Diesen Sommer feiert die Fondation Beyeler ihr 25-jähriges Bestehen mit der Ausstellung «Mondrian Evolution». Anhand von 89 Werken aus privaten und öffentlichen Sammlungen aus Europa und den USA zeichnet die Ausstellung die beeindruckende Entwicklung Piet Mondrians vom Maler des 19. Jahrhunderts zu einem der führenden Protagonisten der Moderne nach. Auch die Sammlungspräsentation «Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion» beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Figuration und Abstraktion und präsentiert über 100 Werke vom Impressionismus über die klassische Moderne bis hin zur Gegenwartskunst.

Aus Anlass Gerhard Richters 90. Geburtstags präsentiert die Fondation Beyeler zwei Ausstellungsräume mit Sammlungswerken und Leihgaben, die dem Schaffen des Künstlers gewidmet sind.

In einem Richter Raum ist erstmals «mood», eine neue Serie von 31 kleinformatigen, abstrakten Werken, die im Januar 2022 entstanden sind, sowie 31 Fotografien zu sehen. Ihre diesjährige Präsentation auf der Art Basel widmet die Fondation Beyeler zwei bedeutenden Künstlern, die sich in ihrem Werk mit der Brutalität des Krieges auseinandergesetzt haben – Francisco de Goya und Pablo Picasso.

Während der Art Basel finden in der Fondation Beyeler eine Vielzahl von Veranstaltungen statt. Dazu gehören die Premiere des neuen Künstlerbuchs Snowman von Peter Fischli, eine Katalogvernissage mit der renommierten Grafikdesignerin Irma Boom sowie ein Gespräch mit der in Portugal geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Leonor Antunes. Ferner wird das Ausstellungsprojekt «In the Eye of the Storm.

Modernism in Ukraine 1900s–1930s», das sich mit der Entstehung und Entwicklung des Modernismus in der Ukraine auseinandersetzt, erstmals vorgestellt.

Ausstellungen in der Fondation Beyeler während der Art Basel 2022

Mondrian Evolution bis 9. Oktober 2022
Anlässlich seines 150. Geburtstags widmet die Fondation Beyeler dem niederländischen Maler Piet Mondrian (1872–1944) eine umfassende Ausstellung mit Werken aus der eigenen Sammlung sowie wichtigen internationalen Leihgaben. Als einer der bedeutendsten und vielseitigsten Künstler der Avantgarde hat Mondrian die Entwicklung der Malerei von der Figuration zur Abstraktion massgeblich geprägt. Anhand von 89 Werken aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa und den USA zeichnet «Mondrian Evolution» die beeindruckende Wandlung des Künstlers vom Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts zu einem der führenden Protagonisten der Moderne. Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit, Mondrian, der nicht nur die Kunst des 20. Jahrhunderts, sondern auch weitere Bereiche wie Design, Architektur, Mode und Popkultur wesentlich beeinflusste, auf eine neue Weise zu entdecken und kennenzulernen. «Mondrian Evolution» wird gemeinsam von der Fondation Beyeler und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf organisiert.

Gerhard Richter: «mood» bis 14. August 2022
Gerhard Richter (*1932) gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. In den fast siebzig Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit hat er ein Œuvre hervorgebracht, das sich durch thematische und stilistische Vielfalt auszeichnet. Aus Anlass seines 90. Geburtstags zeigt die Fondation Beyeler erstmals neue Werke von Gerhard Richter. In einem vom Künstler selbst konzipierten Raum ist erstmals «mood», eine neue Serie von Arbeiten auf Papier zu sehen. Sie umfasst insgesamt 31 kleinformatige, abstrakte Werke, die im Januar 2022 entstanden sind, sowie 31 Fotografien davon als Auflage.

Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion bis 14. August 2022
Das Wechselverhältnis von Figuration und Abstraktion ist in der modernen Kunst von besonderem Interesse. Die neue Sammlungspräsentation macht dies anhand bedeutender Gemälde und Skulpturen des Impressionismus, der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst beispielhaft anschaulich. Dieser Spaziergang durch die Kunstgeschichte führt durch abwechslungsreiche «Passagen» von Landschaften und Figuren, die auf vielfältige Weise gegenständliche und abstrakte Elemente vereinen.

Der Stand der Fondation Beyeler an der Art Basel 2022

Die diesjährige Präsentation an der Art Basel widmet die Fondation Beyeler zwei bedeutenden Künstlern, die sich in ihrem Werk mit der Brutalität des Krieges auseinandergesetzt haben – Francisco de Goya y Lucientes (1746–1828) und Pablo Picasso (1881–1973). Goyas erschütternde Desastres de la Guerra zählen zu den Meisterwerken der Kunstgeschichte. Die radikalen Druckgrafiken entstanden zwischen 1810 und 1814 unter dem Eindruck des Spanischen Unabhängigkeitskriegs und seiner Folgen. Goya zeigt darin mit ebenso kritischem wie schonungslosem Blick Schmerz, Gewalt, Vertreibung, Folter und Mord. So schuf Goya Bilder von universeller Gültigkeit, die bis heute den Horror von Kriegen und deren desaströsen Konsequenzen versinnbildlichen. Goyas vielschichtiges Werk übte einen grossen Einfluss auf moderne und zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen aus.

