Als deutscher Handschuhmacher fertigt Otto Kessler handgenähte Lederhandschuhe von Spitzenqualität. Ganz nach handwerklicher Tradition wird in den Manufakturen feinstes Leder tafelgeschnitten und mit klassischer Steppnaht versehen. Auf diese Weise entsteht der perfekte Handschuh: Eng anliegend und wärmend, aber ohne einzuengen, sitzt er wie eine zweite Haut auf der Hand. Als elegantes Lederaccessoire rundet er das Outfit stilvoll ab.

Weil jedes Handschuhleder eigene Strukturen und Merkmale aufweist, die es so kein zweites Mal gibt, ist jedes Produkt von Otto Kessler ein echtes Unikat. Die individuellen Designs und Farben geben für jeden Stil das passende Paar her.

Doch wie genau wird ein von hand gefertigter Lederhandschuh eigentlich hergestellt? In diesem Beitrag gehen wir dieser Frage Schritt für Schritt auf den Grund …

Lederlager

Der handwerkliche Fertigungsprozess eines Handschuhs beginnt bereits im Lederlager. Erfahrene, speziell ausgebildete Fachkräfte sortieren das Leder einzeln von Hand nach Qualität, Stärke, Farbe und Zügigkeit und stellen mit geübtem Auge aus einzelnen Fellen sogenannte Kuppen zusammen. Aus einer Lederkuppe werden dann circa 50 Paar Handschuhe gefertigt.

Leder sortieren

Für jeden Produktionsauftrag werden aus dem Ledervorrat die genau passenden Leder von erfahrenen und ausgebildeten Fachkräften einzeln zu so genannten „Kuppen“ von circa 50 Paar zusammengestellt. Lederart, Qualität, Stärke, Farbe und Zügigkeit sind die wichtigsten Auswahlkriterien.

Einfeuchten 

Vor dem Zuschnitt wird jedes Fell zunächst einzeln in ein feuchtes Leinentuch eingeschlagen, damit es sich besser bearbeiten lässt.

Tafelschnitt – Das Ausarbeiten des Felles

Im sogenannten Tafelschnitt wird das Fell zunächst vollkommen über der Tischkante (der „Tafel“/ Tafelschnitt) der Länge nach ausgezogen. Nachdem die Weite des Handschuhs mit einer Schere ausgeschnitten wurde, wird nun im zweiten Arbeitsschritt jeder Handschuh in Richtung der Fingerlänge wieder über die Tafelkante ausgezogen und in die richtige Länge gebracht. Das Arbeiten mit der Piquette, einem stumpfen Messer, ermöglicht das Ausziehen des Leders bis zum letzten Millimeter. Auch bei den Daumen, den Schichteln und den Zwickeln des Handschuhes werden dieselben Arbeitsgänge ausgeführt, um die später notwendige Zügigkeit und ausgezeichnete Passform zu gewährleisten.

Tafelschnitt – Etavillonieren

Nach dem Strecken des Leders im Tafelschnitt, wird beim Etavillonieren eine Pappschablone, die dem späteren Stanzmesser (Kaliber) entspricht, aufgelegt und mit dem Fingernagel auf dem Leder markiert. Nur 2 mm dürfen am Ende dieses Arbeitsganges auf jeder Seite der Schablone überstehen.

Tafelschnitt – Das Zuschneiden

Das Zuschneiden des Daumens erfolgt genauso wie beim Handschuhhauptteil. Die Farbe und Struktur des Leders muss dem restlichen Handschuh entsprechen, um ein harmonisches Gesamtbild zu garantieren.

Tafelschnitt – Fentieren

Im letzten Schritt des Tafelschnittes, dem sogenannten Fentieren, werden die Form der Finger und des Daumens mit dem Kaliber ausgestanzt.

Die Einzelteile eines Tafelgeschnittenen Lederhandschuhes

1 Handschuh-Hauptteil (bestehend aus Oberhand und Unterhand)
1 Daumen (bestehend aus Oberteil und Unterteil)
6 Schichtel (für die Innenseiten der Finger)
3 Zwickel (diese kleinen Teile werden am unteren Ende der Schichtel eingenäht und geben eine noch bessere Passform)
1 Saumleder (für das Einfassen des Innenfutters am Handschuhsaum)

Handapplikation

Ziernähte, Flechtungen und andere Applikationen werden wie vor 200 Jahren noch immer sorgfältig von Hand gemacht.

Auch werden noch heute komplette Handschuhe von Hand genäht, in der aufwändigsten aller Nahtarten, der Handlaschnaht. Die Näherin muss nur mit Nadel und Faden fast 1.800 Stiche setzen, um ein Paar Lederhandschuhe zusammenzunähen. Dazu benötigt selbst eine sehr geübte Kraft fast 3 volle Stunden.

Steppnaht

Die Steppnaht ist die eleganteste und passgenaueste Naht und wird nur noch in wenigen Betrieben Europas von erfahrenen Stepperinnen beherrscht. Die Schichtel und Zwickel werden zuerst an die Finger angenäht, bevor sie auf den Handschuhsteppmaschinen mit ihren Bleistift-großen Säulen zugenäht werden. Hier zeigt sich das ganze Können einer Handschuhstepperin.

Futter einziehen und Säumen

Nach dem Einziehen des Innenfutters (fast immer ein vollständiger zweiter Handschuh aus weichen Cashmere oder Seide) in den fertigen Lederhandschuh werden beide Einzelteile auf einer speziellen Nähmaschine mit einem Streifen Leder, dem Saumleder, zusammengenäht.

Ankuppen

Damit das Innenfutter beim An- und Ausziehen immer mit dem Lederhandschuh verbunden bleibt und sich nicht verdrehtwerden die Fingerspitzen des Innenfutters beim sogenannten Ankuppen mit Handstichen am Leder fixiert.

Etikettieren

Mit Nadel und Fingerhut wird das Einnähetikett in den fertigen Handschuh eingenäht.

Dressur

Die Handschuhe werden auf speziellen Dressureisen nach linkem und rechtem Handschuh getrennt geformt. Mit einer Art Messer werden die Schichtel sorgfältig eingelegt.

Qualitätskontrolle

Bei Otto Kessler wird nicht nur eine Endkontrolle an jedem einzelnen Handschuh durchgeführt, sondern auch während der gesamten Produktion werden fortlaufend Qualitätskontrollen durchgeführt um höchste Qualitätsstandards zu garantieren. Mit kritischem Auge prüfen Facharbeiter Qualität und Farbabstimmung des Leders innerhalb eines Handschuhpaares, sowie innerhalb eines gesamten Produktionsauftrages, Verarbeitung insbesondere von Zuschnitt und Naht, sowie Passform und Größe.

http://www.ottokessler.com