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Laut Unwetter-Warnungen von AlertSwiss brauen sich über dem Oberengadin und anderen Regionen des Kantons Graubünden düstere Wolken zusammen. (Bild: Graubünden Ferien)

AlertSwiss vermeldet Unwetter-Warnungen für Graubünden

Für heute Donnerstag und Freitag sind im Kanton Graubünden heftige Niederschläge angesagt. Die Situation kann in einigen Tälern des Kantons ein kritisches Ausmass annehmen. Stellenweise sind Überschwemmungen und Schlammlawinen möglich. Wie auf der Website von AlertSwiss kommuniziert wird, sind vor allem Mittelbünden, die Surselva, sowie die Regionen Moesano, Hinterrhein, Bergell und Oberengadin betroffen. Laut dem kantonalen Amt für Wald und Naturgefahren werden Teilweise Niederschläge von bis zu 180mm erwartet. Was Niederschlagsmengen von bis zu 180 Liter pro Quadratmeter entspricht. Die lokale Bevölkerung im Kanton Graubünden ist zur Vorsicht aufgerufen. Doch Anlass zur Panik besteht bei weitem nicht. ProudMag.com hat die wichtigsten Informationsquellen für die Bevölkerung und die Gäste des Kantons Graubünden zusammengefasst.

Der Kanton Graubünden wird heute und morgen von zum Teil massiven Regenfällen heimgesucht. Es ist nicht das erste, und bestimmt auch nicht das letzte Mal, dass im Süden der Schweiz zum Teil massive Niederschläge niedergehen. Und dass starke Regenfälle lokal wie auch kantonal zu Gefahrensituationen führen. Wenn wir zu früheren Zeiten bei solchen Situationen meistens am Tag oder erst Tage danach in den Zeitungen über das Ausmass der Regenfälle oder Schäden gelesen haben. So haben die Bevölkerung und Gäste der betroffenen Regionen heute zumindest die Möglichkeit, sich rasch und umfassend über die Gefahrenlage oder Schadenereignisse zu informieren. Und um sich entsprechend vorzubereiten.

Zur aktuellen Wetterlage im Kanton Graubünden

Wie AlertSwiss zu lesen ist, ist der gesamte Kanton Graubünden heute und morgen von starken Regenfällen betroffen. Insbesondere in der Surselva, in Mittelgraubünden, im Moasano sowie in den Regionen Hinterrhein, Bergell und Oberengadin ziehen düstere Wolken auf. Am Donnerstag und Freitag ziehen aus Süden ausgedehnte Niederschläge auf, lokal mit höheren Niederschlagsmengen aufgrund von Gewittern. Es werden hohe Niederschlagsintensitäten von bis zu 20–30 mm pro Stunde erwartet. Die möglichen Auswirkungen der meteorlogischen Verhältnisse in Graubünden sind laut AlertSwiss:

  • Erhebliches Anschwellen von Bächen, Flüssen oder Gräben
  • Murgänge in Wildbächen
  • Spontane Erdrutsche, Murgänge und Rutschungen an steilen Hängen
  • Ausfall von Entwässerungssystemen und Abwasserkanälen
  • Überflutung von Straßenunterführungen, Tiefgaragen und Kellern
  • Überflutung von Auen und Überschwemmungsgebieten
  • Störung des Strassen- und Schienenverkehrs

Aktuelle Nachrichten und Warnungen sind über AlertSwiss abrufbar

Es ist nicht einfach den Überblick zu bewahren, wenn es um Gefahrensituationen in den Bergen geht. Dass wissen wir nun bereits seit Jahrzehnten. Bei der Beurteilung von möglichen Ereignissen sind viele Amtsstellen involviert. Auch die Information der Bevölkerung beruht in unserer föderalen Schweiz oft in den Händen von verschiedensten verantwortlichen Stellen. In der heutigen digitalen Welt ist das nicht anders. Trotz allem gibt es heutzutage Mittel und Wege, um sich umfassend über die Lage zu informieren.

Eine der wichtigsten Informationsquellen bei Naturereignissen und Naturgefahren ist AlertSwiss. Auf der AlertSwiss-Website und auf der verfügbaren App fliessen die relevanten Informationen bei Ereignissen in der ganzen Schweiz zusammen. Kantonale Führungsstäbe und Fachleute veröffentlichen auf AlertSwiss laufend die neusten Infos und Lageeinschätzungen zur aktuellen Situation vor Ort. Betrieben wird AlertSwiss vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS. Anhand von den Hinweisen aus den Kantonen informiert dort das BABS rasch und zeitnah zum neusten Stand der Ereignisse und zur Gefahrenlage. Über die Homepage https://www.alert.swiss können Sie sich demnach rasch und unkompliziert einen Überblick über die Lage in Ihrer Nähe verschaffen.

