Unter den in Basel präsentierten 100 Automobilen finden sich Rennsport- und Filmlegenden, ausgefallene Unikate, kulturprägende Klassiker und erstmals auch eine handgefertigte zeitgenössische Sonderkarosserie. Die folgende Zusammenfassung beschreibt nur einige der Vorzeigeautomobile, die an der Grand Basel zu bestaunen sind:

Automobili Amos Integrale Speciale 2018

Das kleine Ingenieurunternehmen Automobili Amos, gegründet von Rennfahrer Eugenio Amos, hat dem legendären Lancia Delta Integrale neues Leben eingehaucht. Der Integrale Speciale greift das bekannte Design, der in Italien gebauten Rallyelegende auf, weist darüber hinaus jedoch über 1000 neue Komponenten auf – darunter eine breitere Karosserie aus handgetriebenen Aluminiumpaneelen und eine massgeschneiderten Frontschürze aus Kohlefaser. Moderne Technologie wurde auf kluge Art eingesetzt, um Antriebsstrang, Chassis und Aufhängung zu verbessern, ohne dabei den Charakter und das Flair des Originals zu beeinträchtigen. Amos zufolge dauert die Herstellung eines solchen Fahrzeugs etwa vier Monate. Mit dem Auftritt des Integrale Speciale an der Grand Basel feiert ein bemerkenswertes neues Automobil seine Weltpremiere.

Benetton-Ford B194 1994

Der legendäre Michael Schumacher gilt als einer der grössten Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Bis heute besitzt er die meisten Weltmeistertitel (7), zudem hält er die Rekorde für die meisten Grand-Prix-Siege (91) und die meisten schnellsten Runden (77). Das Automobil, das ihm seine erste Weltmeisterschaft sicherte, war der 3,5- Liter-V8-Benetton-Ford B194, mit dem er in der Saison 1994 von 16 Rennen 8 gewann. Angeblich war Schumacher der einzige, der den Benetton «zähmen» konnte. Seine Teamkollegen in der Saison 1994 sahen sich von der Unberechenbarkeit des Wagens im Grenzwertbereich überfordert. Als Hommage an die Erfolge seines Vaters absolvierte Schumachers Sohn Mick 2017 beim Grossen Preis von Belgien einige Demorunden mit einem Benetton-Ford B194.

Ferrari 250 GT SWB Berlinetta 1960

Erstmals vorgestellt am Pariser Mondial de l’Automobile im Oktober 1959, war die 250 GT Berlinetta auf kurzem Radstand – dem «passo corto» – Ferraris Vision des archetypischen Rennwagens mit Strassenzulassung. Die Karosserieentwürfe wurden von Pininfarina gezeichnet und von Scaglietti in Modena als Aluminium- oder Stahlausführung umgesetzt. Die 250 GT SWB Berlinetta war das erste Serienfahrzeug von Ferrari, das standardmässig mit Scheibenbremsen ausgestattet war. Der 3,0-Liter-V12-Colombo-Motor konnte in verschiedenen Versionen bestellt werden, je nachdem, ob das Fahrzeug für den Einsatz auf der Strasse oder auf der Rennstrecke bestimmt war. Diese spezielle 250 GT SWB – Chassis 2111GT – ist ein ganz besonderes Ausstellungsstück, da sie von Februar bis September 1961 von Enzo Ferrari selbst gefahren wurde. Das Automobil wurde zum Prototyp für die neue Karosserieform von 1961. Zahlreiche Fotos aus demselben Jahr zeigen Enzo hinter dem Steuer des Wagens.

Lamborghini Miura 1968

Am 10. März 1966 läutete Lamborghini mit der Enthüllung des Miura eine neue Ära der Sportwagengeschichte ein. Mit seinem wegweisenden, zeitlosen italienischen Design ist der Miura auch heute noch der Inbegriff des Dolce Vita und der Swinging Sixties. Nicht von ungefähr wurde der Lamborghini Miura zum Star der legendären Eröffnungssequenz des Films «The Italian Job» und erhielt sogar ein identisch lackiertes «Karosserie-Double», das den Anschein erweckte, er sei zerstört worden. Während der Dreharbeiten im Juni 1968 lieh sich die Filmcrew den Miura für die Fahrtszenen aus. Als der Film 1969 dann in die Kinos kam, veränderte er das Image von Lamborghini radikal. Dank seiner Leinwandwandkarriere wurde dieser ganz spezielle Miura zu einem der berühmtesten Automobile aller Zeiten und zu einer Legende der Film- und Kulturgeschichte.

