Die violette Wurzel ist nicht nur schön anzusehen, sondern vor allem lecker und gesund. Ein heißer Kandidat für den Titel als nächstes großes Superfood. Um diese Geheimwaffe der philippinischen Küche in Deutschland bekannter zu machen, veranstaltet das Philippinische Konsulat Frankfurt am 4. Juni 2022 die erste „Ube Fiesta“ in Sankt Augustin.

Ein nussig-cremiger Geschmack und eine leuchtende lila Farbe – das ist Ube, eine tropische Wurzelpflanze aus Südostasien, insbesondere den Philippinen. Dort steht Ube in vielerlei Varianten auf dem Speiseplan: Die Knollen können gekocht, gebacken, geröstet sowie zu Flocken, Chips oder Pulver verarbeitet werden. Die getrockneten Scheiben werden gern zur Zubereitung von Desserts wie Eis, Kuchen oder Gebäck verwendet. Diesen Leckereien verleiht die Zutat eine kräftige violette Färbung, so dass das Auge in jedem Fall mitisst.

Um die Powerwurzel und ihre besonderen Fähigkeiten – Ube ist reich an Kalium sowie den Vitaminen B1, B2 und C – auch hierzulande bekannt zu machen, organisiert das Philippinische Konsulat Frankfurt gemeinsam mit der Philippinischen Katholischen Gemeinde der Erzdiözese Köln die weltweit erste Ube Fiesta. Die Veranstaltung findet statt am 04. Juni 2022 von 10.00 Uhr bis 17:00 Uhr im Steyler Missionare, St. Augustin.
Ziel der Ube Fiesta ist es, die Ube als nachhaltige, gesunde, organische und vielseitig einsetzbare Trendfrucht zu bewerben. Besucher der Veranstaltung erwartet eine Vielzahl an köstlichen Gerichten und Getränken, bei denen die Ube natürlich eine Hauptrolle spielt. Kulturelle Darbietungen aus den Philippinen sorgen für jede Menge Unterhaltung und eine authentische Atmosphäre.

Dabei ist die Ube viel mehr als nur der nächste Food-Trend. Die lila Knolle ist Teil des Erbes und der Seele der Philippinen und seiner Bewohner. Sie ist Zeitzeuge der verwobenen Geschichte des Inselstaates und fester Bestandteil eines jeden Festmahls auf einer jeden der 7641 Inseln. Durch ihren diversifizierten und nachhaltigen Anbau gibt es für die lokalen Gemeinschaften weniger Anlass, ihre Brandrodung auf die Wälder auszudehnen oder Jagd auf Wildtiere zu machen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Ube wird von indigenen Gemeinden wie beispielsweise den Aeta angebaut, die sich dabei auf ihr uraltes Wissen und nachhaltige Anbaumethoden berufen.

Und es gibt zahlreiche Beispiele, wie die Ube dazu beiträgt, die Lebensbedingungen der Menschen auf den Philippinen zu verbessern.

Bereits seit den 70er Jahren wird in einem Nonnenkloster in der Bergstadt Baguio die berühmteste „Halaya“, eine traditionelle Ube-Creme, hergestellt. Die Produktion des Aufstrichs ist äußerst langwierig, und in den Jahren nach dem Krieg waren die Betreiberinnen des Klosters auf der Suche nach einer Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Schützlingen für den Unterhalt der Mission zu sorgen.  Das Mountain Maid Training Center als berühmter Produzent von Halaya wurde geboren. Bis heute konnten so 1.250 Studenten unterstützt werden. Das Endprodukt wird heute auf nachhaltigen Wegen über faire Handelsvereinbarungen vertrieben. So verbessert sich auch der Lebensstandard der einheimischen Bauern und deren Familien.

Ein weiterer Ube-Produzent, der sich die Unterstützung von Landwirten und Gemeinden zum Ziel gemacht hat, ist ein Pulverhersteller, der mit Bauern aus der indigenen Aeta-Gemeinde zusammenarbeitet.

Um philippinische Landwirtschaftsprodukte zu unterstützen und aufzuwerten sowie philippinische Bauern zu fördern, werden die Rohprodukte direkt von philippinischen Landwirten im ganzen Land gekauft und zu natürlichen Pulvern verarbeitet. Der Großteil der Rohstoffe stammt dabei von der Aeta-Gemeinschaft in Pampanga.

Weitere Informationen zur Ube, zur Ube Fiesta sowie Rezeptideen gibt es unter https://ubefiesta.de.

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