Seit Montag, 23. März 2026, 13 Uhr, liefert das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) wieder Strom ins Schweizer Netz. Das Werk war nach Abschluss der Jahresrevision im Juni 2025 nicht wieder in Betrieb genommen worden. Grund für den unplanmässigen Stillstand war der Einbau von gedämpften Rückschlagventilen im Speisewasser-Rohrleitungssystem, welche die bisherigen Rückschlagklappen ersetzen.
Medienmitteilung KKG
Durch diesen Austausch hat das KKG die bestehenden Sicherheitsmargen weiter erhöht. Die Wiederaufnahme der Stromproduktion erfolgte nach Prüfung und Freigabe durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). In den nächsten Tagen wird die Leistung des KKG bis auf Volllast von 1060 Megawatt erhöht.
Prüfung und Fertigung nach hohen Sicherheitsstandards
Das KKG identifizierte im Rahmen einer geplanten, technischen Modernisierung mögliche Überlastungen im Speisewasser-Rohrleitungssystem, die bei einem Rohrbruch im nicht-nuklearen Bereich der Anlage auftreten könnten. Diesen Befund hatte das KKG im März 2025 unverzüglich dem Ensi gemeldet. Im Nachgang zur planmässigen Jahresrevision wurde entschieden, die gewünschten Sicherheitsmargen durch die sofortige Umsetzung des bereits gestarteten Projekts zum Austausch der Rückschlagklappen im Speisewassersystem zu realisieren. Die Stromproduktion des KKG wurde deshalb nach Abschluss der Jahresrevision im Juni 2025 nicht wieder aufgenommen und die Anlage in einen sicheren, abgestellten Zustand überführt.
Kernkraftwerk Gösgen erbringt die nötigen Sicherheitsnachweise
Während des Stillstands wurden für den Austausch der Rückschlagklappen durch gedämpfte Rückschlagventile umfangreiche Nachweise erstellt. Diese Nachweise sind sehr detailliert und folgen hohen Sicherheitsstandards. Die Fertigung und der Einbau der neuen Rückschlagventile unterlagen dem Freigabeverfahren und dadurch dem regulären Prüfprozess durch die Aufsichtsbehörde Ensi. Anfang 2026 konnte der Einbau der Rückschlagventile erfolgreich abgeschlossen werden.
Die neu eingebauten gedämpften Rückschlagventile reduzieren die unter sehr konservativen Annahmen berechneten Kräfte auf das Rohrleitungssystem. Diese Massnahmen erhöhen die bestehenden Sicherheitsmargen nochmals deutlich. Mit diesen Verstärkungsmassnahmen verfolgt das KKG das Ziel, das sehr seltene, theoretische Störfallszenario «Brüche einer Speisewasserleitung» sicher zu beherrschen und die Sicherheitsreserven der Anlage weiter zu stärken.
Nächste Jahresrevision für Ende Mai geplant
Üblicherweise werden während einer Jahresrevision 36 der insgesamt 177 Brennelemente durch neue ersetzt. Der Reaktorkern ist nun nach dem Stillstand mit 44 frischen Brennelementen bestückt worden. Dies ermöglicht die Stromproduktion bis zur Revision 2027, ohne während der Jahresrevision 2026 weitere Brennelemente ersetzen zu müssen. Die Jahresrevision 2026 startet Ende Mai.