Pegaso Z-102 Serie II Cabriolet Saoutchik 1954

Ursprünglich bekannt als Hersteller von Lastwagen und Bussen, unternahm die spanische Marke Pegaso 1951 mit zwei Prototypen eines neuen Modells – dem Z- 102 – ihren ersten Ausflug in die Welt der Sportwagen. Das Fahrzeug besass einen von Wilfredo Ricart, dem ehemaligen Chefingenieur von Alfa Romeo, massgefertigten V8-Motor und konnte wahlweise mit der Karosserie des ENESA- Hausteams, der Mailänder Carrozzeria Touring oder der französischen Karosseriebaufirma Saoutchik bestellt werden. Im Jahr 1953 galt es als schnellster Serienwagen der Welt, und es wird bis heute als «Spaniens Supercar» bezeichnet. Der Pegaso Z-102, für dessen individualisierte Ausstattung keine Kosten gescheut wurden, erwies sich als extrem teuer in der Herstellung. Aus diesem Grund wurden nicht einmal 90 Fahrzeuge gebaut. Das an der Ausstellung gezeigte Pegaso Z-102 Serie II Cabriolet 1954 ist ein Einzelmodell, ausgestattet vom französischen Unternehmen Saoutchik, das sich mit hoher Qualität und extravagantem Design einen Namen gemacht hatte. Der Wagen wurde von Pierre Saoutchik zunächst am San Remo Concorso d’Eleganza 1954 und im selben Jahr am Pariser Mondial de l’Automobile präsentiert. In der europäischen Automobilgeschichte stellt dieses einzigartige Design eine Ausnahmeerscheinung dar.

Ferrari SP38 2018

Das erste Auto, das der Special-Projects-Abteilung von Ferrari zugeschrieben wird – der F430-basierte SP1 – wurde 2008 vorgestellt. Unter der neuen Flagge dieses Sondermodellprogramms und zehn Jahre nach der Präsentation des ersten dieser Einzelstücke stellte Ferrari beim diesjährigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este in Italien den unglaublichen SP38 vor. Der SP38 steht zwar auf dem Chassis des 488 GTB, besitzt jedoch eine dramatisch andere Karosserie. Einige Merkmale wie die Lamellen auf der Motorhaube und die integrierten hinteren Kotflügel sind von Ferraris legendärem Supercar F40 inspiriert. Aerodynamischere Seitenbleche, schmalere Scheinwerfer und fest umschlossene Rückleuchten zählen zu den charakteristischen Merkmalen des SP38, ebenso wie die massgefertigten Leichtmetallfelgen und der breite, markante Heckdiffusor. Der SP38 ist ein einzigartiges zeitgenössisches Automobil, das die Tradition des klassischen Karosseriebaus zu wahren weiss.

Aston Martin DB4 GT Zagato 1961

Der Umstand, dem der Aston Martin DB4 GT Zagato letztlich seine Existenz verdankt, ist der bittere Konkurrenzkampf zwischen Aston Martin und Ferrari in den frühen 1960er-Jahren. Jahr um Jahr rangen die beiden Marken verbissen um jeden Sieg bei der Sportwagen-Weltmeisterschaft – mit direkten Auswirkungen auf den Erfolg im Showroom. Als Ferrari die ersten Variationen der 250 GT SWB Berlinetta vorstellte, wurde Aston Martin klar, dass sein DB4 GT-Modell leistungsstärker werden musste. Von einer Partnerschaft mit Zagato erwartete man sich nicht nur ein schön gestaltetes, sondern vor allem auch ein renntauglicheres Fahrzeug. Das Ergebnis, eine harmonische Mischung aus italienischen und britischen Stilelementen, wurde 1960 an der London Motor Show präsentiert. Aston Martin und Zagato hatten nicht nur das Exterieur völlig überarbeitet, sondern befreiten das Fahrzeug auch von allem unnötigen Ballast. Hierdurch fiel das Zagato-Modell um fast 50 Kilogramm leichter aus als der reguläre DB4 GT.

