Alea iacta est … Der Würfel ist gefallen. Oder wie man es auch noch ausdrücken könnte: Das Rennen zwischen dem demokratischen US-Präsidenten Joe R. Biden und dem republikanischen Herausforderer Donald J. Trump, ist gelaufen. Definitiv. Trump wird im November 2024 erneut ins Weisse Haus einziehen, soviel steht bereits fest. Nicht bloss, dass Donald J. Trump seit dem (zum Glück!) missglückten Attentat in Pennsylvania als Volksheld gefeiert wird. Sondern weil der Amtsinhaber Joe Biden gerade in dieser fragilen Situation einbricht. Er hat gestern wegen einer Covid-Infektion bis auf Weiteres all seine Wahlkampfauftritte absagt. Damit ist das Rennen um die Wahl des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika bereits Monate vor der Wahl entschieden. Donald J. Trump for President! Leider.
Von Claudio Prader
Es war einer der denkwürdigsten Momente in der US-Politik, als Donald J. Trump – er hat erst vor wenigen Stunden nur knapp ein Attentat überlebt, erstmals wieder öffentlich auftrat. Am Parteitag der Republikaner vom vergangenen Montag in Milwaukee war ein sichtlich zu Tränen gerührter Trump zu sehen. An seinem verletzten Ohr prangt ein dickes Pflaster. Der Mann, der noch vor Stunden ostentativ seine Faust in die Höhe gestreckt und seinen Anhängern “fight, fight ..!” zugerufen hat, ist Tage danach sichtlich emotional aufgewühlt. Am Samstag, unmittelbar nach dem Attentat, war ein kämpferischer Trump zu sehen. Millionen von Menschen in Amerika und auf der ganzen Welt haben diesen Mann gesehen, der niedergeschossen wird und nur Sekunden danach wieder aufsteht. Um seine Faust zum Symbol dieses Tages zu ballen. Intuitiv.
Falls jemand in einem ausserordentlichen Augenblick Stärke, Standfestigkeit, Resilienz und Kämpferherz bewiesen hat, dann hat es dieser Donald J. Trump am vergangenen Samstag getan. Er hat all diejenigen Eigenschaften aus sich heraus gekehrt, die ein US-Präsident im Jahr 2024 und darüber hinaus unbedingt auf sich vereinigen muss. Gleichzeitig haben Millionen von Menschen wahrscheinlich zum ersten Mal einen vulnerablen Trump erlebt. Den Trump, der mit seinen eigenen Tränen kämpft. Wenn er mit seiner Faust die Seelen der Menschen berührt hat, so hat er mit seiner Verletzlichkeit die Herzen der Wählerinnen und Wähler erobert. Mit diesem Bild – mit diesem bleibenden Eindruck, wird Donald J. Trump in die Geschichtsbücher eingehen. Zweifellos.
Der amtierende demokratische US-Präsident Joe R. Biden spielt in der Trump-Saga bloss eine Statistenrolle
Donald J. Trump wird Tage darauf am Parteitag der Republikaner vom vergangenen Montag selbstverständlich ohne jeglichen Widerstand zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im November 2024 nominiert. Auch seine ärgsten Kritikerinnen und Kritiker in der Partei stellen sich an dem Tag demonstrativ hinter ihn. Ausserdem darf sein neuer Vize-Präsident, J.D. Vance, für einen Moment im gleissenden Licht der Kamera-Scheinwerfer sonnen. Der 39jährige Senator aus Ohio durfte bei dieser Gelegenheit mitunter auch seine radikalen Ideen kundtun. Auch populistische Töne sind dem Polit-Aufsteiger nicht unbekannt. Er wird deshalb hin und wieder auch als Trump-Klon bezeichnet. Eindeutig.
Als republikanischer Kandidat ist für den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump der Weg ins Weisse Haus vorgezeichnet. Die Strasse scheint topfeben zu sein, keine Schlaglöcher weit und breit in Sicht. Er wird demnach im November durchmarschieren und sich die Wahl zum 47. US-Präsident sichern. Unbestritten.
Gegen die Helden-Saga Trump, die sich nun landauf und landab erzählt wird – gegen dieses unumstössliche, immer eindringlicher werdende Narrativ in den USA und auf der ganzen Welt, kann sich der amtierende Präsident der USA Joe Biden unmöglich dagegenstemmen. Gerade jetzt, in diesem Augenblick, in dieser Situation. Und besonders in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten, ist für das geschockte Land ein starker amtierender Präsident unentbehrlich. Aber was tut Joe R. Biden? Er meldet sich wegen einer gestern festgestellten Covid-Infektion bis auf weiteres ab. Keine öffentlichen Auftritte, keine Wahlkampfveranstaltungen, nichts. Anstatt Stärke, Präsenz und den weltweiten Führungsanspruch der US-Amerikaner zu untermauern, zieht sich der Demokrat auf seinen Landsitz in Rehoboth im Bundesstaat Delaware zurück. Der jetzige Präsident der Vereinigten Staaten ist angeschlagen und schwer angezählt. Von diesem Punch wird sich Joe R. Biden nicht mehr erholen. Möglicherweise.
Aus diesen Gründen verkünde ich hier beim Schweizer Online-Magazin für Politik & Lifestyle bereits heute: Trump for President!


