der heutigen Form noch relevant ist. Der Bundesrat hat angekündigt, Ende Juni 2026 die Vorlage zur Revision des Postgesetzes in die Vernehmlassung zu schicken. Damit soll die Grundversorgung modernisiert werden.

Wie sich zeigt, stehen die Schweiz und ihre Nachbarländer vor ähnlichen Herausforderungen. In diesem Zusammenhang wird es aufschlussreich sein, die Debatte über die geplanten neuen EU-Vorschriften betreffend Zustelldienstleistungen zu verfolgen. Die PostCom wird ihre Expertise im Rahmen der ihr übertragenen Aufgaben auch weiterhin in die Überarbeitung der schweizerischen Postgesetzgebung einbringen.

Über die PostCom

Die Eidgenössische Postkommission (PostCom) wacht über die Qualität der postalischen Grundversorgung und deren Finanzierung. Sie beobachtet die Entwicklungen auf dem Markt und sorgt dafür, dass die geltenden gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Darüber hinaus informiert sie die Bevölkerung über ihre Tätigkeit und schlägt dem Bundesrat konkrete Massnahmen vor. Die Kommission setzt sich aus sieben durch den Bundesrat gewählten Mitgliedern zusammen und wird durch ein Fachsekretariat unterstützt. Als unabhängige Behörde ist sie administrativ dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) angegliedert.

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