Cisitalia 202 SC 1947

Die von dem Industriellen und Amateurrennfahrer Piero Dusio gegründete Automarke Cisitalia leitete ihren Namen von Dusios Konzern Consorzio Industriale Sportivo Italia ab. Nachdem sich seine Vorstellungen hinsichtlich eines agilen, leichten Fahrzeugs im ersten italienischen Nachkriegsrennen als richtig erwiesen hatten, stellte Dusio 1947 am Villa d’Este und einen Monat später am Pariser Mondial de l’Automobile seinen Sportwagen Modell 202 mit einer massgefertigten Aluminiumkarosserie von Pininfarina vor. Der Wagen war sowohl ästhetisch als auch technisch ein Meisterstück – eine Designleistung, die Form und Stil der Nachkriegsautomobile völlig verwandeln und die Konturierung unzähliger Fahrzeugkarosserien beeinflussen würde. Heutzutage sprechen Fachartikel in diesem Zusammenhang von der «Schöpfungsgeschichte des modernen Automobildesigns», und dies ist keine Übertreibung. Ein Beispiel ist im Museum of Modern Art (MoMa) in New York zu sehen, wo es als «bewegliche Skulptur» und eines der zehn besten Automobildesigns aller Zeiten ausgestellt ist. Das Fahrzeug, das an der Grand Basel gezeigt wird, befand sich bei seiner Entdeckung im «Scheunenzustand» und wurde ausstellungswürdig restauriert. Später prangte es auf der Titelseite des 2014 bei teNeues erschienenen «The Classic Cars Book».

Porsche 550 1500 RS Spyder 1956

Der Porsche 550, erstmals vorgestellt am Pariser Mondial de l’Automobile von 1953, war ein traumhaft schöner Strassenrennwagen mit klaren, eleganten Linien und einem hocheffizienten viernockigen Boxermotor mit 1500 cm3 Hubraum, entwickelt vom Österreicher Dr. Ernst Fuhrmann. Der Mittelmotor-Roadster erwies sich im Wettkampf als äusserst erfolgreich und liess deutlich stärkere oder bewährtere Konkurrenten oft hinter sich. Der Wagen wiegt nur 550 Kilogramm und ist so niedrig, dass es Hans Hermann bei der Mille Miglia 1954 gelang, mit ihm unter einer Schranke hindurchzuflitzen – Sekunden bevor ein Schnellzug durch den Bahnübergang raste. Mehr noch als alle Rennerfolge hat jedoch die Assoziation mit Filmstar James Dean, der auf dem Weg zu einem Strassenrennen in Kalifornien mit seinem «Little Bastard» einen tödlichen Unfall erlitt, für die Berühmtheit des 550 gesorgt. Dieser Porsche 550 1500 Spyder gilt als bedeutendes Stück Automobilgeschichte. Beim Grossen Preis von Deutschland 1956 auf dem Nürburgring wurde er Sieger in seiner Klasse.

Kuratierung und Ausstellung in einmaligem Format

Ab September 2018 rückt Grand Basel auf einer Welttournee aussergewöhnliche Automobile im Kontext von Kunst, Design, Architektur und Lifestyle ins Rampenlicht. Ein unabhängiges Expertengremium, bestehend aus Autoritäten auf den Gebieten Kultur und Design, Architekten und Künstlern, kuratiert die Exponate und so deren Einmaligkeit und Echtheit gewährleisten. Dank des kühnen Ausstellungskonzepts von Grand Basel werden aussergewöhnliche Automobile in aussergewöhnlichem Rahmen präsentiert. Inspiriert von zeitgenössischer Architektur, verzichtet das homogene Design auf das oft nostalgische Ambiente herkömmlicher Autoshows und präsentiert die Fahrzeuge in einem Ambiente, das an moderne Museen erinnert. Die Eröffnungsausstellung von Grand Basel findet vom 6. bis 9. September 2018 in Basel, Schweiz, statt. Weitere Ausstellungen folgen vom 22. bis 24. Februar 2019 in Miami Beach und im Mai 2019 in Hongkong.

Über Grand Basel

Grand Basel ist die ultimative Show für automobile Meisterstücke. Grand Basel zeigt eine Auswahl an Spitzenfahrzeugen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ist die einzige Show, die das Auto im kulturellen Kontext von Kunst, Design, Architektur und Lifestyle präsentiert. Grand Basel richtet sich an ein anspruchsvolles Publikum aus Sammlern, Restaurierungs- und Konservierungsexperten, Händlern, Herstellern und Kennern, und bietet diesen eine globale Plattform für den Austausch. Hinter der Show steht die MCH Group, ein international führendes Live- Marketing-Unternehmen mit Sitz in Basel, das unter anderem auch für die Art Basel verantwortlich zeichnet. Nach der Premiere in Basel im September 2018 sind weitere Shows in Miami und Hongkong geplant.

https://www.grandbasel.com