Honda NSX Konzept der nächsten Generation

Als der Original NSX von Honda 1989 sein Debüt gab, sollte er das Supersportwagen-Segment für immer verändern. Schon der erste NSX warf althergebrachte Vorstellungen von Sportwagen über Bord und schuf eine engere Verbindung zwischen Fahrer, Fahrzeug und Strasse. Die Basis dafür lieferten das geringe Fahrzeuggewicht, das hohe Leistungsgewicht, die verwindungssteife Karosserie, das leistungsorientierte Fahrwerk, die optimale Übersicht des Fahrers, das offene und geräumige Cockpit und die konstant abrufbare Leistung.

Daraus resultierte eine damals neue Definition des Supersportwagens. Auch der Honda NSX 2017 bleibt den Kernelementen des NSX der ersten Generation treu. Honda ist es gelungen, die DNA des Original NSX zu bewahren und mit den Technologien der nächsten Generation zu verbinden, um so ein «ganz neues sportliches Erlebnis» («New Sports eXperience») zu schaffen. An der Spitze der Innovationen steht der Sport Hybrid SH-AWD (Sport Hybrid Super Handling All Wheel Drive), die erste Antriebstechnologie ihrer Art im Supersportwagen-Segment. Der Hybrid-Sportantrieb SH-AWD der nächsten Generation besteht aus einem völlig neuen 75-Grad-DOHC-V6-Doppelturbo-Mittelmotor. Kombiniert wird dieser mit einem 9-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (9DCT) und einem hinteren Elektromotor mit Direktantrieb, der den Verbrennungsmotor unterstützt und mit einem unmittelbar verfügbaren Drehmomentschub reagiert. Der hintere Elektromotor dient zudem als Generator und liefert Strom an die Hybrid-Akkus, um die Energieeffizienz des Hybrid-Sportantriebs generell zu erhöhen.

Ergänzt werden diese Systeme durch zwei vordere Elektromotoren. Mithilfe fortschrittlicher Sensoren und Steueralgorithmen ist diese doppelte Motoren-Einheit (TMU, Twin Motor Unit) in der Lage, kontinuierlich zwei gegensätzliche Drehmomente – sowohl positiv als auch negativ – auf das linke und rechte Vorderrad zu übertragen. Dies hat den Effekt einer «direkten Giersteuerung» und verbessert die Agilität, Stabilität, Leistung und Reaktion des Fahrzeugs. Sie ist zudem bei jeder Geschwindigkeit verfügbar. Die Verzögerungsenergie der Twin-Motoren-Einheit wird ebenfalls zum Aufladen der Hybrid-Batterie genutzt. Die drei Elektromotoren (der hintere Elektromotor mit Direktantrieb und die zwei Frontmotoren) liefern eine verzögerungsfreie Beschleunigung. So kommt der Hybrid-Sportantrieb mit SH-AWD auf eine Höchstgeschwindigkeit von 307 km/h und der Fahrer erhält gleichzeitig mehr Kontrolle über die Entfaltung der Leistung.

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Die ersten Designentwürfe für den NSX entstanden in Japan und wurden vom Honda-Design Studio in Los Angeles weiterentwickelt.

Für die Multiwerkstoff-Karosserie des NSX verwendet Honda mitunter Stahl und Kohlefaser

Bei der Multiwerkstoff-Karosserie des NSX kommen neue Materialien und Herstellungsverfahren zum Einsatz. Diese sorgen für eine bisher unerreichte Kombination von Dynamik und Verwindungssteifigkeit, für eine hervorragende Übersicht des Fahrers und für klassenbeste Werte im Kollisionsverhalten. Die neue Karosserie baut auf dem Space-Frame-Design auf und besteht hauptsächlich aus leichtgewichtigem Aluminium. In spezifischen Bereichen kommen zudem ultrafester Stahl und Kohlefaser zum Einsatz. Die bislang unerreichten dynamischen Werte in der Verwindungssteifigkeit wirken sich in einer präzisen, direkten und unmittelbaren Umsetzung des Fahrer-Inputs aus, während Vorder- und Hinterräder permanent verbunden und unter Kontrolle sind. Jedes Element des Fahrwerks ist an einem steifen Rahmenteil aus extrudiertem Aluminium angelenkt, was die Steifigkeit und Reaktivität direkt (lokal) erhöht und in jeder Phase eine optimale Geometrie des Fahrwerks bewirkt. Die weltweit erste Anwendung der Ablationsguss-Technologie kommt an denjenigen Verbindungsteilen des Aluminiumrahmens zum Einsatz, die als hochfeste Anlenkungspunkte der Fahrwerkskomponenten dienen. Zudem dienen die ultraleichten Komponenten an den Schlüsselstellen der Crashzonen als Verstärkung. Dadurch liessen sich die vorderen und hinteren Überhänge kürzer und leichter gestalten. Gleichzeitig wurde das Kollisionsverhalten optimiert.

