Fahrradrahmen aus Bambus? Das Kieler Start-Up my Boo hat sich genau darauf spezialisiert. Klingt für die meisten doch eher ungewöhnlich. Ist es wohl auch ein wenig. Die Idee ist allerdings keinesfalls neu: schon um 1900 versuchten sich die ersten Hersteller an dem Material. Danach verschwand die Idee größtenteils aus den Köpfen der Fahrradproduzenten. Zumindest bis jetzt.

Die Idee hinter den Bambusfahrrädern

Seit 2013 baut und vertreibt das junge Kieler Unternehmen „my Boo“ äußerst erfolgreich Fahrräder aus Bambus. Die Idee dazu entstand 2012, nachdem ein Freund während eines Besuchs in Ghana ähnliche Bambusfahrräder gesehen hatte. Schnell reifte die Idee bei Maximilian Schay und Jonas Stolzke zu einem konkreten Geschäftsmodell, welches seit dem zu einem ernst zu nehmenden Social Business herangewachsen ist: sie verbinden dabei den außergewöhnlichen Rohstoff mit konkretem sozialen Engagement, nachhaltigem Wirtschaften und hohen Qualitätsansprüchen zu ihrem ganz besonderen Geschäftsmodell. Ihre Firmenphilosophie: Nachhaltig. Sozial. Einzigartig.

Die Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt

Die Rahmen für die my Boo Bambusfahrräder entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem „Yonso Project“ – einer sozialen Organisation, die sich die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit speziell in der Region zum Ziel gesetzt hat. Mit den Einnahmen aus der Rahmenproduktion werden unter anderem Schulstipendien an Kinder und Mikrokredite an junge Frauen vergeben. Zusätzlich wurde im Herbst 2016 der Grundstein der „Yonso Project Model School“ gesetzt. Nach Fertigstellung soll diese Schule allen Kindern in der Region den Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglichen.

Dank der Zusammenarbeit mit my Boo konnten schon viele Schulstipendien vergeben werden.

Soziales Engagement in Ghana

Angefangen hat alles mit 3 Mitarbeitern in einem Hinterhof. Mittlerweile arbeiten über 30 junge Menschen in einer eigens erbauten und professionell ausgestatteten Werkstatt an den Rahmen. Sie erhalten eine gute Ausbildung, einen fairen Lohn und vor allem: eine Perspektive. Nach der Fertigstellung und einer kritischen Qualitätskontrolle werden die Rahmen lackiert um sie gegen Wind und Wetter zu schützen.

Bis zu 80 Stunden Handarbeit stecken in einem my Boo Bambusfahrrad

Mit ihrem einzigartigen Ansatz zeigen die Kieler, das wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit durchaus zu vereinbaren sind und sich nicht zwangsläufig ausschließen müssen.

Einzigartig: Jedes Bambusrad ist ein Unikat

Die in Ghana gefertigten Rahmen werden nun in der Kieler Manufaktur des Unternehmens zu ihren hochwertigen Bambusfahrrädern per Hand endmontiert. In jedem my Boo Bambusfahrrad stecken so bis zu 80 Stunden Handarbeit. Dabei werden ausschließlich Komponenten erstklassiger Hersteller verbaut – Es entsteht eine einzigartige Kombination aus dem Naturrohstoff Bambus und technischer Raffinesse.

Das Bambuslager

Die natürlichen Eigenschaften des Bambus vereinen die Vorteile von Stahl und Aluminium zu einem außergewöhnlichen Material.

Die Bambusfahrräder sind absolut alltagstauglich und stehen anderen Rahmenmaterialien in nichts nach.

my Boo – ein Naturrohstoff trifft auf technologische Innovation

Einzigartig macht das Unternehmen auch ihre Vielfalt: Permanent arbeitet das Team an neuen Modellen und Varianten ihrer Bambusräder: 12 verschiedene Ausführungen gibt es bisher, alle lassen sich zu dem nahezu grenzenlos individualisieren. Vom bequemen Citycruiser, über das zuverlässige Trekkingbike, bishin zum hochklassigen Rennrad ist alles im Angebot. Ebenso vielfältig sind die Austtattungsmöglichkeiten: es werden klassische Kettenschaltungen, moderne Nabenelemente wie Dynamo und Schaltung und hydraulische Scheibenbremsen verbaut.

Die Bambusfahrräder lassen sich beliebig anpassen: Zum Beispiel mit beigen Reifen oder Nabendynamo.

Neben der Vielfalt sprechen auch immer wieder neue Innovationen für das Unternehmen: Im Frühjahr 2017 stellte my Boo das weltweit erste E-Bike aus Bambus mit Mittelmotor vor, das „my Volta“. Für 2018 haben die Kieler nun ihr nächstes Highlight angekündigt: das High-End Urbanbike „my KuroGates, bei dem erstmals ein Carbon-Riemenantrieb zum Einsatz kommt. Außerdem soll es dank neuer Rahmentechnologie die Möglichkeit geben, andere Bambusräder mit dem Riemenantrieb upzugraden.

Das Bambus-Urbanbike „my Kuro“ ist erstmals mit einem Riemenantrieb ausgestattet.

Seit neuestem vertreibt my Boo nun auch hochwertiges und ebenfalls nachhaltig produziertes Fahrradzubehör. Unter anderem die BBU1: eigene Fahrradgriffe aus Birkenrinde, Fahrradschlösser aus Hanf und Leder sowie Fahrradtaschen aus Rindsleder, die bei einer Hofsattlerei in Deutschland von Hand gefertigt werden.

Die BBU1 sind absolut wetter- und wasserfest.

Man darf gespannt sein, mit welchen Ideen das junge Team noch aufwarten kann.

Weitere Informationen zu den Bambusfahrrädern und den sozialen Projekten des Unternehmens finden Sie auf der Webseite von my Boo oder bei Facebook.