Seit dem 15. Jahrhundert tragen der Kanton und die Stadt Zürich den Löwen als Hoheitszeichen im Wappen. Und eben so lange haben die Zürcher ihren Widersachern das Fürchten gelernt. Schlussendlich wäre es den Eidgenossen ohne den Mut und die Stärke der Zürcher nicht gelungen, die Habsburger aus der Schweiz zu verbannen. Ganz so lange sitzt der SVP-Nationalrat Benjamin Fischer (SVP) zwar noch nicht im Parlament. Aber er zeigt in Bern diejenigen Attribute, die dem Löwen zugeschrieben werden: Mut und Stärke. Der Zürcher SVP-Politiker mit dem Löwenherz hat für seine parlamentarische Initiative “Nennung von Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit bei Polizeimeldungen” beherzt und mutig gekämpft. Und hat einen durchschlagenden Erfolg errungen. Schon wieder hat ein Zürcher der Schweizer Bevölkerung einen grossen Dienst erwiesen.
Von Claudio Prader
Falls Sie sich demnächst wundern sollten, weshalb in den Schweizer Medien urplötzlich auch die Nationalität von Straftätern genannt wird, so gibt es dafür eine simple Erklärung. Die Antwort lautet kurz und bündig: Benjamin Fischer, SVP-Nationalrat aus dem Kanton Zürich. Seiner parlamentarischen Initiative haben wir es zu verdanken, dass in Polizeimeldungen nebst dem Alter und dem Geschlecht neuerdings zwingend auch die Staatsangehörigkeit angegeben werden muss. Was uns die Medien jahrelang bewusst – oder auch unbewusst – verschwiegen haben, gelangt so endlich ans Licht der Öffentlichkeit. Ausser natürlich, die linken Leitmedien – allen voran das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), der TagesAnzeiger, die SonntagsZeitung, die WOZ, der Blick oder Der Bund, entscheiden sich aus politischen Gründen dafür, diese Information auch weiterhin nicht zu veröffentlichen.
Benjamin Fischer stemmt sich mit parlamentarischem Eifer und einer positiven Einstellung gegen den Politik-Verdruss in der Bevölkerung
Der Nationalrat Benjamin Fischer (SVP/ZH) freut sich besonders in einer Hinsicht über den Erfolg seiner parlamentarischen Initiative “Nennung von Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit bei Polizeimeldungen”. Weil er damit der Bevölkerung aufzeigen kann, dass sich die SVP für die Belange der Leute einsetzt. Und dass es sich lohnt, im Parlament für eine Sache einzustehen und zu kämpfen. Oft sind die Menschen in unserem Land frustriert über die Politik. Gerade im Asyl-Bereich manifestiert sich der Frust in der Bevölkerung über das Politik-Versagen auf ganz besonders evidente Art und Weise. Kaum etwas bewegt sich. Und wenn doch, dann geht’s bloss in winzig kleinen Schritten voran. Veränderungen brauchen Zeit. Besonders in einem Land wie der Schweiz, wo die Mühlen der direkten Demokratie oftmals beinahe zum Stillstand gelangen. In diesen Zeiten sind Erfolge besonders wichtig. Damit ist die Annahme der parlamentarischen Initiative von Benjamin Fischer auch Wasser auf die Mühlen der SVP.
Politiker wie Benjamin Fischer können den Politik-Frust in eine Politik-Lust verwandeln
Die Schweizerische Volkspartei ist landauf und landab bekannt dafür, dass sie den Menschen aufzählt, was im Asylbereich so alles schiefläuft. Wo dringend Verbesserungen nötig wären und wo die Politik in regelmässigen Abständen versagt. Wenn nun aber das Politik-Versagen zu oft angeprangert werden muss, resignieren die Leute mit der Zeit. In dem nun aber die Partei in einer wichtigen Frage reüssiert – so wie bei der Nennung der Nationalität von Straftätern, so kann eine SVP dazu beitragen, dass sich der Politik-Frust der Bürgerinnen und Bürger in eine Art von Politik-Lust verwandelt. Die Lust an der Partizipation. Das wichtigste Kapital einer funktionierenden und lebendigen Demokratie.
