Raus aus der Stadt mit all ihrem Chaos und Lärm und hinein in die Natur. Das bringt nicht nur Spaß, es ist auch gut für die Gesundheit, wie wir wissen. Stresspegel, Blutdruck und Puls sinken, dazu gute frische Luft, grüne Felder und blauer Himmel – Natur tut jedem gestressten Gemüt gut. Und eines wollen wir nicht vergessen: Es ist toll, gelegentlich mal ganz allein mit sich und dem Universum zu sein.

Und wo könnte man das schöner sein als in Estland? Der baltische Staat ist in etwa so groß wie Niedersachsen, aber es leben dort nur 1,3 Millionen Menschen. Kein Wunder, dass ihr in Estland reichlich abgeschiedene Plätze findet, in denen ihr ganz weit weg vom modernen Großstadtleben seid.

Wir haben euch zehn der abgelegensten und ruhigsten Plätzchen im ganzen Land herausgesucht:

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Die Wälder Estlands laden zum Verweilen ein.

Die Insel Sorgu als Vogelparadies

Die 12 Hektar große Felsinsel zwischen Pärnu und Riga erreicht man nur per Boot und es gibt auch nur eine Landestelle, nämlich an der Nordspitze beim Leuchtturm. Einen Hafen sucht ihr hier vergeblich, also rechtzeitig um die Rückfahrgelegenheit kümmern! Vom 15. April bis zum 15. Juli darf man das Vogelparadies Sorgu nicht besuchen. Das ist gedacht zum Schutz der zahlreichen Meeres- und Zugvögel, die sich hier einfinden.

Toonoja, die Sumpfinsel

Toonoja gilt als einer der abgeschiedensten Orte Estlands, auch wenn über 4000 Jahre lang Menschen auf dieser sumpfigen Insel leben. Der letzte ständige Einwohner verließ Toonoja 1987 und bewältigte seinen Umzug mit einem Fahrrad. Das verlassene Dorf steht noch, dennoch ist ein Besuch auf eigene Faust nicht ganz einfach. Wer es etwas weniger kompliziert haben möchte, kann sich sommers wie winters einer der vielen geführten Touren anschließen.

Zum Entspannen nach Korvemaa

Nicht weit von Tallinn (wie so viele ruhige, abgeschiedene Orte in Estland) liegt Korvemaa. Zu Sowjetzeiten war hier militärisches Sperrgebiet, was erklärt, warum ihr hier kaum Spuren von Zivilisation findet. Ein Streckennetz von 65 Kilometern Länge bietet gestressten Städtern reichlich Möglichkeiten zum Entspannen. Ihr könnt hier joggen, Rad fahren oder Nordic walken. Im Winter könnt ihr euch auf den Tretschlitten schwingen und gleitend die geheimnisvolle Schönheit des Lands auf euch wirken lassen.

Seelige Ruhe in Kalana

Kalana liegt im Nordwesten von Hiiumaa, Estlands zweitgrößter Insel. Hier erwarten euch perfekte Ruhe und Frieden. Ihr könnt hier in dieser ausgesprochen dünn besiedelten Ecke des Landes einiges unternehmen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Besuch des Leuchtturms von Ristna? Er wurde 1873 in Frankreich in Auftrag gegeben und von oben genießt ihr einen tollen Blick über Nebelwälder und das Meer. Der nahegelegene Strand gilt als einer der schönsten in ganz Estland und bietet Surfern perfekte Bedingungen.

In Sorve die Ruhe genießen

Es heißt, wer an der Spitze von Sorve steht, werde sich bewusst, wie unbedeutend er ist, hier, am vermeintlichen Rand der Welt. Die Halbinsel wurde 1234 erstmals erwähnt, seitdem haben hier gerade einmal 1.600 Menschen gelebt. Kleine Inselchen tasten sich in die Ostsee hinaus und der Legende nach handelt es sich bei ihnen um Steine, die der Held Großer Toll nach dem Teufel geworfen und ihn damit in die Flucht geschlagen hat. Wenn ihr nach Viieristi kommt, besucht die Quellen dort. Ihrem Wasser wird heilende Wirkung nachgesagt.

Einsamkeit auf der Insel Keri

Ihr wolltet schon immer mal eine Woche lang Inselwärter sein? Auf Keri geht das während der Sommermonate, was wie kaum etwas sonst zeigt, wie dünn besiedelt die Insel ist. Keri ist eines der einsamsten Inselchen der Kolga-Bucht und für eine sichere Überfahrt braucht ihr schon ruhige See. Spielen Meer und Wetter mit, könnt ihr von Kaberneeme aus die Überfahrt mit dem Kanu wagen.

Lahemaa-Nationalpark

Der 725 Quadratkilometer große Park ist ein wunderschönes und einzigartiges Stück vielfältiger und friedlicher Natur. Die unberührte Landschaft besticht durch zahlreiche Highlights und beherbergt zudem einige der prächtigsten Anwesen des Landes, uralte Fischerdörfer und faszinierende Moore mit großer Artenvielfalt. Estlands ältester Nationalpark bietet Stressabbau pur, gleichzeitig könnt ihr auf im Vorfeld organisierten Ausflügen mehr über die Geschichte dieses Orts lernen.

Ruhe und Entspannung auf Vilsandi

Vilsandi liegt vor der Westküste von Saaremaa und lässt sich entweder mit dem Boot erreichen oder je nach Stand der Gezeiten auch zu Fuß. Der Leuchtturm steht perfekt für einen herrlichen Blick auf die bezaubernden Vaika-Inseln. Gleichzeitig ist er eine von zahlreichen Erinnerungen daran, dass sich auf Vilsandi einst Seeleute und Bootsbauer tummelten. Heute werden hier keine Boote mehr gebaut, stattdessen warten Ruhe und Entspannung auf die Besucher, auch wenn es manchmal recht windig werden kann.

Sumpflandschaft rund um den Männikjärv

Auf einem mehr als zwei Kilometer langen Wanderweg lässt sich der wunderschöne Männikjärv-See umrunden. Ihr habt dabei einen guten Blick auf den leichten Nebel, der aus den Sümpfen rund um den See aufsteigt. Seid ihr Wander-Anfänger, ist dieser Pfad perfekt für einen ersten Eindruck davon, wie so eine „Fußsafari“ abläuft. Der Weg ist einfach zu gehen und gut ausgezeichnet und ihr passiert unterwegs einen beeindruckenden Wald. Übrigens sind während der sommerlichen Hochwasserphase Teile der Moorlandschaft unpassierbar!

Ruhe am Meenikunno-Moor

Für Estland gilt als Faustregel: Je weiter südlich man kommt, desto dünner besiedelt und ruhiger wird es. Das Meenikunno-Moor liegt übrigens ziemlich weit im Süden! In der letzten Zeit ist das ohnehin schon gut ausgebaute und gut nutzbare Netz an Stegen noch vergrößert worden, sodass die Besucher die magische Landschaft noch besser erkunden können. Naturfreunde dürften hier reichlich Spaß haben – es gibt eine Vielzahl an Sumpfpflanzen und Birken zu entdecken. Besonders gut lässt sich die beeindruckende Natur hier von einem Aussichtsturm beobachten.