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Der NSX bietet eine bemerkenswerte, auf den Fahrer abgestimmte Ergonomie.

Der Honda NSX glänzt mit hoher Präzision

Die fortschrittliche, direkt an die Rahmenstruktur angelenkte Einzelradaufhängung (vorne und hinten) maximiert die Dynamik und das Ansprechverhalten und ermöglicht die direkte Umsetzung, bzw. die volle Ausschöpfung der Performance, wie sie das Sport Hybrid SH-AWD-System bietet. Die Auslegung der Vorderradaufhängung mit doppelten Querlenkern verhindert die Einwirkung des Drehmoments auf die Lenkung, während die hochpräzise Längsführung der Hinterräder die Einwirkungen der Querbeschleunigung minimiert und auch bei Highspeed für hohe Präzision in der Kurve sorgt. Ergänzt wird das Fahrwerk durch aktive, elektromagnetisch gesteuerte Stossdämpfer der dritten Generation, eine präzis abgestimmte, variable Elektro-Servolenkung (EPS) in Doppelritzel-Ausführung und elektromechanische Supersportbremsen. Das Verzögern wird durch ein elektromechanisches Bremssystem der nächsten Generation optimiert. Dieses verbindet die Effektivität eines mechanischen (Reibungs-) Hochleistungs-Bremssystems mit der Effizienz nahtlos integrierter regenerativer Bremsen. Ein weiteres wichtiges Element der Karosserie ist das Aufhängungssystem der Antriebskomponenten. Strategisch ideal platzierte Befestigungspunkte reduzieren die Motor- und Getriebebewegung (Nick- und Rollbewegung) innerhalb des Rahmens auf ein Minimum und tragen zur klassenbesten Geräusch- und Schwingungsdämpfung des NSX bei.

Der Honda NSX hat den niedrigsten Schwerpunkt seiner Klasse

Beim Designkonzept des «Advanced Sports Package» werden die Auslegung und Anordnung der wichtigsten Fahrzeugsysteme optimiert, um einen tiefen, auf die Fahrzeugmitte konzentrierten Schwerpunkt und eine optimale Gewichtsverteilung des Fahrzeugs zu erzielen. Daraus resultieren im NSX der niedrigste Schwerpunkt in seiner Klasse und – im Vergleich zu den Mitbewerbern – eine fast dreimal höhere Verwindungssteifigkeit. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Platzierung des Hybrid-Sportantriebs (einschliesslich Mittelmotor, Elektromotoren und Getriebe) sowie wichtige Hybridkomponenten wie die Intelligent Power Unit (IPU) gelegt, welche auch die Lithium-Ionen-Batterie umfasst. Die Konstruktion und Merkmale des speziell entwickelten V6-Doppelturbo-Motors aus Aluminium wurden für eine niedrige Masse, einen niedrigen Schwerpunkt und eine kompakte Bauweise optimiert. Auch das speziell entwickelte 9-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) ist Teil dieses Designs. So sind Kupplung und Differential nebeneinander in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht, was die Baulänge dieser Einheit reduziert. Die Motorantriebseinheit (PDU) des Hybridsystems nutzt ein kompaktes «Drei-in-Eins»-Design (sie wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um, und versorgt alle drei Elektromotoren mit Strom), sodass sich diese effizient im Mitteltunnel des Fahrzeugs einbauen liess.