Die bürgerlichen Parteien im National- und Ständerat haben die Initiative fast ausnahmslos unterstützt
Am 3. Juli 2025 hat die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates (RK-N) die parlamentarische Initiative von Benjamin Fischer mit 15 zu 9 Gegenstimmen abgelehnt. Der Nationalrat hat die parlamentarische Initiative am 17. September 2025 mit 100 gegen 84 Stimmen angenommen. Für die Initiative gestimmt haben 65 Parlamentarierinnen und Parlamentarier der SVP-Fraktion. Sowie 17 von der FDP und 18 von der Mitte Partei.
Das Abstimmungsprotokoll der namentlichen Abstimmung im Nationalrat finden Sie unter diesem Link.
Am 26. Januar 2026 hat die Kommission für Rechtsfragen des Standerates (RK-S) die parlamentarische Initiative behandelt. Und ist mit 6 Ja- gegen 6 Nein-Stimmen in eine Pattsituation geraten. Kommissions-Präsident Andrea Caroni (FDP/AR) hat mit seinem Stichentscheid den Ausschlag dafür gegeben hat, dass die RK-S den Vorstoss abgelehnt hat. Der Ständerat hat die parlamentarische Initiative von Benjamin Fischer am 3. März 2026 mit 23 gegen 16 Stimmen angenommen. Sämtliche Mitglieder der SVP-Fraktion haben der Initiative zugestimmt. Die FDP-Fraktion hat der Initiative bis auf zwei Ausnahmen und die Mitte-Fraktion hat bis auf drei Ausnahmen zugestimmt.
Das Abstimmungsprotokoll der namentlichen Abstimmung im Ständerat finden Sie
unter diesem Link.
Für einmal hat die bürgerliche Allianz in Bern ganz hervorragend funktioniert. Der Initiant Benjamin Fischer konnte sowohl im Nationalrat wie auch im Ständerat auf die Unterstützung von beinahe allen Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus den Reihen der SVP, FDP und Mitte zählen. Er hat einerseits viel Zuspruch aus den Fraktionen beider Räte erhalten. Und hat anderseits auch sämtliche Parteiverantwortlichen für sein Anliegen gewinnen können. Marcel Dettling, Präsident der SVP Schweiz hat Fischer genau so unterstützt wie die Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher und Co-Präsident Benjamin Mühlemann von der FDP Schweiz. Auch der Präsident der Mitte Partei Schweiz, Philipp Matthias Bregy, gehört zu den Parlamentariern, die seine Initiative unterstützt haben.
SVP-Nationalrat Benjamin Fischer im Gespräch mit dem Online-Magazin ProudMag.com
Im Interview mit dem Schweizer Online-Magazin für Politik, ProudMag.com, erklärt der Nationalrat Benjamin Fischer (SVP/ZH) die Hintergründe seiner Initiative, die damit verbundenen Beweggründe und die Abgründe, die er überwinden musste, um am Ende das Parlament von seinem Vorstoss zu überzeugen.
ProudMag.com: Der Ständerat hat Ihre Initiative, die Sie am 27. September 2024 im Nationalrat eingereicht haben, am 03. März 2026 mit 23 zu 16 Stimmen klar unterstützt. Der Nationalrat hat Ihren Vorstoss bereits am 17. September 2025 mit 100 zu 84 Stimmen deutlich angenommen. Was bedeutet Ihnen dieser Achtungserfolg?
Benjamin Fischer: Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Bevölkerung den Anspruch darauf hat, von den Behörden vollständig und transparent informiert zu werden. Weil die Menschen in diesem Land ein Anrecht auf diese Informationen haben. Für mich persönlich bedeutet der Parlamentsentscheid, dass es offensichtlich möglich ist, mit guten Argumenten und mit einer starker Lobby-Arbeit in den Räten konkrete Resultate zu erzielen. Auch und besonders in einem so emotionalen Bereich wie der Migration.
Die Linken gerieren sich wieder einmal als schlechte Verlierer
ProudMag.com: Die Ratslinken sind Ihnen bestimmt nicht gerade verzückt um den Hals gefallen, oder?
