Mit Importen von 4,1 Millionen Liter Tequila ist Deutschland der wichtigste Markt in Europa und der zweitwichtigste der Welt unter den 120 Importländern.

Aus Mexiko in die Welt – trotz der weltweiten Pandemie befindet sich der Tequila derzeit auf Erfolgskurs und die Tequila-Industrie brach im Jahr 2020 historische Rekorde. Die Produktions- und Exportzahlen stiegen deutlich bis in den zweistelligen Bereich an. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 374 Millionen Liter Tequila, 6,3 % mehr als im Vorjahr 2019, aus 1,407 Millionen Tonnen der blauen Weber-Agave, die auch Tequila-Agave genannt wird, produziert. 286 Millionen Liter des Destillats, eine Steigerung um 16,3 % zum Jahr 2019, wurden in mehr als 120 Länder exportiert. Derzeit liegt der Wert der Tequila-Exporte bei etwa 2 Milliarden Dollar.

Mit Importen von über 4.147.269 Liter Tequila ist Deutschland der zweitwichtigste Markt weltweit und steht in Europa sogar an erster Stelle. 66 Tequila-Marken von 22 Herstellern werden in die Bundesrepublik vertrieben, wobei es sich mehrheitlich um den weißen Tequila (blanco) handelt.

Tequila – eines der weltweit am stärksten regulierten Getränke

Bereits im Jahre 1974 wurde die erste offizielle Herkunftsbezeichnung in Mexiko dem Agavendestillat gewidmet. Mit dem Regelungsausschuss für Tequila (Consejo  Regulador del Tequila, CRT) gibt es sogar ein eigenes Gremium, das für die Einhaltung aller Standards im Zusammenhang mit der Produktion von Tequila zuständig ist. Der CRT vergibt das Echtheitszertifikat für Tequila und garantiert den Schutz der Herkunftsbezeichnung in Mexiko und weltweit.

So kommt es, dass heutzutage kein anderes Getränk weltweit strengeren Qualitätsstandards unterliegt als der Tequila. Die Bezeichnung Tequila ist derzeit in weltweit 55 Ländern geschützt, darunter auch in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, den beiden wichtigsten Exportmärkten.

Sorgfältiger und traditionsreicher Prozess

Tequila wird ausschließlich aus der blauen Weber-Agave, dem einzigen dafür zugelassen Rohstoff, hergestellt. Der Herstellungsprozess ist langwierig. Sieben bis neun Jahre dauert der Anbau der Agave, der nur in einem abgegrenzten Gebiet erfolgen darf, das im Rahmen der Ursprungsbezeichnung festgelegt ist und 181 Gemeinden in fünf mexikanischen Bundesstaaten umfasst.

Tequila wird in zwei Kategorien (Tequila und Tequila 100% Agave) und fünf Klassen unterteilt:  weiß (blanco), jung (joven), geruht (reposado), gereift (añejo) und extra gereift (extra añejo).

163 zertifizierte Produktionsstätten und 8.000 Agavenbauern mit über 220.000 Hektar Anbaufläche sind Teil der Tequila-Industrie.

Insgesamt garantieren 1.758 Marken die Herstellung eines authentischen Produktes und mehr als 70.000 Familien in Mexiko bestreiten ihren Lebensunterhalt durch die Tequila-Produktion.

Tequila: Geschützte geographische Angabe

Auch in Europa wird sichergestellt, dass die Produkte, die als Tequila verkauft werden, auch tatsächlich dem mexikanischen Standard für Tequila entsprechen. So wurde nach mehr als 20 Jahren gemeinsamer Arbeit zwischen dem CRT und der Europäischen Union im Jahr 2019 eine weitere Grundlage geschaffen, um den Schutz der Bezeichnung Tequila in Europa zu gewährleisten und gleichzeitig Verbrauchern die Garantie zu geben, dass es sich um ein authentisches Produkt handelt: Seit 2019 darf Tequila lediglich als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) verwendet werden.