Jeweils im Mai öffnen die beiden Basel für ein Wochenende die Türen von rund 80 herausragenden, historischen und zeitgenössischen Bauten. Alle Interessierten sind eingeladen, einen Blick hinter die Fassaden des Stadtraums zu werfen. Das Architektur- und Stadterlebnis ist kostenlos.

Am 18. und 19. Mai 2019 werden jeweils zwischen 10 und 18 Uhr Führungen durch private Häuser und Wohnungen, durch Theater, Kirchen, Museen und Schulen, durch Büros und Studios, Werkstätten und Infrastrukturbauten angeboten. Ein Highlight stellt sicherlich die international bekannte St. Jakobshalle dar

Was: Architekturführung für alle Interessierten
Wo: St. Jakobshalle, Brüglingerstrasse 19, 4142 Münchenstein
Wann: Samstag 18. Mai / 15 Uhr / mit Jürg Berrel (Architekt, Berrel Berrel Kräutler

Reservation erforderlich, unter: openhouse-basel.org/orte/st-jakobshalle/

Informationen zum Gebäude:

Die Sanierung der St. Jakobshalle bot die Chance, die seinerzeit vorbildliche Halle aus den 1970er-Jahren an heutige Anforderungen anzupassen. Der Charakter der Mehrzweckhalle sollte erhalten bleiben und mit den Neubauten zu einer klaren starken Identität entwickelt werden.
Das Team um die Basler Architekten Berrel Berrel Kräutler und Degelo überzeugte die Jury des Architekturwettbewerbs mit dem Vorschlag, die Erschliessung neu zu ordnen: Durch die Verlagerung des Hauptzugangs von der Brüglingerstrasse an die St. Jakobsstrasse entstand ein städtischer Platz, über den die Architekten die Zuschauer zum Gebäude hin und durch das neu geschaffene Eingangsportal in das vierfach vergrösserte Foyer führen. Mittendrin lagert unübersehbar der Grundstein der Hallenerweiterung:

Ein 25 Tonnen schwerer Findling aus dem Gotthardmassiv.

Dem Stein entwächst eine Stütze, auf der das bis zu 19 Meter auskragende, über die gesamte Länge der Nordostfassade gezogene Technikgeschoss ruht, welches das Vordach bildet. Das Vordach weist auf den neuen Haupteingang hin und schützt zudem die Ankommenden vor der Witterung. Ebenso ambitioniert wie die Konstruktion des auskragenden Technikgeschosses ist die rund sechseinhalb Meter hohe, freitragende Glasfassade, die das Foyer nach aussen abschliesst. Über 120 Meter entwickelt sich die Pfosten-Riegel-Konstruktion aus hochstatischen Stahlprofilen des Systems Jansen VISS TVS Fassade entlang des Gebäudes. Angesichts des enormen Formats der Glasscheiben fallen die 60 Millimeter schlanken sowie 280 Millimeter tiefen Pfosten kaum ins Auge. Sie wurden in ihren unteren Endpunkten mit angeschweissten Fussplatten zusätzlich verstärkt. Diese Lastabtragung im Fusspunkt ist nur mit Stahlprofilen möglich; durch sie kann die Spannweite einer Stahlkonstruktion wesentlich
erhöht werden.

jansen.com

St. Jakobshalle, Basel (Bild: jansen.com)