Benjamin Fischer: In der Tat! Linke wie Sibel Arslan oder Tamara Funiciello haben vor und nach den Debatten im Parlament Gift und Galle gespien. Mir ist vorgeworfen worden, ich würde mit meiner Initiative Diskriminierung und stereotype Denkmuster fördern. Was ich irgendwie witzig finde. Denn es sind die Linken, die ständig behaupten, dass “wir” Männer diese Gewalttaten begehen würden. Aber welche “Männer” sind es nun, die Gewalt anwenden? Naja, so genau wollen es die Leute aus dem linken Lager nicht wissen. Aus eben diesem Grund habe ich in meinen Vorstoss verlangt, dass in den Polizeimeldungen sowohl das Alter wie auch das Geschlecht und die Staatsangehörigkeit genannt werden. Damit wir adäquat informiert sind. Wenn nun ein Mann eine Gewalttat begangen hat, so soll dabei auch erwähnt werden, was für ein Mann das war.
ProudMag.com: Die Linken versteigern sich gerne in das diskriminierende Narrativ, dass wir Männer “in corpore” eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Dass diese Gefahr vor allem von Schweizer Männern ausgehe. Verschliessen die Linken damit nicht ihre Augen vor der unliebsamen Realität?
Benjamin Fischer: Das ist eher rot-grüne Realsatire als das schwarz-weisse Abbild der Realität. In verschiedenen Untersuchungen ist zwar festgestellt worden, dass häusliche Gewalt primär von Männern ausgeht. Aber aus denselben Studien geht auch hervor, dass ausländische Frauen statistisch gesehen gewalttätiger und damit öfters als Schweizer Männer in Fälle häuslicher Gewalt involviert sind. Und dass die Gewalttäter in diesem Zusammenhang hauptsächlich unter ausländischen Männern auszumachen sind.
Warum sich die Lektüre des Buches “Schattenseiten der Migration” von Frank Urbaniok lohnt
Wenn es um Migration oder Ausländerkriminalität geht,
mögen die Linken keine Zahlen, Daten und Fakten.
Benjamin Fischer, Nationalrat SVP/ZH
ProudMag.com: Sie sprechen von Untersuchungen und Studien. Können Sie uns ein konkretes Beispiel nennen?
Benjamin Fischer: Gerne. Was mich persönlich gepackt und inspiriert hat, ist das neuste Buch des forensischen Psychiaters Frank Urbaniok “Schattenseiten der Migration. Zahlen, Fakten, Lösungen.” Ich kann den Leuten die Lektüre des Buches nur empfehlen. Herr Urbaniok ist politisch betrachtet bestimmt kein “Rechter”. Im Gegenteil. Wie ich gelesen habe, positioniert er sich selbst politisch eher links der Mitte. Er verfügt aufgrund seiner Praxis als forensischer Psychiater über einen immensen Erfahrungsschatz und Wissensfundus. Und er ist ein Pragmatiker. Trotzdem wird er für seine empirischen Analysen zum Thema Migration von den Linken diskreditiert. Und als “rechter Parias” an den Pranger gestellt. In seinem Buch liefert er Zahlen, Daten und Fakten. Aber wenn es um Migration und Ausländerkriminalität geht, mögen die Linken keine Zahlen, Daten und Fakten.
Die SVP schürt weder Ressentiments noch Vorurteile
Wenn wir die im Buch wiedergegebenen Zahlen und Statistiken genau studieren, so fällt auf, dass die von Ausländern begangene Gewalt sehr spezifisch eingegrenzt werden kann. So lässt sich beispielsweise herauslesen, dass einzelne Nationalitäten bei gewissen Straftaten um ein Vielfaches übervertreten sind. Oder auch umgekehrt. Dass nämlich Griechen deutlich weniger kriminell sind als Schweizer. Frappant übervertreten sind hauptsächlich Leute mit muslimischem Hintergrund. Straftäter aus Afghanistan, Syrien, Nordafrika und dem Maghreb. Vieles habe mit der kulturellen Prägung zu tun, schreibt Frank Urbaniok in seinem Buch. Diese Prägung lasse sich nicht einfach von heute auf morgen ändern. Es ist demnach falsch, wenn der SVP vorgeworfen wird, die Partei wäre fremdenfeindlich. Oder dass wir Ressentiments und Vorurteile bedienen. Vielmehr verweisen die Zahlen zur Kriminalität explizit auf einige Nationalitäten. Und im Kontext dessen auch auf die Tatsache, dass einige Nationalitäten deutlich weniger kriminell sind als die einheimische Bevölkerung.
