Auge in Auge mit den Meeresriesen

In den Gewässern vor der kanadischen Westküste tummeln sich zwischen Mai und ­Oktober Hunderte von Orcas. Auf organisierten „Whale Watching ­Touren“ kann man die „Giganten der Meere“ hautnah erleben.

Sommer, Sonne und Strand – das sind die Faktoren, die jedes Jahr zahlreiche Urlauber in die südlichen Weltmeere locken. Dabei wird meist auf erholsame Badeaufenthalte inklusive der optimalen Bräune am Ferienende gesetzt. Wer hingegen das Abenteuer sucht, der sollte auch einen Blick auf die nördlichen Breitengrade des Atlas’ werfen. Denn die Küstenregionen Nordamerikas beheimaten einige der größten und schönsten Geschöpfe der Natur: Vor der Westküste Kanadas ziehen Grau- und Buckelwale sowie Orcas regelmäßig ihre Bahnen. Und egal auf welchen der genannten Meeressäuger man auch trifft: Der Anblick eines solchen Giganten ist ein unvergessliches Erlebnis – vor allem aus nächster Nähe, von Angesicht zu Angesicht, oder besser gesagt: von Mensch zu Wal.

Abenteuer auf hoher See
„Whale Watching“ nennen sich die Beobachtungstrips, denen man beispielsweise in British Columbia nachgehen kann. An der Küste Vancouvers treiben sich zwischen Mai und Oktober Hunderte von Orcas herum, die man an guten Tagen bereits vom Festland aus mit einem Fernrohr sieht. Entwarnung: Ihrem Beinamen „Killerwale“ werden die friedlichen Riesen, zumindest gegenüber dem Menschen, nicht gerecht. Den Titel bekamen sie von Walfängern aufgrund ihres Umgangs mit Beute, vornehmlich Fische und Seevögel, verpasst. Dabei tauchen die Tiere sowohl in kleinen Gruppen als auch in Scharen von bis zu 60 Tieren auf, wenn man denn etwas Glück hat. Eine solche Sichtung ist mit einer kilometerweiten Distanz, während man festen Boden unter den Füßen hat, natürlich längst nicht so beeindruckend wie beim direkten Kontakt von einem Schiff aus. Ein besonders intensives wie nasses Erlebnis hat man dabei auf Schlauchbooten, die bis zu 100 Meter nah an die Meeressäuger heranfahren – wem das zu gefährlich erscheint, der kann sich natürlich auch auf ein etwas robusteres Wasserfahrzeug wagen und durch die Glasfenster oder vom Oberdeck aus seine Fotos knipsen. Denn die – im Idealfall wasserfeste – Kamera darf bei einem solchen Trip natürlich nicht im Handgepäck fehlen. Einen kleinen Bonus gibt’s für alle Naturliebhaber, die ihre „Whale Watching Tour“ vor Vancouver starten, obendrauf: Neben Orcas geben sich hier auch Dall-Schweinswale, Seehunde, mächtige Adler und heulende Robben die Ehre.

Garantierter Sichtungserfolg
Viele Reiseveranstalter vor Ort haben diese Nische für sich entdeckt: Sie stellen Boote für Touristen bereit, auf denen man den sanften Riesen ganz nahe kommen kann. Der auf Abenteuertrips nach Kanada spezialisierte Reiseveranstalter Fasten Your Seatbelts geht sogar noch einen Schritt weiter: Wer hier bucht, kann sich dank einer Garantie sicher sein, einen der Meeresgiganten für ein Foto vor die Linse zu bekommen. Anderenfalls wird die „Whale Watching Tour“ an einem anderen Tag einfach noch einmal wiederholt – gratis, versteht sich. Doch selbst, wenn man keines der Tiere sieht, lohnt sich die Reise nach Kanada – und sei es nur wegen der eindrucksvollen Natur, die Touristen hier erwartet. Angebote für einen knapp drei- bis fünfstündigen Trip für 118,- Euro pro Person findet man unter www.kanadareisen.de.

Autor: bfs
Bilder: Fasten Your Seatbelts