Die Weinkellerei Tramin präsentiert den Gewürztraminer Epokale 2009

Der Gewürztraminer war immer schon die besondere Leidenschaft der Weinmacher in der Kellerei Tramin in Südtirol. Mit dem Engagement des charismatischen Kellermeisters Willi Stürz hat sich die renommierte Genossenschaft international den Ruf erworben, hochkomplexe Weine aus dieser Rebsorte entstehen zu lassen. Nun hat die Kellerei Tramin eine alte Spielart, im Geiste einer längt vergangenen Epoche wiederbelebt. „Epokale“ ist ein Wein von barocker Pracht, der sieben Jahre lang im höchsten Bergwerksstollen Europas reifen durfte.

Die Traminertraube ist seit jeher in und rund um Tramin beheimatet. Hier findet sie auch besonders spannende Bedingungen vor, um ihr Potenzial voll entfalten zu können und ein einzigartiges Geschmacksprofil zu entwickeln. Südtiroler Gewürztraminer sind besonders feingliedrig, verfügen über spürbare Säure und überraschen durch viel innere Spannung – hier macht sich der kühlende Einfluss der Berge bemerkbar, und der große Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht.

Gewürztraminer ist Mission

Im Zuge der jahrelangen intensiven Beschäftigung mit den Eigenheiten dieser Rebsorte hat die Kellerei Tramin hohe Kompetenz und grosse Erfahrung erworben. Gleich vier verschiedene Spielarten des Gewürztraminers füllt die Kellerei ab – die Trauben dafür stammen aus verschiedenen Zonen in Tramin, die zum Teil sehr unterschiedliche Kleinklimata aufweisen. Der individuelle Charakter der Weine Klassik, Selida, Nussbaumer und Terminum demonstriert das eindrucksvoll. Einige davon zählen zu den absolut höchstbewerteten Weissweinen Italiens, etwa der Terminum 2012 oder die Südtiroler Gewürztraminer-Ikone, der aktuelle Nussbaumer 2015.

Epokale – eine längst vergangene Epoche wird wiederbelebt

Auf der ständigen Suche nach neuen Möglichkeiten, das Potenzial des Gewürztraminers noch weiter auszuschöpfen, hat die Kellerei Tramin nun eine alte Variante, im Geiste einer längst vergangenen Epoche wiederbelebt. Und bringen jetzt den Gewürztraminer Epokale 2009 auf den Markt. Gerade durch seine althergebrachte Stilistik liefert er ein völlig neues Gewürztraminer-Erlebnis. Es ist ein Typus von Wein, wie er bis ins vorletzte Jahrhundert hoch im Kurs stand: kraftvoll, aber gleichzeitig elegant und anmutig, mit wahrnehmbarer Restsüsse. Früher wurden solche Weine eher jung getrunken, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass eine längere Reifung einem Gewürztraminer von ausreichend hoher Traubenqualität extrem gut tut.

Die Wurzeln des Epokale

Die wertvollen Trauben für den Epokale 2009 stammen von alten Rebstöcken aus zwei der ältesten Anlagen rund um den Nussbaumer Hof in der Lage Söll, die zur besten Traminer-Lage in Südtirol zählt. Hier auf rund 450 Meter Seehöhe liegt eine dicke Schicht von kalkhaltigem Schotter mit Lehmerde über einem felsigen Untergrund aus Porphyr. Diese Bodenzusammensetzung sorgt für die feine Mineralität im Wein. Das Kleinklima ist durch extreme Temperaturschwankungen geprägt. Sonnige Tage von mediterraner Wärme werden von kalten Nächten abgelöst, in denen sehr kühle Fallwinde vom Mendelkamm durch das Etschtal wehen. In heissen Sommern und gerade auch vor der Ernte sorgt diese Abkühlung für die frische fruchtige Aromatik und markante Säure in den Trauben. Nicht zufällig kommen von diesen Rebhängen die grössten und am höchsten bewerteten Gewürztraminer des Landes. Die Riede blickt überdies auf eine lange Geschichte zurück. Die Weine, die hier entstanden, wurden bereits im Mittelalter von Minnesängern besungen. Damals war Tramin ohne Zweifel der bekannteste Weinort im gesamten Alpenraum.

Der vielleicht radikalste Schritt bei der Entstehung des Epokale war die Entscheidung, ihm eine sehr lange Flaschenlagerung zu gönnen: Sieben Jahre verbrachte der Wein nach der Abfüllung in einem 4000 Meter tiefen Bergwerksstollen. Willi Stürz entschied sich für die Lagerung im alten Bergwerk Poschhausstollen im Ridnauntal, das heute als Museum dient. Dort findet der Wein geradezu ideale Klima-Bedingungen: Jahraus, jahrein, zu jeder Jahreszeit, beträgt die Lufttemperatur 11 Grad, herrschen gleichmäßige Luftfeuchtigkeit, Dunkelheit und Ruhe. Seit dem Jahrgang 2009 wird Epokale jedes Jahr in diesen Stollen eingebracht und erst nach frühestens 7 Jahren wieder ans Licht geholt.

Die noble Grand Dame tritt ans Tageslicht

Das lange Warten auf den ersten Jahrgang hat sich gelohnt. Das Ergebnis fiel überwältigend aus: Epokale 2009 ist ein Wein von zeitloser Schönheit und barocker Pracht, eine noble Grande Dame, die grosszügig nach Rosenblüten duftet, Lavendel, reife gelbe exotische Früchte, Honigmelone, Mango, Maracuja, Pfirsich, Litschi, sowie würzige Noten von getrockneten Kräutern, Gewürznelken, Salbei, Ingwer, Safran, Zimt und Muskatnuss. Der Wein entfaltet Präsenz, bleibt dabei aber elegant und anmutig und zeigt enormen Tiefgang. Dazu kommt eine ausgeprägte Aromatik, körper- und extraktreich, aber mit feinwürziger Saftigkeit und salziger Mineralik. Die hochfeine Restsüsse harmoniert mit der milden Säure und einem Abgang, der nahezu unendlich lang ist. Mit diesem Duft- und Geschmacksprofil werden engagierte Sommeliers in der Gastronomie ihre Freude haben. Epokale ist der ideale Widerpart zu scharf gewürzten Gerichten oder zu Gerichten, die reichlich Gewürze enthalten, wie Wildfleisch mit Birne und alpinen Kräutern. Perfekt zu rotgeschmiertem Käse wie Appenzeller, Taleggio, Munster, Tilsitter. Nicht zuletzt bewährt er sich auch als Begleiter zu den typischen, nicht übertrieben süssen alpinen Desserts, wie Apfelstrudel mit Zimt, Marillen- oder Zwetschgenkuchen, Kaiserschmarrn oder Milchmuss.

Trotz seiner langen Lagerung steht der Wein noch am Anfang seiner Entwicklung. Er hat das Potenzial für Jahrzehnte der weiteren Reifung und wird dabei immer neue Facetten der Rebsorte Gewürztraminer zeigen.

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