Die Kommissionen für Rechtsfragen haben Schiffbruch erlitten
ProudMag.com: Sie haben sich mit Ihrer parlamentarischen Initiative den ablehnenden Anträgen der beiden Rechtskommissionen von National- und Ständerat zum Trotz im Parlament durchgesetzt. Haben Sie das bessere politische Gespür oder weshalb ist das Parlament Ihren Argumenten und nicht den Voten der Rechtskommissionen gefolgt?
Benjamin Fischer: (Lacht). Danke für diese Frage, Herr Prader. Das ist nun tatsächlich fantastisch. So etwas kommt im Parlament nun wirklich nicht häufig vor. Ich bin zwar erst seit vier Jahren im Nationalrat, aber ich habe es in dieser Zeit noch nie erlebt, dass ein Vorstoss vom Parlament angenommen wird, obschon beide Kommissionen das Geschäft vorhergehend deutlich abgelehnt haben. Dabei hat die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates (RK-N) meine Initiative besonders deutlich zurückgewiesen. Ich habe meine Initiative in der RK-N präsentiert. Dort ist meine Initiative ausschliesslich deshalb abgelehnt worden ist, weil sie aus dem Lager der SVP stammt. Alle nicht SVP-Vertreter haben nein votiert, und trotzdem ist meine Initiative im Rat durchgekommen. Das ist schon bemerkenswert!
Im Nationalrat haben zwei Kommissionssprecher – namentlich Maja Bally als Sprecherin der Mitte-Partei und Laurent Wehrli als Sprecher der FDP moniert, wie schlimm meine parlamentarische Initiative wäre. Und wie sehr mein Vorstoss von Vorurteilen belastet sei. Trotzdem haben die Leute aus deren eigenen Fraktionen anschliessend für die Initiative gestimmt.
Eigentlich wollte ich im Gesetz festschreiben, dass in den schweizweiten Polizeimeldungen auch der Migrationshintergrund zwingend genannt werden muss.
Eigentlich sollte auch der Migrationshintergrund in den Polizeimeldungen stehen
ProudMag.com: Besteht nun angesichts der erlittenen Niederlage im Parlament nicht die Gefahr, dass die Kommissionen bei der Ausarbeitung des Gesetzes Ihre Forderungen verwässern könnten?
Benjamin Fischer: Ja, diese Gefahr besteht durchaus. Umso mehr müssen wir von der SVP jetzt dran bleiben. Nicht dass die Kommissionen das Thema im Anschluss wieder verwedeln. Und trotz allem noch versuchen könnten, irgend etwas ins Gesetz hinein zu schmuggeln. Hier müssen wir den Kommissionen nun genau auf die Finger schauen. Schliesslich kann der Text, wie ich ihn formuliert habe, eins zu eins ins Gesetz geschrieben werden. Vor allem deshalb, weil ich bei meinen Ausführungen bereits einen Kompromiss eingegangen bin.
ProudMag.com: Sprechen Sie davon, dass in den Polizeimeldungen eigentlich auch der Migrationshintergrund genannte werden müsste? So wie es die SVP bereits vor einigen Jahren im Kanton Zürich einführen wollte?
Benjamin Fischer: Richtig. Eigentlich wollte ich anfangs in meinem Vorstoss mit einbringen, dass der Migrationshintergrund in schweizweiten Polizeimeldungen genannt werden muss. Aber wie ich feststellen musste, besteht kaum eine Chance, eine solche Regelung auf nationaler Ebene einzuführen. Der Widerstand der anderen Parteien wäre schlicht und einfach zu gross. Unter dieser Voraussetzung wäre es schier unmöglich, dafür im Parlament eine Mehrheit zu finden. Schliesslich hat die SVP bereits im 2021 mit einer Initiative versucht, eine solche Regelung für den Kanton Zürich einzuführen. Am Ende hat die Zürcher Stimmbevölkerung den Gegenvorschlag des Regierungsrates favorisiert. In der Politik ist es nun einfach so, dass wir alle hin und wieder Kompromisse eingehen müssen.
Die SVP will keine Schweizer Bürger zweiter Klasse
ProudMag.com: Damals haben die rot-grünen Parteien der SVP vorgehalten, die Schweizerische Volkspartei wolle Schweizer Bürger erster und zweiter Klasse schaffen. Sofern ich mich richtig erinnere?