Dazu gehört auch Pablo Picasso, der in seinen Bildern ebenfalls Gewalt und Krieg thematisierte. In seiner Weinenden Frau I (La femme qui pleure I) von 1937 etwa steht die Dargestellte für eine Art profane Schmerzensmutter der Moderne im Zusammenhang mit den Gräueltaten des Spanischen Bürgerkriegs und des Faschismus in Europa. Im 1962 entstandenen Gemälde Der Raub der Sabinerinnen (L’enlèvement des Sabines) nimmt Picasso ein Verbrechen aus der antiken Mythologie als Vorlage für die Krisen und Kriege der eigenen Zeit.

Veranstaltungen in der Fondation Beyeler während der Art Basel 2022

«In the Eye of the Storm. Modernism in Ukraine 1900s–1930s»
Mittwoch, 15. Juni, 16 Uhr
Die Ausstellung «In the Eye of the Storm. Modernism in Ukraine 1900s–1930s», welche im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid und dem Museum Ludwig in Köln gezeigt werden wird, setzt sich mit dem Modernismus in der Ukraine auseinander, wie er sich zwischen 1900 und 1930 in den kulturellen Zentren in Kiew, Charkiw und Odessa entwickelt hat. Es ist die erste umfassende Ausstellung ukrainischer Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts in führenden europäischen Museen.

Das Ausstellungsprojekt wird vorgestellt und diskutiert vom Kurator und Mitbegründer der Foundation for the Study of the Avant-Garde Konstantin Akinsha, der Kuratorin Kateryna Denysova, dem Kunstexperten und Kunstsammler James Butterwick, der Forscherin und Creative Director am Ukrainian Institute Tetyana Filevska sowie dem Kunstsammler Andrey Adamovskiy. Das Gespräch wird moderiert von Natalia Shpytkovska, Direktorin des M17 Contemporary Art Center in Kiew.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet auf Englisch statt. Anmeldung unter: www.fondationbeyeler.ch/tickets

Buchpremiere Snowman in Anwesenheit von Peter Fischli
Mittwoch, 15. Juni, 18 Uhr
1990 ursprünglich für das Heizkraftwerk Römerbrücke in Saarbrücken konzipiert, blickt der Snowman von Fischli/Weiss auf eine 30-jährige Geschichte zurück, anhand der sich auch die Entwicklung der Stromerzeugung erzählen lässt. Seit 2020 präsentiert die Fondation Beyeler Snowman, 2016, erstmals als solarbetriebene Skulptur im Museumspark. Die Geschichte des Snowman wird nun in einem neuen Künstlerbuch von Peter Fischli festgehalten. Im Rahmen der Buchpräsentation spricht Peter Fischli mit Cara Manes, Associate Curator für Painting and Sculpture im Museum of Modern Art, New York.
Peter Fischli und David Weiss zählen zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts.

Die Zusammenarbeit der beiden Schweizer Künstler Peter Fischli (*1952) und David Weiss (1946–2012) dauerte über drei Jahrzehnte. Ihre Werke zeichnen sich durch einen ausgeprägten Sinn für Humor, eine Liebe zur Poesie und eine Faszination für das Alltägliche aus und sind in einer Vielzahl von Medien ausgeführt. 2016 waren Fischli/Weiss in der Fondation Beyeler in der Ausstellung «Alexander Calder & Fischli/Weiss» vertreten.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Eintritt: CHF 25.–

Der Museumsbesuch vor Veranstaltungsbeginn ist im Preis inbegriffen.

Katalogvernissage Mondrian Evolution mit Irma Boom
Donnerstag, 16. Juni, 18 Uhr
Die international renommierte Grafikdesignerin Irma Boom zählt zu den erfindungsreichsten und experimentellsten Gestalterinnen unserer Zeit. Ihre Bücher zeichnen sich durch ungewöhnliche Materialien, Farben und Formate aus, welche die Publikationen zu einem visuellen und haptischen Erlebnis machen. Im Gespräch mit Ausstellungskurator Ulf Küster spricht sie über ihre Arbeit am Katalog Mondrian Evolution. Anschliessend an die Veranstaltung wird Irma Boom Bücher signieren.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Eintritt: CHF 25.–

Der Museumsbesuch vor Veranstaltungsbeginn ist im Preis inbegriffen.