Die App von AlertSwiss ist über die App-Stores von Apple und Google zugänglich

AlertSwiss kann als App direkt auf dem Smartphone installiert werden. Diese App findet sich in den App-Stores von Google und Apple. Auf dieser App werden Warnhinweise für alle Kantone der Schweiz per Push-Nachricht laufend aufs Smartphone gesandt.

AlertSwiss: https://www.alert.swiss
Naturgefahren: https://www.naturgefahren.ch/
MeteoSchweiz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/

Die App AlertSwiss steht unter den folgenden Links zum Download zur Verfügung:
https://apps.apple.com/ch/app/alertswiss/id957339177
https://play.google.com/store/search?q=alertswiss&c=apps

Informations-Quellen zu Naturgefahren im Kanton Graubünden

Amt für Wald und Naturgefahren:
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/diem/awn/naturgefahren/Seiten/Aktuelle-Gefahrensituation.aspx

Amt für Militär und Zivilschutz:
https://www.gr.ch/DE/themen/schutz/Seiten/default.aspx

Kantonspolizei:
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/djsg/kapo/aktuelles/medien/Seiten/uebersicht.aspx

Tiefbauamt:
https://www.strassen.gr.ch/

Rhätische Bahn:
https://www.rhb.ch/de/betriebslage

Postauto Schweiz:
https://www.postauto.ch/de/fahrplan-und-netz/verkehrsmeldungen

Ausserdem bietet jede Gemeinde im Kanton Graubünden einen SMS-Dienst an.

Das Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Graubünden im Interview mit dem Schweizer Online-Magazin für Politik & Lifestyle ProudMag.com

Frau Zoller, über welche Quellen informiert sich das AWN GR über bevorstehende Naturereignisse? Oder anders gefragt, welche Stellen liefern dem Kanton Graubünden das Grundlagenmaterial für etwaige Gefahreneinstufungen respektive für das Ausmass von bevorstehenden Naturereignissen?

Nina Zoller: Über die Unwetterwarnungen von MeteoSchweiz, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Berücksichtigung meteorologischen/hydrologischen Vorgeschichte.

Können Sie mir sagen, wie stark die vorausgesagten Niederschläge im Kanton Graubünden ausfallen werden? Haben Sie dazu detaillierte Informationen?

Die prognostizierten Niederschläge liegen in Rheinwald, Bivio-Avers, Lugnez-Valsertal, Val Medel-Sumvitg zwischen 120 und 160 mm, Moesano zwischen 140 und 180mm, Brigels, Schams, Savognin, nördliches Tavetsch, Riein-Safiental zwischen 80-120mm, in St. Moritz 80-110 mm. Informationen erhalten wir von MeteoSchweiz. Diese sind auch für die Öffentlichkeit auf der MeteoSchweiz-App verfügbar. Die Angaben sind immer und speziell im aktuellen Fall mit relativ grossen Unsicherheiten behaftet (räumliche Ausdehnung und Niederschlagsmenge).

Ob es tatsächlich zu Ereignissen wie Schlammlawinen und Hangrutschen kommt ist laut dem AWN nicht voraussehbar

Welche Gebiete genau sollen betroffen sein? Können Sie die Ereignisse geografisch gewissen Regionen im Kanton zuordnen?

Folgende Regionen sind betroffen: Surselva, Moesano, Hinterrhein, Mittelbünden, Oberengadin. Die Niederschläge kommen von Süden und die Intensitäten sind von Val Medel und Hinterrhein bis Avers am höchsten.

Beim BABS ist die Rede von Murgängen und Erdrutschen. Können Sie diese Sachlage bestätigen? Können Sie diesbezüglich mehr zur Gefahrenlage sagen und uns die mutmasslich betroffenen Regionen nennen?

Es ist möglich, dass sich Murgänge und spontane Rutschungen oder Hangmuren ereignen. Am grössten ist die Wahrscheinlichkeit dort, wo auch die höchsten Niederschlagsmengen erwartet werden. Ob es aber tatsächlich zu Ereignissen kommt, kann nicht vorhergesagt werden.

Inwiefern muss mit Unterbrüchen beim Strassen- und Schienenverkehr gerechnet werden und wo genau? 

Wo sich allenfalls Murgänge oder Rutschungen ereignen, kann nicht vorausgesagt werden. Entsprechend kann auch nicht gesagt werden, wo mit allfälligen Unterbrüchen von Verkehrsträgern gerechnet werden muss.

Wie bereitet sich der Kanton Graubünden auf solche Ereignisse vor und wie wird die Bevölkerung informiert und je nach Situation auch alarmiert?

Die Behörden wurden über das Amt für Militär und Zivilschutz informiert, die Bevölkerung über AlertSwiss.

Wie soll sich die Bevölkerung bei Hochwasser und oder Schlammlawinen verhalten? 

Gemäss den Angaben vom Amt für Militär und Zivilschutz bzw. in AlertSwiss.