Schokolade ist weltweit eine der beliebtesten Süßigkeiten – bekannt für ihre antioxidative Wirkung wurde sie bereits von den Mayas als Geschenk Gottes angesehen und ihrer Zeit sogar als Währung genutzt. Bis heute ist die Beliebtheit von Schokolade ungebrochen, und nicht nur das: Die weltweite Kakaoproduktion hat sich seit 1960 vervierfacht. Ecuador gilt dabei als eines der besten Kakaoanbaugebiete der Welt. Ein Zusammenspiel aus verschiedenen klimatischen und geografischen Faktoren bringt besonders aromatische und charakteristische Bohnen hervor, die weltweit gefragt und geschätzt werden.

Geeignete Voraussetzungen zum Kakaoanbau findet man in Ecuador vor allem im Küstenvorland wie auch im Amazonasbecken, wo genügend Feuchtigkeit und konstante Temperaturen über 25° Celsius herrschen. Dazu kommen die Höhenlage und permanent 12 Stunden Licht und Schatten an 365 Tagen im Jahr. Denn: Die besten Kakaopflanzen der Welt benötigen Schatten, um zu wachsen. So stehen im ecuadorianischen Amazonas Chonta-Palmen und Mahagoni-Bäume dicht an dicht – ideale Voraussetzungen für die schattenliebende Kakaopflanze. Das macht den Regenwald im Amazonas zur perfekten Anbauregion der Bohnen. Hinzu kommt der unschätzbare Wert der majestätischen Anden, die wie ein natürliches Kühlmittel wirken und den Boden des Festlandes mit Mineralien anreichern. Auch die Meeresströmungen Humboldt und El Niño, die die Temperaturen und klimatischen Bedingungen des Landes regulieren, tragen einen großen Teil zum Erfolg des Anbaus von Kakaobohnen bei. Heute gilt Ecuador als drittgrößter Kakaoproduzent der Welt. Der Anbau von Kakao blickt dabei auf eine lange Tradition zurück, denn das Land gilt als Wiege der alten Völker, die mit ihren traditionellen Techniken die Domestizierung des Kakaos überhaupt erst ermöglichten.

Die Pazifikküste und der Amazonas sind die Regionen Ecuadors, in denen die größte Kakaoproduktion stattfindet. Dazu gehören die Anbaugebiete in den Regionen Los Rios, Esmeraldas, Manabi und Amazonias. Vorrangig werden hier zwei Sorten kultiviert:

Cacao CCN-51 steht für Castro Naranjal Collection. Die Sorte ist bei den Farmern sehr beliebt, denn im Gegensatz zu dem aromatischeren „Cacao Nacional“, ist sie wesentlich ertragreicher, kann häufiger geerntet werden und bringt dazu noch größere Kakaobohnen hervor. Der CCN-51 Kakaobaum wird in der Regel zwei bis drei Meter hoch und ist schon im zweiten Jahr ertragreich. Außerdem zeichnet sich die Bohne durch einen hohen Butteranteil von 54 Prozent aus, wodurch sie in der Industrie sehr gefragt ist. Vor allem für dieHerstellung von Schokolade, Kosmetika und anderen Derivaten in großem Maßstab ist Cacao CCN-51 unerlässlich.

Cacao Fino de Aroma ist auch bekannt als Arriba oder Nacional und wird als eine der hochwertigsten Sorten weltweit gehandelt. Im Gegensatz Cacao CCN-51 dauert es bei dieser Sorte drei bis fünf Jahre, bis sie das erste Mal Früchte trägt, die außerdem weniger zahlreich sind. Zudem kann der nationale Kakaobaum bis zu 15 Meter hoch werden, muss also ständig von den Bauern gestutzt werden, um die Früchte ernten zu können.

Der Edel-Kakao kommt fast ausschließlich in Ecuador vor und besticht durch ein unvergleichliches Aroma und einen einzigartigen Geschmack. Cacao Fino de Aroma eignet sich daher hervorragend für die Herstellung von aromatischer dunkler oder exquisiter Gourmet-Schokolade. Besonders interessant: Internationale Spezialitätengeschäfte verlangen einen bestimmten Prozentsatz dieses Kakaos für die Herstellung von Pralinen. Vor allem von europäischen Kakaoherstellern wird der Cacao Fino de Aroma sehr geschätzt. Die hohe Nachfrage des Edel-Kakaos führte schließlich dazu, dass sich die ecuadorianische Schokoladenszene in den letzten 20 Jahren von einem reinen Schokoladenland zu einem Land der Chocolatiers gewandelt hat, das mehr hochwertige Schokolade als Industrieprodukte herstellt.

Auf der Kakao-Route (Ruta del Cacao) durch Ecuador

Als bedeutender wirtschaftlicher und kulturelles Erbe ist der Kakaoanbau stark mit der Identität Ecuadors verwurzelt. Auf den sogenannten „Rutas del Cacao“, also speziellen Reiserouten, können Reisende den Anbau und die Verarbeitung des ecuadorianischen Kakaos verfolgen und hautnah erleben. Ein besonderer Tipp für all die, die die lokale Kultur und die Einheimischen auf authentische Art und Weise kennenlernen möchten. Unzählige Reiseveranstalter bieten spezialisierte Kakao-Rundreisen durch Ecuador an.

Bei einem Besuch der kolonialen Altstadt von Quito, aber auch in der Neustadt, sollten sich Reisende außerdem nicht die Gelegenheit entgehen lassen, eine köstliche Kakao-Milch zu genießen. Sie ist besonders dick, cremig, blumig und aromatisch. Hier, im Ursprungsland des nationalen Edel-Kakaos, schmeckt sie besonders gut. Vor allem in der Altstadt von Quito reihen sich in der Calle La Ronda unzählige Kakao-Shops aneinander, die die Besucher mit der Verarbeitung des Kakaos von der Kakaobohne bis zur Schokolade vertraut machen. Eine Kostprobe darf dabei natürlich nicht fehlen!

 Weitere Informationen zu Ecuador unter https://ecuador.travel/de/ .