Benjamin Fischer: Das Problem ist nicht, dass wir in den Eingebürgerten Schweizer zweiter Klasse sehen. Mitnichten! Auch ich persönlich bin strikt dagegen, dass wir verschiedene Kategorien von Schweizer Bürgern schaffen. Vielmehr liegt das eigentliche Problem darin, dass wir viel zu lasch einbürgern. Wir müssten bei den Einbürgerungen viel zurückhaltender sein. Damit wir am Ende eines Einbürgerungsprozesses klar sagen können: Wer eingebürgert worden ist, ist auch ein Schweizer respektive eine Schweizerin. Aber genau das können wir heute wegen der laschen Einbürgerungspraxis nicht. In diesem Zusammenhang zeigt Frank Urbaniok auf, dass die Problematik der fehlenden Integration bei der zweiten und dritten Generation weitaus akuter ist. Die erste Generation vermag sich in der Schweiz noch einigermassen anzupassen und zu integrieren. Wie Studien aber zeigen, fallen die Jungen in diesem Prozess wieder stark in althergebrachte kulturelle Muster zurück.
Die Bürgerinnen und Bürger wollen in Sachen Migration und Ausländerkriminalität transparent informiert werden.
ProudMag.com: Die Linke mag zwar schwirrende Giftpfeile in Ihre Richtung abgeschossen haben. Die SVP handkehrum hat in beiden Räten geschlossen für Ihre Initiative gestimmt. Sie scheinen bei Ihren Parteikolleginnen und Kollegen breiten Rückhalt zu geniessen?
Benjamin Fischer: Ja, zweifellos. Die Bürgerinnen und Bürger wollen in Sachen Migration und Ausländerkriminalität transparent informiert werden. Diese Anspruchshaltung gehört seit anhin zur DNA der SVP. Oder anders ausgedrückt. Es ist zumindest für uns SVP-Parlamentarierinnen und Parlamentarier eine Selbstverständlichkeit, dass dem Schweizer Volk reiner Wein eingeschenkt wird. Darüber müssen wir schon gar nicht erst diskutieren!
FDP-Nationalrat Andrea Caroni hat als einer der wenigen die Initiative nicht unterstützt
ProudMag.com: Wie erklären Sie sich den Umstand, dass die FDP und die Mitte Ihren Vorstoss im Parlament nicht auch geschlossen unterstützt haben? Der FDP-Nationalrat Andrea Caroni, Präsident der Kommission für Rechtsfragen, hat schlussendlich mit seinem Stichentscheid dafür gesorgt, dass die RK-N Ihren Vorstoss abgelehnt hat.
Benjamin Fischer: Ich kann auf diese Frage bloss Mutmassungen anstellen. Ist es ein fundamentaler Anti-SVP-Reflex? Oder wollte man weiterhin die Augen vor der Ausländerkriminalität verschliessen und deshalb nicht für Transparenz sorgen? Vielleicht. Viel wichtiger scheint mir, dass es uns bürgerlichen Parteien gemeinsam gelungen ist, die Initiative erfolgreich durchs Parlament zu bringen. Dass der allergrösste Teil von FDP und Mitte meinen Vorstoss unterstützt hat. Was ich einfach grossartig finde.
Die FDP ist in der Frage der Migration intern gespalten
ProudMag.com: Ist die Unterstützung der FDP mitunter auch dem Umstand geschuldet, dass die Partei unter der Ägide von Thierry Burkhart im Asylbereich nach rechts gerückt ist?
Benjamin Fischer: Das ist schwierig zu beurteilen. Hin und wieder stellt man bei der FDP durchaus die Erkenntnis fest, dass sich im Asylwesen einiges verändern muss. Andererseits hören wir zum Thema Asyl einfach auch viel Widersprüchliches aus den Reihen der FDP. Ich denke, dass es im Asylbereich innerhalb der freisinnigen Partei noch immer zu internen Auseinandersetzungen kommt. Deshalb machen die Freisinnigen bei konkreten Fragen häufig nicht mit. Und aus diesem Grund tritt der bürgerliche Block in Migrationsfragen leider auch nicht immer geschlossen auf. Der Entscheid des Ständerates von Dienstag gibt zwar Anlass zur Hoffnung. Aber es bleibt ein harter Kampf. (Anmerkung der Redaktion: Im Rahmen einer ausserordentlichen Session zum Thema Asyl hat sich der Ständerat am Dienstag für zwei Vorstösse aus den Reihen der SVP ausgesprochen. Diese betreffen eine neue Asylstrategie sowie Ausgangssperren und Inhaftierungen von renitenten Asylsuchenden.)
