Wüste, Wälder, Wasserfälle: Navarra zeichnet sich durch reizvolle Kontraste und eine abwechslungsreiche Geografie aus. Vereint auf kleinem Raum finden sich lebhafte Städte, einsame Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint, liebliche Landschaften und schroffe Felsformationen wieder – eine erstaunliche Fülle spannender Gegensätze. Die Pyrenäen bilden eine außergewöhnliche, teils wilde Landschaft mit hohen Gipfeln, tiefen Schluchten und weiten Wäldern. Im Nordwesten Richtung Atlantik bestimmen sattgrüne Felder, kleine Flüsse und herrschaftliche Burgen das Landschaftsbild. Naturwunder, die quasi Pflichtprogramm für eine jede Reise in die Region sind.

Foz de Arbaiun – Schlucht des Rio Salazar

Die beeindruckende Arbaiun-Schlucht liegt am Eingang des Salazar-Tales in den Pyrenäen und ist die größte Schlucht Navarras. Der Fluss Salazar hat dort über die Jahrhunderte die Felsen ausgewaschen, wodurch eine knapp sechs Kilometerlange Klamm mit eindrucksvollen Steilwänden entstanden ist. Das Innere der Schlucht weist ihre ganz eigene Vegetation auf, deren Farben sich von Jahreszeit zu Jahreszeit ändern. Einen einzigartigen Blick auf das Naturschauspiel können Reisende vom Aussichtspunkt Mirador de Iso genießen, dem Balkon über dem Salazar-Tal.

Als Übernachtungsmöglichkeit inmitten der Natur Navarras bietet sich das adults-only Hotel Heredad Beragu an, ein geschmackvolles Boutique Hotel mit nur neun Zimmern, das im mittelalterlichen Dorf Gallipienzo liegt. Hinter trutzigen Mauern verbergen sich komfortable Zimmer im rustikalen Schick. Ideal für eine Auszeit inmitten der Natur. Ebenfalls schön gelegen ist das das kleine Eco-Hotel Rural Torre de Uriz im gleichnamigen Dorf Uriz, das in seinem Stadtbild und architektonischem Erbe aus gotischen Türmen und Wehrtürmen den Charme mittelalterlicher Dörfer bewahrt. Bereits 1949 wurde das Hotel in einem dieser Türme zum Kulturerbe erklärt und verzückt noch heute Gäste aus aller Welt mit einer Kombination aus Historie und Moderne.

Ein besonderes Erlebnis ist außerdem der Besuch einer der vielen Bodegas in der Region. Die Bodega Aroa mit seiner eigenen Weinkellerei liegt inmitten der Weinberge am südöstlichen Hang des Apalaz. Bei einem Blick über das Yerri-Tal aus der verglasten Lounge des Restaurants, genießen Gäste biologisch hergestellte Weine und die kreativen Menüs aus lokalen und saisonalen Zutaten von Chefkoch Karlos Zurbano.

Ganz in der Nähe, in der Gemeinde Bordablanca in Lumbier, lädt das Nonprofit-Projekt Josenea Bio zu einem weiteren Zwischenstopp auf den Plantagen für Aroma- und Heilpflanzen ein. Auf einer Fläche von 140.000 Quadratkilometern werden über 50 verschiedene Sorten von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen mit medizinischen und aromatischen Eigenschaften angebaut und Besucher können einen Einblick in die ökologische Landwirtschaft erhaschen. Die Arbeit der letzten Jahre hat sich bezahlt gemacht und die Bio-Kräutertees wurden mit diversen Auszeichnungen und Zertifizierungen belohnt – nicht zuletzt beim renommierten internationalen „Great Taste Award“ in London.