Die dynamischen Eigenschaften des neuen Honda NSX sind atemberaubend

Der NSX bietet eine bemerkenswerte, auf den Fahrer abgestimmte Ergonomie – vom intuitiven Layout der Instrumente und der einfachen Bedienung bis hin zum durchdachten Einsatz von Materialien und Polstern an Sportsitzen, Lenkrad und Mittelkonsole. Sorgfältig ausgesuchte Materialien wie Leder und Alcantara sorgen für die perfekte Kombination, um den dynamischen Fahrstil mit hohen Komfortansprüchen zu vereinen. Die Mittelkonsole und Bedienelemente sind auf maximale Ergonomie mit möglichst geringer Ablenkung vom Fahren ausgelegt. Sie dienen als perfektes, auf Sportlichkeit und Einfachheit ausgelegtes Interface, das durch grosszügige Sichtverhältnisse im Cockpit optimiert wird.

Dank der Besonderheit des elektrisch unterstützten Sport-Hybridsystems lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen, um das Fahrverhalten auf den Fahrer abzustimmen. Diese können vom Fahrer über den Dynamik-Modus des Integrated-Dynamics-System (IDS) an der Mittelkonsole gesteuert werden. Das integrierte Dynamik-System (Integrated Dynamics System) des NSX bietet vier Modi – «Quiet», «Sport», «Sport+» und «Track». Über diese passt das System die dynamischen Eigenschaften des Fahrzeugs an: Lenkung, Bremsen (mechanisch und regenerativ), Drosselklappe, Elektronisches Stabilitätsprogramm (VSA), Elektro-magnetische Stossdämpfer und die Steuerung des Sport Hybrid Systems SH-AWD. Die Einstellung beeinflusst zudem die neu eingesetzten Technologien für den Sound der Ansauggeräusche und die Steuerung der Abgasrückführung.

Design, Entwicklung und Produktion

Der NSX entstand in internationaler Zusammenarbeit. Der Hybrid-Sportantrieb wurde im japanischen Tochigi entwickelt, während Karosserie, Fahrwerk, Interieur und andere Fahrzeugtechnologien von Raymond, Ohio, aus koordiniert wurden. Die ersten Designentwürfe für den NSX entstanden im Designstudio in Wako, Japan, und wurden vom Honda-Design Studio in Los Angeles weiterentwickelt. Tests und Feinabstimmung fanden auf den verschiedensten Strassen und Rennstrecken der Welt statt, insbesondere auf dem Virginia International Raceway in den USA, auf dem Nürburgring in Deutschland und auf dem hauseigenen Testgelände von Honda in Takasu, Japan. Gefertigt wird der NSX im Performance Manufacturing Center (PMC) in Marysville, Ohio. Das PMC wurde eigens etabliert, um neue Ansätze in der spezialisierten Kleinserienfertigung zu erarbeiten und die handwerkliche Kunst und Spitzenqualität auf einem nächst höheren Niveau zu erreichen. Am PMC arbeiten rund 100 Mitarbeiter, die mit dem Karosseriebau, der Lackierung, der Endmontage und der Qualitätskontrolle beschäftigt sind. Zu den zahlreichen innovativen Verfahren zählt auch der weltweit erste Einsatz von MIG-Roboterschweissen bei der Konstruktion des Aluminium-Rahmens für den NSX.

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Die Mittelkonsole und Bedienelemente sind auf maximale Ergonomie mit möglichst geringer Ablenkung vom Fahren ausgelegt.

Der speziell entwickelte V6-Doppelturbo-Motor wird in sorgfältiger Handarbeit von erfahrenen Technikern am Motorenwerk von Honda in Anna, Ohio, montiert. Dabei kommen Techniken und Verfahren zum Einsatz, die sich schon bei den hochklassigen Rennprogrammen des Unternehmens bewährt haben. Jeder Motor wird maschinell gewuchtet, auf dem Prüfstand getestet und auf 240 Kilometer eingefahren. Das 9-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, der hintere Elektromotor mit Direktantrieb, die beiden Front-Elektromotoren (TMU) und weitere Komponenten des Hybridsystems werden in Japan gefertigt und anschliessend im PMC eingebaut.

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