„Grossmutterpflanze“, „Balkonblume“ und „Bauernhaus“ gehören sicher zu den häufigsten Assoziationen, die das Wort „Geranie“ hervorruft. Zumindest Pflanzenliebhabern dürften auch noch die Robustheit und Pflegeleichtigkeit der schönen Südländerin in den Sinn kommen. Begriffe wie „modern“, „peppig“, „vielfältig“ oder „lecker“ hingegen wird wohl kaum jemand spontan mit der beliebten Sommerpflanze in Verbindung bringen. Zu Unrecht, denn die Geranie, die richtig Pelargonie heisst, ist ein echtes Allroundtalent und hat viel mehr Facetten als gemeinhin bekannt ist. Geranien schmücken Balkonkästen, Kübel und Beete, glänzen als Wandschmuck, Zimmerpflanze oder Schnittblume, und besonders die neueren Züchtungen fügen sich mit ihren trendigen Farben und originellen Formen auch perfekt in junge, moderne oder elegante Lebenswelten ein. Ausserdem können die in einigen Sorten enthaltenen ätherischen Öle unliebsame Insekten fernhalten. Die getrockneten Blüten einzelner Duftgeranien werden in Duftmischungen verwendet und Blüten und Blätter anderer Sorten zum Verfeinern von Speisen.

Die Geranie, vielfältiges Dekorationswunder

Ihre Blütenpracht und Robustheit machen die Geranie zu einer der beliebtesten Sommerpflanzen. Mühelos verwandelt die pflegeleichte Schönheit Balkone, Terrassen, Gärten und Parks in leuchtende Farbenmeere. Für Balkonkästen, Ampeln und andere schwebende Gefässe eignen sich besonders Hängegeranien. Mit bis zu 1,50 Meter langen Trieben und einer kaum zu übertreffenden Farb- und Formenvielfalt entfalten die so genannten Peltaten rasch eine beeindruckende (Fern)Wirkung. Stehende Geranien, so genannte Zonalen, sind ebenso blühfreudig und vielfältig wie Hängegeranien und glänzen als Hochstamm, in Töpfen und Kübeln im Garten und auf der Terrasse sowie als Tischdekoration. Mittlerweile werden sogar Sorten angeboten, die als Bodendecker Beete in bunte Blumenteppiche verwandeln. Geranien sind so farbenfroh und vielfältig, dass sie sich wunderschön miteinander kombinieren lassen, ohne dass es eintönig wirkt. Stehende Geranien harmonieren sowohl mit Hänge- als auch mit den prächtigen Blattschmuckgeranien. Ein Vorteil reiner Geranien-Arrangements liegt in den ähnlichen Pflegeansprüchen. Doch auch mit anderen sonne- und wärmeliebenden Pflanzen machen Geranien eine sehr gute Figur. Im mediterranen Stil bildet die Kombination mit Gräsern oder Kräutern wie Salbei, Rosmarin oder Lavendel einen schönen Blickfang. Zu den klassischen Geranien in Rot, Weiss und Rosa haben sich in den letzten Jahren immer mehr Sorten gesellt, die mit peppigen Farben und besonders schön geformten Blüten punkten. Ob zweifarbig, orange, gelb oder bläulich-lila, die neuen Geranienzüchtungen haben mit den bekannten Bauernhausschönheiten nicht viel gemein und sind auch bei jüngeren Menschen und als Blumenschmuck in modern oder elegant gestalteten Aussenbereichen gefragt.

Geranienschmuck mal anders

Einen originellen Kontrast zu traditionell platzierten Pflanzkästen, -töpfen oder -kübeln bildet die Kultur von Geranien an Wänden. Dabei müssen nicht unbedingt kostspielige vertikale Pflanzsysteme zum Einsatz kommen. Auch einfach an der Wand befestigte bunt bepflanzte Blumentöpfe sind ein toller Blickfang. Mit ihnen können Pflanzenliebhaber sich auch auf dem kleinsten Balkon an den vielfältigen Farben und Wuchsformen der Geranie erfreuen.

Doch auch wer nicht über ein geeignetes Plätzchen im Freien verfügt, muss nicht auf die Farbenpracht der schönen Südländerin verzichten. So genannte Edelgeranien oder englische Geranien wurden ursprünglich als Zimmerpflanzen gezüchtet und fühlen sich auch heute noch an einem hellen Ort im Haus am wohlsten. Ihre grossen, intensiv gefärbten Blüten mit dem häufig vorkommenden dunklen Auge in der Mitte und ihre unermüdliche Blühfreude machen die Edelgeranie zur Schönheitskönigin unter den Geranien. Manche Sorten können auch im Freien gehalten werden. Dort benötigen die sensiblen Schönheiten allerdings ein vor Regen und starkem Wind geschütztes Plätzchen. Auch andere Geranienarten wie die Duft- oder Schmetterlingsgeranien gedeihen bei richtiger Pflege durchaus auch an einem hellen Platz im Haus. Am wohlsten fühlen sich die meisten Geranien jedoch an einem sonnigen bis halbschattigen Platz im Freien.

Darüber hinaus besteht natürlich immer die Möglichkeit, sich mit gepflückten Geranien aus dem Garten die Farbenpracht des Sommers ins Haus zu holen, ob als einzelnen Blütenstiel, als Kranz oder zusammen mit anderen Blumen im Strauss.

Geranienlust für alle Sinne

Geranien haben jedoch nicht nur optische Qualitäten. So genannte Duftgeranien enthalten ätherische Öle und verströmen dadurch einen intensiven Duft. Es gibt sie in zahlreichen verschiedene Duftrichtungen von Flieder und Rose über Pfirsich, Zitrone und Orange bis hin zu Minze, Cola, Kokosnuss und Schokolade. Auf der Fensterbank können Duftgeranien Mücken und andere Insekten fern halten. Getrocknet lassen sich mit ihren Blättern wohlriechende Duftmischungen für Potpourris oder Duftsäckchen herstellen. Und auch in der Küche finden Duftgeranien Verwendung: Ihre Blätter und Blüten sind essbar und verleihen Fleischgerichten, Salaten und Süssspeisen nicht nur ein dekoratives Aussehen, sondern auch ein raffiniertes Aroma. Duftgeranien gedeihen sowohl in der Wohnung als auch auf Balkon und Terrasse und sind ebenso pflegeleicht wie die meisten anderen Geranien.