ProudMag.com: Mit Ihrer Initiative haben Sie den Interessen der Bevölkerung, von Behörden umfassend informiert zu werden, Rechnung getragen. Welche Reaktionen haben Sie aus der Bevölkerung erhalten?
Benjamin Fischer: Die Reaktionen der Bevölkerung waren durchgehend sehr positiv. Wenn sich die Leute kritisch geäussert haben, dann in dem Punkt, als dass wir auch den Migrationshintergrund in die Initiative hätten einbringen müssen. Weil die Leute offenbar wissen wollen, ob es sich um einen Schweizer oder um einen eingebürgerten Täter handelt. Ich sehe den Punkt, aber dass ist leider (momentan) einfach nicht machbar. Da müssen wir einfach realistisch sein.
Von unserer Seite ist nun eine starke Oppositionspolitik gefragt.
Die Stadt Zürich ist für bürgerliche Politik ein hartes Pflaster
ProudMag.com: Bei den Gemeindewahlen im Kanton Zürich konnte die SVP 12 Sitze hinzugewinnen. Die Partei geniesst offensichtlich in den ländlichen Gebieten einen grossen Rückhalt bei der Wählerschaft. In der Stadt Zürich hingegen konnte rot-grün ihre Dominanz im Parlament weiter ausbauen. Und in der Stadtregierung halten SP und Grüne nun sieben der insgesamt neun Mandate. Wie lautet Ihre Einschätzung zum Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag?
Benjamin Fischer: Die rot-grüne Dominanz in der Stadt Zürich ist ein Thema für sich. Wie hat die Vizepräsidentin der FDP Zürich, Sonja Rueff-Frenkel, in der NZZ den Wahlausgang zutreffend kommentiert: “Ob wir nun 7 zu 2 verlieren oder 8 zu 1, spielt keine Rolle.” Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Schliesslich können wir Wahlergebnisse nicht einfach bloss isoliert betrachten. Wir müssen dabei stets den Gesamtkontext berücksichtigen. Im Parlament haben wir wieder zulegen können, was wiederum sehr positiv ist. Wir müssen uns daran erinnern, dass die SVP im 2019 – zur Zeit der grünen Klimawelle, schlechte Kommunalwahlen erlebt hat. 2022 fand der Trend noch einen gewissen Nachhall. Doch in jüngster Zeit erzielen wir wieder bessere Resultate und wir können die Verluste der letzten Jahre insgesamt wieder gutmachen. Wahlen sind schliesslich immer ein stetiges auf- und ab. Der Gesamttrend zeigt nun wieder aufwärts, und alleine das zählt.
Die SVP will mit prägnanter Oppositionspolitik in die Städte einziehen
ProudMag.com: Aber bürgerliche Politik bleibt in Zürich weiterhin ein hartes Geschäft?
Benjamin Fischer: Ja. In der Stadt Zürich sicher. Weil nun die Linke – wenn auch bloss sehr knapp, eine Mehrheit in der Regierung und im Parlament innehat. Von unserer Seite ist nun eine starke Oppositionspolitik gefragt. Nicht bloss in der Grossstadt Zürich, sondern auch in den umliegenden kleineren Städten. Wenngleich die Aufholjagd in den urbanen Gebieten ein harter Kampf werden wird, so kann die SVP in den Agglomerationen auf eine stetig steigende Wählerschaft zählen.
Zur Person Frank Urbaniok
Frank Wolfgang Johannes Urbaniok (63), am 16. Oktober 1962 in Köln geboren, ist ein deutsch-schweizerischer forensischer Psychiater und renommierter Buchautor. Er war in den Jahren 1997 bis 2018 Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich. Aktuell ist er als Professor für forensische Psychiatrie an den Unis Zürich und Konstanz tätig. Daneben arbeitet er als selbstständiger Gutachter für Straf- und Zivilrecht. Ausserdem ist der bekannte Psychotherapeut und Psychiater sowohl als Supervisor und Berater für Unternehmen und Personen in Führungspositionen engagiert. Auch im Bereich der Politik ist der forensische Psychiater zum jetzigen Zeitpunkt sehr engagiert.