Wüstenlandschaft Bardenas Reales

Im Norden von Spanien liegt die surreale Halbwüste Bardenas Reales, ein wahres Kunstwerk der Natur – die teils bizarren Formationen aus ockerfarbenen Kreide- und Tongestein, die über Millionen von Jahren durch Erosion entstanden sind, versetzen Besucher ins Staunen. Egal ob traditionell zu Fuß, auf dem Fahrrad, hoch zu Ross oder mit dem Quad – der Blick über die scheinbar endlose Landschaft mit ihrem kargen Boden und den Bergen aus Lehm, Kalk und Sandstein sorgt regelmäßig für Gänsehautmomente. Kein Wunder, dass die Bardenas Reales Drehort für zahlreiche Musikvideos und Filmproduktionen sind. So bilden die bizarren Gesteinsformationen beispielsweise die Kulisse für Szenen aus der 6. Staffel der beliebten Serie Game of Thrones.

Besonders stilvoll nächtigen lässt es sich im Hotel Aire de Bardenas. In gläsernen Cubes können Gäste den freien Blick auf die beeindruckende Wüstenlandschaft und den nächtlichen Sternenhimmel genießen oder wahlweise in freistehenden Bungalows mit Panoramafenstern und privaten Open-Air-Jacuzzis den Tag ausklingen lassen.

Das Gebiet von La Ribera ist nicht nur durch die Wüstenlandschaft geprägt, sondern gilt dank der saftigen grünen Felder als Gemüsegarten Spaniens. Immer mehr Restaurants in der Umgebung bieten Gerichte an, die hauptsächlich aus biologischen Zutaten zubereitet werden, keine transgenen Lebensmittel erhalten und direkt von Erzeugern in einem Umkreis von weniger als 100 Kilometern bezogen werden. Eins davon ist das Restaurant 33, das vom Michelin Guide als Maßstab für die Gemüseküche Spaniens gelobt wurde und neben der abwechslungsreichen Karte auch ein modernes Interieur mit toller Terrasse bietet.

Valle de Baztan: Das Tal der Hexen in den Pyrenäen

Mythen und Traditionen prägen das Pyrenäental Valle de Baztan im Nordwesten von Navarra, das zwischen grünen Weiden, Berghängen und Wäldern gebettet liegt. Die Dörfer zeichnen sich durch ihre barocken Herrenhäuser und die landschaftlich reizvolle Lage aus. Das Tal ist Ziel zum Wandern, für Fahrradtouren und zum Kosten der ländlichen Küche. So finden zwischen dem 15. Oktober und 30. November 2022 die gastronomischen Tage der Jagd statt, bei denen verschiedene Jagd-Menüs mit jahrzehntelanger Geschichte angeboten werden. In den elf teilnehmenden Restaurants können Feinschmecker traditionelle Gerichte wie Taube, Wildschwein mit Portwein und Pfirsichsauce oder gegrilltes Wildbret verkostet.

Authentischer Agro-Tourismus erwartet Reisende im Casa Rural Urruska. Inmitten der unberührten Natur und von Tieren umgeben lädt das gemütliche Landhaus im traditionellen Stil zum Verweilen ein. Schon allein das kulinarische Angebot ist einen Besuch wert: Auf die Gäste warten traditionelle Gerichte aus der Region sowie saisonales Essen mit Gemüse und Früchten aus dem hoteleigenen Garten.

Nationalpark Señorio de Bertiz

Señorío de Bertiz ist nicht nur ein exotischer botanischer Garten, sondern mit seinen 2.040 Hektar Waldfläche auch der erste Naturpark Navarras, der 1984 erklärt wurde. Gelegen im Bertiz-Arana-Tal im Norden von Navarra bewahrt er ausgedehnte Wälder aus jahrhundertealten Buchen und Eichen. Das warme und regenreiche Klima sowie die Abwesenheit von Eis waren die besten Voraussetzungen für die Erhaltung des riesigen Parks. Neben schier endlosen Wander- und Spazierwegen trifft man mit etwas Glück auf Rehe oder Hirsche. Mit großer Sicherheit begegnet man den kleinen, quirligen Eichhörnchen und kann an ruhigen Tagen den Spechten lauschen.