PATEK PHILIPPE – Spiegel der Verlockung

Seit seiner Eröffnung am 8. November 2001 hat das Patek Philippe Museum seine Besucher immer wieder mit Ausstellungsobjekten bezaubert, deren Seltenheit und Qualität dem Museum zu einer weltweit einzigartigen Reputation verholfen haben.

Das Museum besitzt wichtige Sammlungen zur Uhrmacherkunst und zur Genfer, Schweizer und europäischen Emailkunst des 16. bis 20. Jahrhunderts. Es beherbergt zudem eine Bibliothek mit mehr als 8000 Werken zur Uhrmacherei und verwandten Gebieten. Die historische Sammlung umfasst vorwiegend Uhren, Automaten und Email-Miniaturporträts. Darüber hinaus ist das Museum den aufwändigen Kreationen gewidmet, die in der Genfer Manufaktur Patek Philippe seit deren Gründung 1839 entworfen, entwickelt und gefertigt wurden.

Bereits 2002 hatte der Museumskurator Arnaud Tellier die Idee zu einer Ausstellung mit Uhren für den chinesischen Markt, insbesondere jenen, die paarweise gefertigt worden sind. Diese Uhren sind jetzt Thema einer großen Ausstellung, die vom 15. Mai bis 16. Oktober 2010 im Patek Philippe Museum zu sehen ist.

Chinesische Uhren paarweise …

Das Patek Philippe Museum beherbergt in seiner Sammlung mehr als hundert Zeitmesser von Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts, die eigens für den chinesischen Markt gefertigt wurden. Die ältesten von ihnen stammen aus London, andere zeugen vom Können der Kunsthandwerker in Genf, im Vallée de Joux und im Neuenburger Jura. Darunter auch Uhren mit der Besonderheit, dass sie paarweise gefertigt wurden! Dank großzügiger Leihgaben von öffentlichen Institutionen und Sammlern, die die Exponate aus der museumseigenen Sammlung vervollständigen, kann die Sonderausstellung im 3. Stock des Museums an die vierzig chinesische Paaruhren präsentieren.

Die vielfältigen Sujets auf diesen Uhren zeigen teils religiöse, teils mythologische aber auch rein dekorative Motive und vermitteln einen guten Eindruck von all den Kunstgegenständen, die zu jener Zeit für diesen ganz besonderen Markt produziert wurden. Es erforderte die enge Zusammenarbeit von Uhrmachern, Goldschmieden, Emailmalern und Graveuren, um diese kleinen Kunstwerke zu erschaffen, an denen sich chinesische Würdenträger erfreuen sollten.

Der Uhrenhandel mit China

Der Weltruf der Genfer Uhren und der Schweizer Uhrenhandel mit dem Orient, insbesondere mit China, nahmen ihren Anfang am Sultanshof von Konstantinopel (Istanbul), mit dem Genf seit Beginn des 17. Jahrhunderts enge Beziehungen pflegte. Unter Umgehung der französischen Gesandten – das Edikt von Nantes war erst vor kurzem (1685) widerrufen worden – profitierten die Genfer Uhrmacher von der englischen Präsenz bei der Hohen Pforte, um sich ins beste Licht zu setzen. Sie exportierten ihre Turm-, Stand- und Taschenuhren über englische Handelshäuser, die sich im Nahen Osten niedergelassen hatten. Es gehörte zu den Gepflogenheiten der Engländer, ihre diplomatischen Beziehungen sowohl für politische Zwecke als auch zur Vermarktung ihrer Handelsgüter einzusetzen.

Obwohl die Schweizer Uhrmacher ihre Produkte während langer Zeit über diese englische Achse exportierten, bauten sie schon bald auch eigene Handelsbeziehungen zu China auf. Unter der Herrschaft von Kaiser Ch’ien-lung (1736–1796) spielte die Genfer Luxusuhrmacherei eine wichtige Rolle und entwickelte sich um die Jahrhundertwende zur bevorzugten Lieferantin für das Reich der Mitte. Viele Schweizer Uhrmacher ließen sich in China nieder, bis der florierende Handel durch den Opiumkrieg (1840 -1842) wieder zum Erliegen kam.

Kontakt

www.patekmuseum.com