Buchvernissage Deserto-Modelo von Lucas Arruda Donnerstag, 16. Juni, 16 Uhr

Deserto-Modelo ist die erste umfassende Monographie des brasilianischen Künstlers Lucas Arruda (*1983) und wurde anlässlich seiner gleichnamigen Ausstellung im Fridericianum in Kassel, 2019, publiziert. Die Sammlung der Fondation Beyeler verfügt über elf Werke aus der Serie Deserto-Modelo, 2015, von denen drei Werke in der aktuellen Sammlungspräsentation «Passagen – Landschaft, Figur und Abstraktion» zu sehen sind. Der Künstler wird während der Veranstaltung anwesend sein.

Die Veranstaltung ist frei zugänglich und findet im Park der Fondation Beyeler statt.

Talk mit Leonor Antunes
Freitag, 17. Juni, 18 Uhr
In ihren raumgreifenden Installationen setzt sich die in Portugal geborene und in Berlin lebende Künstlerin Leonor Antunes (*1972) mit der Wandlungsfähigkeit der Skulptur und der modernen Formensprache auseinander. Seit den späten 1990er-Jahren hat die Künstlerin ortsspezifische Werke geschaffen, deren geometrische Formen und Vielfalt des Materials, darunter Leder, Nylon und Messing, auch für ihre aktuellen Arbeiten kennzeichnend sind. Parallel zur Erkundung der Materialität und zum Wechselspiel zwischen Skulptur und Architektur erforscht Antunes auch die historischen und sozialen Hintergründe von Persönlichkeiten aus Architektur, Design und Kunst jenseits des gängigen Kanons.

Motive und Elemente, die sie unter anderem Möbelstücken, Textilien oder Druckgrafiken entleiht, bildet sie massstabsgetreu nach und löst sie von ihrer ursprünglichen Funktion. Auf diese Weise verarbeitet Antunes diese spezifischen Referenzen und verleiht ihnen eine skulpturale Gestalt. Die Fondation Beyeler präsentierte die Künstlerin letztmals 2019 im Rahmen der Ausstellung «Resonating Spaces». In der Sammlung des Museums ist sie mit zwei Werken vertreten: Anni #19, 2018, und the last days in Galliate, 2018. Leonor Antunes spricht im Rahmen dieser Veranstaltung über ihre Arbeit und Karriere.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Eintritt: CHF 25.–

Der Museumsbesuch vor Veranstaltungsbeginn ist im Preis inbegriffen.

sun.set
Samstag, 18. Juni, 15–21.30 Uhr
Die «sun.set»-Serie, in Zusammenarbeit mit Nordstern, Basel, geht in die siebte Saison und bietet auch dieses Jahr wieder musikalische Highlights im Park der Fondation Beyeler. Peggy Gou, eine Ikone der Clubkultur und Mode, zählt zu den renommiertesten DJs und Produzent:innen der Welt. In ihren unverwechselbaren Sets changiert sie nahtlos zwischen pumpendem Techno, verspieltem House und abstrakteren Kompositionen. Als Support tritt der Basler DJ Garçon auf, welcher mit atmosphärischem, zuweilen hypnotischem Techno und House, sowie Einflüssen aus Breakbeat und Electro überzeugt. Die DJ-Sets mit Garçon (Amenthia Recordings) und Peggy Gou (Gudu Records) beginnen am frühen Abend.

Doors: 15 Uhr

Das Museum bleibt bis 21 Uhr geöffnet.

Eintritt: CHF 25 (inkl. Museumseintritt). Weitere Informationen und Tickets sind online erhältlich unter: www.tickets.nordstern.ch, keine Tageskasse

25 Jahre Fondation Beyeler

2022 feiert die Fondation Beyeler ihr 25-jähriges Bestehen. Das Museum in Riehen bei Basel ist international bekannt für seine hochkarätigen Ausstellungen, seine bedeutende Sammlung der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst sowie sein ambitioniertes Veranstaltungsprogramm. Das von Renzo Piano entworfene Museumsgebäude ist idyllisch im Park mit seinem alten Baumbestand und den Seerosenteichen gelegen. Die Lage inmitten eines Naherholungsgebiets mit Aussicht auf Kornfelder, weidende Kühe und Rebberge an den Ausläufern des Schwarzwalds ist einzigartig. Für die Zukunft plant die Fondation Beyeler im angrenzenden Park mit dem Schweizer Architekten Peter Zumthor einen Museumsneubau und verstärkt so die harmonische Verbindung von Kunst, Architektur und Natur.

Weitere Informationen: www.fondationbeyeler.ch/25-jahre

Tickets
Tickets für die Veranstaltungen und Ausstellungen sind online unter www.fondationbeyeler.ch/tickets und an der Museumskasse erhältlich.

www.fondationbeyeler.ch