Was tun, wenn die Sehnsucht nach Abwechslung übermächtig wird und der nächste längere Urlaub noch in weiter Ferne ist? Man sucht sich eine nicht allzu weit entfernt gelegene Stadt mit viel Geschichte und Tradition – und begibt sich darin in kürzester Zeit auf Weltreise. Bestens geeignet dafür: Wien. Hier kommen fünf Tipps für internationales Feeling in der österreichischen Hauptstadt:

1. Schon bei einem Bummel durch die Wiener Innenstadt mit Blick auf die schönen Fassaden der alten Palais gelangt man von einem europäischen Land zum nächsten: Von der Böhmischen Hofkanzlei in der Wipplinger Strasse über die im Stil des Art Nouveau erbaute Französische Botschaft am Schwarzenbergplatz bis zum Palais Liechtenstein in der Bankgasse. Italien grüsst architektonisch in der Passage des Palais Ferstl, die ein wenig wie die kleine Schwester der Galleria Vittorio Emanuele in Mailand anmutet. Ein stimmungsvoller Abschluss: Der strahlend weisse Theseustempel mitten im Volksgarten. Er ist die Nachbildung des antiken Theseion Tempels in Athen und wird von 28 dorischen Säulen umgeben. Im Frühsommer ist er von wunderbar duftenden Rosensträuchern eingerahmt.

2. Kulinarisch bleiben in Wien natürlich ohnehin keine Wünsche offen. Ob Wienerisch, Italienisch, Vietnamesisch oder Georgisch – alles ist möglich. Ein besonderer Genuss ist ein Besuch in der Konditorei Demel am Kohlmarkt in der schon Kaiserin Sissi Kundin war. Täglich frisch lässt sich dort eine wunderbare russische Punschtorte verkosten – vom Demel zum Kreml sozusagen.

3. Wiens Kaiserhof hat Kunst gesammelt – natürlich. Und heutigen Besuchern der grossen Museen damit herausragende Sammlungen und unermesslich wertvolle Einzelstücke hinterlassen. Einen Ausflug nach Holland (auf Leinwand) ermöglicht das Kunsthistorische Museum, das mit zwölf Werken die weltweit grösste und bedeutendste Sammlung von Werken Pieter Brueghel des Älteren beherbergt; darunter die berühmten Gemälde Bauernhochzeit, Kinderspiele, Die Jäger im Schnee und natürlich den Turmbau zu Babel. Nicht versäumen sollte man auch den „Grossen Blumenstrauss“ von Jan Brueghel- eines der berühmtesten Blumenstücke überhaupt.

4. Zweimal Mexiko: Im Weltmuseum Wien erfährt man viel zu Mexiko und seiner Geschichte. Der dort ausgestellte kostbare Federkopfschmuck mit smaragdgrünen Quetzal-Federn aus dem frühen 16. Jahrhundert ist weltberühmt und der einzige seiner Art, der erhalten blieb. Der altmexikanische Federkopfschmuck besteht aus hunderten langen Quetzal-Federn und mehr als tausend Goldplättchen. Mexikanisches Flair verströmt auch der Themengarten in den Blumengärten Hirschstetten. durch einen grossen Torbogen gelangt man über einen steinigen Pfad zu einer charakteristischen Hazienda. Ein Nutzgarten zeigt viele Nutzpflanzen, die ihren Ursprung in Mexiko haben und heute in Europa wie selbstverständlich angebaut werden: von Kartoffeln und Mais bis hin zu Paprika, Tomaten und Sonnenblumen.

5. Eigentlich ist Döbling ja für Urwienerisches bekannt: die Weingärten und die Heurigen. Dabei kann man dort innerhalb weniger Gehminuten in zwei ferne Länder eintauchen: Durch die Nusswaldgasse weht ein Hauch von Orient. Dort steht die „Zacherlfabrik“ aus dem 19. Jahrhundert und beeindruckt mit seiner Fassade wie aus Tausendundeiner Nacht. Früher wurde in der Fabrik „persisches Pulver“ zur Insektenvernichtung hergestellt und war der absolute Renner im Wien des 19. Jahrhunderts. Heute gilt die Zacherlfabrik als herausragendes Beispiel orientalistischer Architektur und als Unikat innerhalb der Industriebaukunst Österreichs. Urenkel Peter Zacherl, selbst Architekt, führt auf Anfrage auch durch das Innere des spannenden Gebäudes. Ein kurzer Spaziergang – und schon ist man in Japan: Der „Setagaya-Park“ ist ein kleines Paradies und lässt den Besucher durch seine harmonische Gestaltung augenblicklich zur Ruhe kommen. Nicht umsonst steht bereits am Eingang in Stein gemeisselt „Furomon“ – das japanische Wort für Paradies.

Wer auf seiner Weltreise durch Wien übernachten will, wo schon ein anderer Vielreisender geschlafen hat, kann dies beispielsweise im wunderbar zentral gelegenen und liebevoll geführten Hotel „Das Tigra“ am Tiefen Graben. Mozart hat hier zweimal genächtigt, einmal davon als fünfjähriges Wunderkind. An seine Aufenthalte an dieser Adresse erinnert das eine oder andere Detail im Hotel. Von hier aus lässt sich – fast – die ganze Welt in Wien zu Fuss erkunden.